Zeitschrift-Artikel: An den Hintertüren des Feindes

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Titel: An den Hintertüren des Feindes
Typ: Artikel
Autor: H./G. Janzen/Mück
Autor (Anmerkung):

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Titel

An den Hintertüren des Feindes

Vortext

Text

Es ist denen, die in der Evangelisationsar­beit stehen, bekannt, daß bestimmte For­men der heute üblichen Musik vom Feind be­nutzt werden können, um Menschen zu dä­monisieren, d.h. sie für seine Ziele umzupo­len, sie zu gebrauchen, um das bestehende Chaos in der Welt zu vergrößern.

Diese Art der Musik läßt sich in ihren Grundbestandteilen - im wesentlichen Schlaginstrumente, die in exzessiv überstei­gerter Lautstärke und monotonem Rhythmus benutzt und von ekstatischen Schreien der Trommler begleitet werden - vor allem in zentralafrikanischen Ländern wiederfinden, wo seit Jahrtausenden ein ausgeprägter Dä­monenglaube herrscht. Dabei hat die Musik dort einerseits die Aufgabe Dämonen zu be­sänftigen und andererseits wird sie zu deren Anbetung benutzt.

Diese Musikform, die auf breiter Front Ein­zug in die westliche Welt gehalten hat, kommt also nachweislich aus klassischen Zentren der Götzenanbetung und trägt ganz die Züge der beim Götzendienst gebräuchli­chen Rituale. Daß ihr aber nicht nur deren äußerliche Merkmale, sondern auch deren innerliche Zielrichtung anhaften, wurde schon im Artikel "Die Rolling Stones und ihre Sympathie für den Teufel", FuT 40/82, dar­gelegt.

Die bekanntesten Gruppen der Rock-Szene sind tief dämonisiert; in Interviews geben sie offen zu, Bündnisse mit Satan geschlos­sen zu haben. Auch wenn man solchen Selbstaussagen und den im gleichen Fahrwas­ser schwimmenden Texten dieser Gruppen noch unterstellen möchte, sie dienten nur dazu, die Gruppe durch ungewöhnliche Mit­tel interessant zu machen, so wollen wir da­bei zwei Dinge nicht übersehen:

Menschen, die öffentlich erklären, sich mit Satan verbündet zu haben - ob ernst­haft oder als Werbemittel -, können kei­ne Lebensverbindung mit dem einzigen, wahren, lebendigen Gott haben.

Die ausschweifende Lebensführung der Betreffenden ist vollkommen widergött­lich und ihr weiteres Leben ist, in bisher allen Fällen, gekennzeichnet von tiefer seelischer Not, innerem Zerbruch, Zuständen völliger Verzweiflung, die sie durch Rauschmittel zu kompensieren suchen, so daß viele von ihnen schon ein verfrühtes, menschenunwürdiges Ende nahmen.

 

Dies läßt uns deutlich erkennen, daß diese Gruppen eine Gefahr darstellen für die Scha­ren von Menschen, die ihnen jubelnd und völ­lig unkritisch anhängen in der Hoffnung, da­mit die Leere ihres eigenen Lebens ausfüllen zu können mit etwas, das ungewöhnlich ist, weil es den "schauerlichen, geheimnis­vollen Hauch des Okkulten" hat - ohne zu ahnen, daß dieses Okkulte sehr bald und in­tensiv nach ihrer Seele greifen, sie ausfüllen und die innere Verzweiflung und Leere vergrößern wird anstatt sie abzubauen.

AC DC-Konzert in der Kölner Sporthalle

Am Donnerstag, am 9. Dezember 1982, gab die bekannte Gruppe AC-DC ein Konzert in der Kölner Sporthalle. Der Charakter der Gruppe läßt sich leicht am Titel ihres der­zeit beliebtesten Werkes "Höllenglocken" er­kennen. Der Text spricht immer wieder das aus, was der Feind in denen zu bewirken beginnt, die sich den zahlreichen Anhängern dieser Gruppe anschließen: "Ich krieg' dich -ich bring dich in die Hölle!".

Etwa fünftausend Menschen, die jüngsten knapp zwölfjährig, die ältesten wohl um die vierzig, hatten sich in der riesigen Halle zu­sammengefunden, um in völliger Ahnungslo­sigkeit, totaler Unkenntnis der Texte und deren Hintergründe der Gruppe zuzujubeln und mit frenetischen Schlachtrufen in ihr in­fernalisches Toben und Schreien einzustim­men, während es doch ihre erklärte Absicht ist, sie "in die Hölle zu bringen".

An diesem Abend ergab sich also die Ge­legenheit, dem Angriff des Feindes auf die Herzen so vieler junger Menschen mit ei­nem Gegenangriff zu begegnen. Eine Anzahl junger Geschwister schloß sich zu diesem Dienst zusammen. Vorstöße ins feindliche Territorium sind bekanntlich nicht ganz un­gefährlich, aber es wurde uns klar, daß dies ein Auftrag des Herrn sei und ER die Ver­antwortung dafür trage. Auch in diesem Dienst durften wir ganz auf Ihn, den all­mächtigen Herrn, vertrauen.

Um 22.00 Uhr trafen wir uns vor der Sport­halle. Wir waren zu elft: sechs junge Leute und ein älterer Bruder aus der Gemeinde Porz und vier Studenten.

Wir hatten 3000 Traktate, die Wolfgang uns
zur Verfügung gestellt hatte; diese tragen
den schon erwähnten Titel "Höllenglocken" und als attraktiven Blickfang das Symbol der Gruppe, eben die "Höllenglocke". Wäh­rend der Platz vor der Halle noch menschen­leer war, beteten wir miteinander um den Segen und Schutz des Herrn und legten alles Kommende in Seine Hände:

Die Veranstaltung sollte gegen 22.00 Uhr be­endet sein; doch es entspricht dem Charak­ter der Gruppe, ihre Konzerte mit bis zu 2 Stunden Verspätung zu beginnen und dementsprechend spät zu beenden. Die eine Stunde, die uns durch die Verzögerung bis zum Be­ginn des eigentlichen Dienstes verblieb, konnten wir gut nutzen. Zuerst wurden Auf­seher, Taxifahrer und Abholende mit unse­ren Blättchen versorgt.

Mit manchen konnten wir dabei schon gute Gespräche führen. Die Eltern hatten im all­gemeinen gar keine Ahnung von dem, was sich im Innern der Halle eigentlich abspiel­te. Der Mutter eines etwa 16jährigen Jun­gen, die - wie erstaunlich viele - meinte, Christin zu sein, versuchten wir zu verdeut­lichen, daß eine klare Entscheidung für den Herrn sich nicht mit Dingen vereinbaren läßt, die Er selbst in Seinem Wort verur­teilt. 2. Kor. 6,15: "Was haben Licht und Finsternis gemeinsam? Was für ein Einklang herrscht zwischen Christus und Belial? Was hat ein Gläubiger mit einem Ungläubigen ge­meinsam?"

Während dieser Einzelgespräche standen wir unterhalb der Halle. Dort hörten wir unab­lässig den dröhnenden Lärm, der noch durch mehrere starke Mauern hindurch so intensiv nach draußen drang, daß die mächtigen Stützpfeiler fühlbar zitterten. Hin und wie­der hörten wir ein Geheul, daß nicht mehr die Klangfarbe menschlicher Stimmen hatte.

 

Keine Frage des Geschmacks!

Einige von uns hatten Gelegenheit, für Au­genblicke in die Halle hineinzuschauen. Ca. 5000 Menschen, emotionell auf Hochtouren gepeitscht, warfen unter teils rhythmischen, teils völlig wirren Begeisterungsschreien im­mer wieder die Arme empor. Die Halle war finster, raucherfüllt; nur die vierköpfige Gruppe auf der Bühne war vielfarbig angestrahlt. Die gewaltigen Lautsprecher verteil­ten das wilde, die Sinne betäubende "musika­lische" Chaos gleichmäßig über die Halle. Eine teuflische Atmosphäre - als träte man in den Vorhof der Hölle. Jedes Gotteskind müßte in der Lage sein, den gottlosen Cha­rakter solcher Veranstaltungen schon auf den ersten Blick zu erkennen. Wer hierbei noch von einer "Frage des Geschmacks" spricht, ist geistlich blind und taub.

Noch einige Aspekte des "Konzerts", wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" sie berichtet:

"Mit zwölf Schlägen der "Höllenglocke" be­gann die Seance. Ihnen hängte der Sänger Brian Johnson noch weitere vier per Ham­mer an, um den musikalischen Höllentrip der vier Australier einzuleiten. "Heils Beils - Ich bekam die Glocke, um euch zur Hölle zu führen; ich packe euch, Satan packt euch . . ." Während der Veranstaltung ritt der halbnackte Gitarrist auf dem Sänger; zum Abschluß lüftete er dann sein Hinterteil vor dem vor Begeisterung rasenden Publikum (als Zeichen der Einstellung zu seinen An­hängern sicher unverkennbar in seiner Be­deutung). Mit Salutschüssen aus vier anti­quierten Kanonen endete die Vorstellung."

 

Saat auf Hoffnung

Als das Höllenspektakel endlich vorüber war, strömten die Massen aus der Halle hin­aus. Dadurch, daß das Symbol der Gruppe, die "Höllenglocke", vorn auf das Traktat ge­druckt war, wurden uns die Schriften gera­dezu aus den Händen gerissen; manche ka­men zurück, um für ihre Freunde noch wei­tere Traktate zu holen.

Weil es auf Mitternacht zuging und die mei­sten vom Platz fortstrebten, wurden die Schriften nur selten sofort gelesen, und es ergab sich nur wenig Gelegenheit zu Nachgesprächen. Die meisten Traktate wurden wohl erst am folgenden Morgen gelesen -gewiß auch von manchen Eltern, die da­durch zum ersten Mal erfuhren, in welchen Sumpf ihre Sprößlinge eigentlich hineingera­ten waren. Es werden wohl vor allem dieje­nigen unangenehm berührt worden sein, die sich den Christen zurechnen und bisher gemeint hatten, Christusnachfolge und Begei­sterung für eine Musikform, deren Selbst­zeugnis sie schon als aus der Finsternis kom­mend ausweist, ließen sich durch einen Kompromiß vereinigen. Es ist unsere Zuversicht, daß in den nachfolgenden Tagen wenigstens einige dieser faulen Kompromisse geplatzt sind.

Der Gesamteindruck derer, die beim Ende der Aufführung die Halle verließen, war nicht so, als hätte man es mit von der fin­steren Macht zutiefst ergriffenen Menschen zu tun. Viele gaben sich wohl durch ihre Kleidung als Anhänger dieser Gruppe zu er­kennen, trugen ihre Plaketten mit Symbolen und Aufschriften, die sie größtenteils selbst nicht durchschauen.

Mindestens ebensoviele aber sehen nicht anders aus als die, die in den Jugendstunden der Gemeinden erscheinen; der Blick ist durchaus noch klar, der Gang noch zielge­richtet, äußere Spuren eines nachhaltigen Rauschzustandes noch nicht erkennbar. Der Vorgang der okkulten Beeinflussung spielt sich zuerst in den Tiefenschichten der Seele ab, dem Beobachter für lange Zeit verbor­gen; wenn die okkulte Belastung dann äußer­lich sichtbar wird, z.B. in Erschöpfung, Ag­gression, selbstzerstörerischen Trieben, kommt die Hilfe oft zu spät.

Schriftenmission ist Saat auf Hoffnung. Es geht darum, wenigstens einige innerhalb ei­ner großen, irregeleiteten Masse aus dem Bannkreis des Feindes herauszureißen. Zu mitreißend ist diese Musik, zu verlockend das ausschweifende Leben der als Idole ver­ehrten Gruppen, um die Loslösung leichtfal­len zu lassen. Umsomehr ist uns der Dienst an diesen Irregeleiteten Verpflichtung, zu­mal wir vom Herrn das Gebot haben, die zu warnen und zu mahnen, die wir auf fal­schem, gefährlichem Wege sehen, um an ihrer Verirrung nicht mitschuldig zu werden (Hes. 3,18.20; 33,6).

Und wir wissen um die Freude im Himmel über jeden einzelnen, der sich auf die Seite des Herrn ziehen läßt, über jeden, der eine volle Entscheidung trifft, sich retten zu las­sen. Das Wissen hierum lohnt unsern Dienst.

Die Menschen, die an jenem Abend Saatkör­ner des Gotteswortes in Form unserer Ver­teilschriften empfangen haben, und im übri­gen alle, die bei ähnlichen Gelegenheiten ge­rufen werden, ihren gefährlichen Weg zu verlassen und einzubiegen auf den schmalen, mitunter beschwerlichen Pfad des Gottesvol­kes, dessen Name aber "Errettung" und des­sen Ziel unvergängliche Freude und Herrlich­keit ist: all diese wollen wir nun auch Euch anbefehlen zur weiteren Fürbitte. Laßt uns nicht vergessen, daß wir als Gotteskinder Verantwortung tragen für alle, die wir auf falschen Wegen sehen!

 

 

Nachtext

Quellenangaben