Zeitschrift-Artikel: Der Richterstuhl Christi – Schluß - Das Gericht der Toten vor dem großen weißen Thron

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Titel: Der Richterstuhl Christi – Schluß - Das Gericht der Toten vor dem großen weißen Thron
Typ: Artikel
Autor: Alois Wagner
Autor (Anmerkung):

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Titel

Der Richterstuhl Christi – Schluß - Das Gericht der Toten vor dem großen weißen Thron

Vortext

Text

"Und ich sah einen großen weißen Thron und den, der darauf saß, vor dessen Angesicht die Erde entfloh und der Himmel, und keine Stätte wurde für sie gefunden. Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Throne stehen, und Bücher wurden auf­getan; und ein anderes Buch ward aufgetan, welches das des Lebens ist. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Bü­chern geschrieben war, nach. ihren Werken. Und das Meer gab die Toten, die in ihm wa­ren, und der Tod und der Hades gaben die Toten, die in ihnen waren, und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken. Und der Tod und der Hades wurden in den Feuersee geworfen. Dies ist der zweite Tod, der Feuersee. Und wenn jemand nicht ge­schrieben gefunden wurde in dem Buche des Lebens, so wurde er in den Feuersee geworfen“. Offb. 20,11-15


Nun kommen wir zu jenem großen und schrecklichen Tag, an den nur 'zu denken je­de Seele, die nicht um die Vergebung ihrer Sünden durch das Blut Jesu Christi weiß, bis ins Innerste erschauern müßte. Jener Tag, von welchem wir in Apg. 17,31 gelesen ha­ben, daß Gott ihn gesetzt hat, um an die­sem Tag "den Erdkreis zu richten in Gerech­tigkeit durch einen Mann". Durch einen Mann - aber was ist das für ein Mann, vor Dessen Angesicht Erde und Himmel entflie­hen, vor Dem die ganze Schöpfung nicht be­stehen kann? Es ist niemand anders als Gott der Sohn, der Mensch Jesus Christus, der "Mann der Rechten Gottes", aber gleichzei­tig der ewige Gott, der selige und alleinige Machthaber, der König der Könige und Herr der Herren, der Schöpfer und Erhalter aller Dinge und nun auch Richter aller derjenigen Seiner Geschöpfe, die in Rebellion und Un­gehorsam Ihm gegenüber gestorben sind.

Schon Hiob hatte von diesem Tag gespro­chen: "Der Mann aber stirbt und liegt da… bis die Himmel nicht mehr sind, erwachen sie nicht und werden nicht aufgeweckt aus ihrem Schlafe" (Hiob 14,10.12). Aber ein Tag wird kommen, wo "die Himmel nicht mehr sein werden", wo alle ungläubigen To­ten aller Zeiten "aufgeweckt werden", wo sogar das Meer die Toten hergeben muß, die es im Lauf der Jahrtausende verschlungen hatte; und alle werden sie vor dem Ange­sicht Dessen erscheinen, Der auf dem gro­ßen weißen Thron sitzt, um gerichtet zu werden nach allen ihren Werken.

Wir müssen hier gut unterscheiden zwischen dem "Buch" (des Lebens) und den "Büchern" (der Werke). Das Buch des Lebens (2. Mose 32,32.33; Ps. 69,28;
Dan. 12,1; Phil. 4,3;
Offb. 3,5; 13,8; 17,8; 21,27) enthält nur Na­men, bzw. enthält sie nicht (es enthält kei­nen einzigen Namen der Milliarden von Men­schen, die dann vor dem großen weißen Thron stehen werden!). Das Buch des Lebens entscheidet nicht über den Grad der Beloh­nung oder Bestrafung, sondern darin ist ein­fach jeder verzeichnet, der gerettet wird, bzw. fehlt jeder, der verlorengeht. Man könnte es also als eine Art "Hauptregister" oder "Kontrollbuch" bezeichnen.

Nicht so mit den "Büchern", worin alle Wer­ke dieser Menschen verzeichnet sind, bis hin zu dem verborgensten Gedanken in den hin­tersten Winkeln des Herzens. Und diese nun entscheiden über den Grad der Pein, die sie in alle Ewigkeit erleiden müssen. Gewiß, al­le werden sie, weil sie Gott nicht gelaubt haben, in den Feuersee geworfen, wo sie "Tag und Nacht gepeinigt werden von Ewig­keit zu Ewigkeit" (Offb. 20,10), wo "der Rauch ihrer Qual aufsteigt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und sie Tag und Nacht keine Ruhe haben" (Offb. 14,11), wo "ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt" (Mark. 9,48). Aber Gott ist ein gerechter Richter, und Er wird einem jeden individuell nach seiner Verantwortung vergelten: "Jener Knecht aber, der den Willen seines Herrn wußte und sich nicht bereitet, noch nach seinem Willen getan hat, wird mit vielen Schlägen geschlagen werden; wer ihn aber nicht wußte, aber getan hat, was der Schlä­ge wert ist, wird mit wenigen geschlagen werden. Jedem aber, dem viel gegeben ist, - viel wird von ihm verlangt werden; und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man desto mehr fordern" (Luk. 12,47.48; vgl. Matth. 10,15; 11,22; 12,41.42; Luk. 10,14; 11,31.32; 20,47).

Christus, der von Gott verordnete Richter der Lebendigen und Toten (Apg. 10,42; 17,31; Joh. 5,22.27-30; Röm. 14,9-12; 2. Tim. 4,1; Hebr. 6,2; 1. Petr. 4,5; Offb. 11,18) wird alle richten nach ihren Werken (Pred. 12,14; Röm. 2,5-8.16; Joh. 5,29; 2. Kor. 5,10; Offb. 20,12.13).

Und schließlich wird auch der letzte Feind weggetan werden, nämlich der Tod (1. Kor. 15,26). Denn schon durch den Propheten Je­saja wurde prophezeit: "Den Tod verschlingt er auf ewig" (25,8). Und schon Hosea konnte prophetisch ausrufen: "Wo sind o Tod, deine Seuchen? W o ist, o Scheol, dein Verderben?" (13,14). Darum lesen wir auch hier in Offb. 20, daß "der Tod und der Hades in den Feu­ersee geworfen wurden" (Vers 14). "Der 'Tod' ist der Zustand der gestorbenen Men­schen; und der 'Hades' der Ort, wo sie sich währenddessen aufhalten; beide werden in den Feuersee geworfen. Der Feuersee ist

auch ein Ort, während der Zustand, in dem die Personen im Feuersee sich befinden, mit dem Begriff 'der zweite Tod' umschrieben wird. Der Mensch ist erst ein vollständiges Wesen, wenn Geist, Seele und Leib vereinigt sind; deshalb ist der Tod ein abnormaler, vorläufiger Zustand und der Hades ein vor­läufiger Ort; sie gehören zu der ersten Schöpfung und passen nicht in den ewigen Zustand; deshalb werden sie in den Feuersee geworfen. Wenn die Ungläubigen auferstan­den sind, haben sie wieder einen Leib und werden mit Seele und Leib in die Hölle ge­worfen" (Matth. 5,29; 10,28) (W.J. Ouwe­neel, Die Zukunft der Stadt des großen Kö­nigs, Seite 241).

Dann endlich übergibt der Mensch Christus Jesus das Königreich dem Gott und Vater, "auf daß Gott alles in allem sei" (1. Kor. 15,24-28), dann wird die neue Schöpfung ein­geführt, dann bricht "der Tag Gottes", "der Tag der Ewigkeit" (2. Petr. 3,12.18), dann spricht Der, Der auf dem Thron saß: "Siehe, ich mache alles neu" (Offb. 21,5).

Und wir, die wir jetzt schon eine neue Schöpfung geworden sind in Ihm, die wir "durch Seinen eigenen Willen durch das Wort der Wahrheit gezeugt wurden, auf daß wir eine gewisse Erstlingsfrucht seiner Geschöpfe seien" (Jak. 1,18), wir dürfen jetzt schon in bewundernder Anbetung nie­derfallen vor Ihm, Der das Alpha und das Omega ist, der Herr, Gott, Der da ist und Der da war und Der da kommt, der All­mächtige.

 

 

Nachtext

Quellenangaben