Zeitschrift-Artikel: Black-Sabbath-Konzert in Frauenfeld - Bericht über eine evangelistische Aktion

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Titel: Black-Sabbath-Konzert in Frauenfeld - Bericht über eine evangelistische Aktion
Typ: Artikel
Autor: Jürgen Neidhardt
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Titel

Black-Sabbath-Konzert in Frauenfeld - Bericht über eine evangelistische Aktion

Vortext

Text

Ich traute zuerst meinen Augen nicht, als ich die Überschrift in der Zeitung las: "Rock - Opas 'Black Sabbath' in Frauenfeld".

Das hatte uns hier im Kanton Thurgau gerade noch gefehlt: das einzige Konzert dieser höllischen Hardrock-Gruppe in der deutschsprachigen Schweiz sollte nicht in Zürich oder Basel, sondern bei uns in der Provinz stattfinden!

Mein Ärger über diesen schauerlichen Anlaß wich jedoch mit der Zeit, als mir klar wurde, daß wir nicht untätig und passiv bleiben sollten. Wäre dieses Konzert nicht auch eine Gelegenheit, um Tausende von Jugendlichen mit dem Evangelium zu erreichen? Könnten jetzt nicht viele Hardrock-Fans und auch andere Zeitgenossen über den satanischen Hintergrund dieser und anderer Gruppen aufgeklärt werden? Hatten wir nicht schon eine 16-seitige Broschüre zum Thema: "Black Sabbath - Rockmusik und Okkultismus", die wir vor dem Konzert verteilen könnten?

Nach Gebet und Austausch mit einigen Brüdern wurde uns folgendes klar: es mußte etwas geschehen! Viele Jugendliche hatten bei unserer Kontaktadresse obige Broschüre bestellt und ebenfalls auf die Möglichkeit einer Verteilaktion hingewiesen.

Sofort telefonierten wir einem "Black SabbathKenner", er möge doch bitte ein kurzes, evangelistisches Verteilblatt über die "Sabbath" schreiben, das wir kostengünstig in großer Auflage drucken und verteilen wollten.

In der Zwischenzeit informierte ein weiterer Bruder alle Interessenten über die Möglichkeit, am Einsatz in Frauenfeld teilzunehmen. Sie sollten zuerst darüber beten und Klarheit bekommen, ob sie von Gott für diesen Auftrag bevollmächtigt seien.

In den kommenden Wochen läutete mein Telefon fast täglich: Jugendliche oder halbe Jugendgruppen aus dem ganzen Kanton sowie aus Zürich, Winterthur und Walzenhausen meldeten sich für den Einsatz an.

Wenige Tage später wurden die ersten 10.000 Exemplare des Verteilblattes verschickt.

Ein Bruder aus Frauenfeld versandte in der Folge ca. 7.000 Verteilblätter an alle Haushalte in Frauenfeld. Als dann auch noch ein langer Leserbrief mit der Überschrift "Die satanischen 'Black Sabbath' " in der Mittwochsausgabe der "Thurgauer Zeitung" (die an diesem Tag in jeden Thurgauer Haushalt verschickt wird!) erschien, wurde die Aktion zum Stadtgespräch. Manch einer rief dann sogar den Bürgermeister an, um gegen das Konzert zu protestieren.

Doch auch der Teufel blieb nicht untätig. Immer mehr warnende Stimmen wurden laut:

da rief mich zum Beispiel ein Politiker an und meinte, wir würden vor dem Konzert brutal zusammengeschlagen. Ich müßte die Verantwortung dafür dann übernehmen. Die Polizei würde sich aus allem heraushalten. Mir schnürte es fast die Kehle zusammen, als ich solche und ähnliche "mutmachende" Ratschläge bekam. Waren wir nicht doch zu unvorsichtig und idealistisch gewesen?

Beim Lesen von Apostelgeschichte 21,10-14 verschwanden alle Zweifel und Ängste. Mir wurde klar, daß es Gottes Auftrag und Wille war, am Abend nach Frauenfeld zu fahren. Und Zeugen Jesu müssen bereit sein, bei der Verbreitung des Evangeliums Schläge in Kauf zu nehmen. Der Herr Jesus schenkte mir die Bereitschaft dazu, und so wurde ich innerlich ruhig und immer zuversichtlicher.

Um es vorweg zu nehmen: die Verteilaktion wurde zu einer wunderbaren und ermutigenden Erfahrung. Etwa 50 Jugendliche waren am Abend gekommen. Wir besprachen zuerst unsere Strategie: einige wollten am Bahnhof, andere auf den Parkplätzen und der Rest direkt bei der Halle verteilen und Gespräche führen. Dann beteten wir intensiv, daß der Herr Jesus Sich an diesem Abend in unserer Schwachheit verherrlichen möchte und brachen auf, ausgerüstet mit ca. 5.000 Verteilblättern und anderen Traktaten.

Viele Jungen nahmen sie interessiert und lasen sie, da sie ja sowieso auf den Beginn des Konzertes warten mußten. Wir staunten, daß nicht nur aus der deutschsprachigen Schweiz, sondern auch aus dem Tessin, aus Deutschland und Österreich ganze Scharen ankamen.

Manch gutes evangelistische Gespräch ergab sich. Andere waren voller Aggression. Doch wurde keiner von uns handgreiflich angegangen. Unter anderem sagte ein Bursche mit geballter Faust zu mir: "Dir würde ich am liebsten die Faust ins Gesicht schlagen." "Wieso tust Du es nicht?", fragte ich. Da deutete er auf einen Verkehrspolizisten, der ausgerechnet in diesem Augenblick auf der anderen Straßenseite anhielt. Zufall? Nein, sondern Gottes gnädige Bewahrung! Er ließ es nicht zu, daß auch nur einem von uns ein Haar gekrümmt wurde.

Am meisten freute ich mich, als ein Mädchen von der Halle wieder zurückkam und bekannte, daß sie das Verteilblatt soeben gelesen hätte und daher wieder nach Hause ginge: "Ich wußte das vorher alles gar nicht. Ich kann den Abend besser verbringen als hier." Nachdem wir ihr ein Johannesevangelium und eine evangelistische Broschüre mitgegeben hatten, machte sie sich auf den Heimweg. Unterwegs erzählte sie noch manchem, daß sie den Abend besser verbringen könne, als mit diesen satanischen "Black Sabbath".

Leider gab es aber auch ganz andere Reaktionen. Jemand sagte: "Auch wenn Satan persönlich auf der Bühne stehen sollte, würde ich hingehen." Ein mittelalterlicher Herr, der den Verkehr regelte, meinte daraufhin: "Dann gehe ich auch hin; ich wollte schon lange einmal den Teufel sehen." Welch eine Verblendung und Verharmlosung! An die Existenz Satans glauben die meisten nicht mehr, und doch hat er sie "am Kragen". Nur Jesus kann aus seinen Klauen befreien. "Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, um die Werke des Teufels zu zerstören."

Wir erfuhren an jenem Abend, daß Jesus wirklich der Stärkere ist. Viele Erwachsene in den verschiedenen Gemeinden in Frauenfeld hatten während des ganzen Einsatzes gebetet. Diese Rückendeckung war unbedingt nötig, da wir uns in den Feuerhagel der Giftpfeile Satans begaben.

Nach dem Einsatz kam noch manche Reaktion. Etliche bestellten das im Verteilblatt kostenlos angebotene Buch "Die Fessel der Freien". Beten wir um Entscheidungen für den Herrn Jesus Christus!

Erschrocken sind wir kürzlich, als das Telefon klingelte und eine Stimme "Black Sabbath, Iommi, Frank" sagte. Der Leadgitarrist der "Sabbath" wollte auch ein Flugblatt von uns haben. Gerne sandten wir das Gewünschte, jedoch nicht ohne ein Exemplar "Vier geistliche Gesetze" in Englisch beizulegen. Ob er es nun liest und versteht? Haben so kaputte und verfinsterte Typen überhaupt eine Chance? Ich glaube doch. Jesus kam auf diese Erde, um von der Sünde gezeichnete und von Satan gebundene Menschen zu befreien. Beten wir, daß noch viele eine Sehnsucht nach Erlösung bekommen und sich helfen lassen.

Nachtext

Quellenangaben