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Zeitschrift-Artikel: Mission mit einer Zeitschrift

Zeitschrift: 72 (zur Zeitschrift)
Titel: Mission mit einer Zeitschrift
Typ: Artikel
Autor: Margot und Hüseyin Tüfel
Autor (Anmerkung):

online gelesen: 157

Titel

Mission mit einer Zeitschrift

Vortext

Text

Wenn wir auf die Landkarte schauen, dann sehen wir ein Land, das von drei Seiten von Wasser umgeben ist: Die Türkei.

Vielleicht lest ihr das erste Mal etwas über die Türkei, oder ihr betet schon für dieses Land. Wie auch immer, die folgenden Zeilen sollen euch noch näher mit diesem Land bekanntmachen. Geographisch gesehen liegt die Türkei an einer wichtigen Stelle, weil sie wie eine Brücke Asien und Europa verbindet. Etwa 75 Millionen Menschen leben in diesem Land. Obwohl es durch die Jahrhunderte den verschiedensten Einflüssen ausgesetzt war, hat sich der Islam bis jetzt stark gehalten. Nach der Verfassung ist die türkische Republik ein demokratisches Land, in dem es keine Staatsreligion gibt. Aber in der Praxis sieht es oft anders aus. Beispielsweise können Nicht-Moslems keine offizielle staatliche Stelle bekommen. Da das Volk sehr emotional und hilfsbereit ist, läßt es sich auch leicht beeinflussen. Ein großer Teil der Bevölkerung ernährt sich durch die Landwirtschaft. In den letzten Jahren wurde von Seiten der Regierung sehr viel in die Industrie investiert, weshalb auch ein ständiger Rückgang in der Landwirtschaft zu verzeichnen ist. Die großen sozialen Unterschiede zwischen den Menschen, die in Dörfern leben, und solchen, die in den Städten leben, sind auffällig. In einem bestimmten Rahmen ist dennoch eine gewisse Freiheit vorhanden, innerhalb der man nach seinen Vorstellungen leben kann.

Das religiöse Leben

Im allgemeinen ist die Türkei nach außen hin als stark vom Islam beherrschtes Land bekannt. Das ist nur bedingt richtig. Besonders in den letzten Jahren ist teils durch innenpolitische Probleme und teils durch den Wunsch, in die Europäische Gemeinschaft aufgenommen zu werden, im religiösen Bereich eine größere Freiheit zu verzeichnen. Natürlich profitieren davon am meisten die strengen Moslems. Untereinander haben sich die einzelnen Gruppen mehr zusammengeschlossen, so daß Sekten, die früher eher verborgen waren, jetzt gemeinsame Aktionen durchführen. Die offiziellen Kirchen sind jedoch in diesem Land überhaupt nicht aktiv. Sie sind aber auch kein Hindernis für die hiesigen Gemeinden, in manchen Gemeinden wollen sie sogar helfen. Biblisch orientierte Gemeinden wachsen ständig. Trotz etlicher Probleme innerhalb geht das Zeugnis nach außen hin weiter. Noch werden die meisten evangelistischen Programme aber von ausländischen Arbeitern geleitet. In dieser Arbeit gibt es noch sehr wenige türkische Arbeiter. Manche Geschwister sind der Meinung, daß zuviel finanzielle Hilfe von außerhalb kommt und daß man in diesem Punkt mehr auf den Herrn vertrauen müßte. Zur Zeit gibt es zwei Radiosender, eine Zeitung und Bibelkorrespondenzkurse. Es fehlen hier aber vor allem sehr stark türkische Mitarbeiter. Die bestehenden Möglichkeiten können daher noch viel zu wenig genutzt werden.

Wer sind wir?

Seit etwa sechs Jahren gehe ich, Hüseyin, mit dem Herrn und freue mich, ihm in diesem Land dienen zu dürfen. Als ich das erste Mal mit der Bibel in Berührung kam, war das für mich ein Anstoß, den Islam und andere Religionen ernsthaft zu prüfen. Das dauerte einige Jahre. Jede Religion zeigt Wege auf, die zu Gott führen sollen. Aber der Weg der Erlösung, wie die Bibel ihn beschreibt, hat mich stark angesprochen und zu einem intensiven Studium der Bibel angeregt. Dabei stieß ich auf die Worte Jesu: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben." Es war, als hätte ich den Schlüssel der Wahrheit gefunden. Hier mußte ich eine Pause machen und länger darüber nachdenken. Dabei wurde mir zu ersten Mal bewußt, was für ein Sünder ich war. Fast bekam ich Angst, weiter in der Bibel zu lesen. Doch dann fand ich die Worte Jesu: "Wer an mich glaubt, wird ewig leben." Das tröstete mich, und ich konnte die Vergebung in Jesus annehmen und mich ihm ganz übergeben. Seit diesem Zeitpunkt befinde ich mich in seiner Nachfolge. Auf dem Weg mit dem Herrn durften sich schon viele Dinge in meinem Leben verändern. Als normaler Durchschnittsbürger kam ich zum Herrn. Aber Gott nahm mich, stellte mich an einen bestimmten Platz und sorgte für alle meine Bedürfnisse. Alles, was aus meinem bisherigen Leben ein Hindernis auf dem Weg mit dem Herrn hätte sein können, nahm er weg. Nachdem ich gläubig wurde, dachte ich zunächst nicht ans Heiraten. Aber er führte mir eine Hilfe in den Weg und ermöglichte eine Heirat, so daß wir jetzt beide gemeinsam mit unseren Gaben dem Herrn dienen können. Rückblickend sehe ich die wunderbare Führung des Herrn und preise ihn dafür.

Wie entstand die Arbeit?

Nach meiner Bekehrung hatte ich bald ein bestimmtes Ziel. Ich sah die vielen Menschen um mich herum und erkannte, wie sehr sie die Erlösung brauchen. Wie konnte ich sie erreichen? In der Folgezeit nahm ich an allen evangelistischen Einsätzen der Gemeinde teil. Eines Tage überließ mir ein Bruder Tausende von Traktaten zum Verteilen. Ich dachte mir, daß das zu viele seien, um sie ohne Genehmigung zu verteilen. Darum ging ich zur Polizeibehörde, um diese Genehmigung zu erhalten. Dort stellten sie viele Fragen und teilten mir zum Schluß mit, daß niemand eine solche Genehmigung erteilen könne. Es war dort aber auch ein Beamter, mit dem ich mich gut unterhalten konnte und der mir sagte, daß eine Zeitung viel leichter zu verteilen wäre. Bei diesem Vorschlag empfand ich eine große Freude, weil dies ein Bereich ist, in dem ich mich durch meinen Beruf gut auskannte. Ich hatte früher eine Wirtschaftszeitschrift herausgegeben. Da schon lange das Verlangen in meinem Herzen war, noch viel mehr Menschen mit der Frohen Botschaft zu erreichen, begann ich, mit meiner Frau dafür zu beten. Nach einiger Zeit sprach ich mit einigen Geschwistern in der Gemeinde darüber, die mich ermutigten und auch für dieses Projekt zu beten begannen. Gott antwortete auf diese Gebete, und kurze Zeit später konnten wir eine Firma gründen, die dann eine legale Zeitung herausbrachte.

Die Arbeit mit der Zeitschrift

Dieses Projekt begann mit drei türkischen Brüdern. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir nicht einmal eine Schreibmaschine, geschweige denn ein Büro. Darum begannen wir in unserer Wohnung, wofür wir mit einigen Schwierigkeiten dann auch die Genehmigung bekamen. Dies ist bis jetzt noch unsere offizielle Firmenadresse. Wir begannen mit einer Ausgabe pro Monat, mußten die Erscheinungsweise dann aber wegen der ständig steigenden Kosten auf eine Ausgabe in zwei Monaten reduzieren. In diesem Land mit 365 islamischen Zeitschriften ist es - mit der Hilfe des Herrn - die einzige christliche. Mittlerweile haben wir einen alten Computer für die Artikel und viele Leserbriefe. Da sich unsere Zeitschrift nicht in erster Linie an Gläubige, sondern an Ungläubige richtet, beträgt der Anteil der christlichen Artikel 60 %. Die restlichen 40 % befassen sich mit dem sozialen Leben in der Türkei. Die Verteilung der Zeitung geschieht auf dem Postweg und durch 78 freiwillige Mitarbeiter im ganzen Land, von denen 11 einer Gemeinde angehören. Durch die eingehenden Leserbriefe können wir feststellen, wo überall unsere Zeitung gelesen wird. Bis jetzt haben wir noch keine geeignete Person zur Beantwortung der Leserpost gefunden. Wie schon früher erwähnt, ist dieser Mangel an Arbeitern auch in anderen Bereichen spürbar. Bitte betet für uns, daß der Herr türkische Geschwister zurüstet. Wir glauben, mit der Zeitung einen Weg gefunden zu haben, die Menschen anzuregen, nach der Wahrheit zu suchen. Das geht auch aus den Leserbriefen hervor. Bis jetzt haben wir 4.000 Exemplare pro Ausgabe gedruckt, die in allen Teilen des Landes gelesen werden. Für das nächste Jahr planen wir, die Auflage zu erhöhen. Leider hat einer der Mitbegründer der Zeitung die Gemeinde verlassen, so daß wir nur noch zu zweit sind. Wir arbeiten beide noch in einem anderen Beruf, um die Zeitung, die wir nebenberuflich erstellen müssen, zu finanzieren. Bis jetzt hat Gott uns Kraft, Zeit und Vermögen gegeben, um diese Arbeit zu tun. Ab Januar werden wir ein eigenes Büro beziehen. Zu guter Letzt möchte ich nicht vergessen, meine Frau zu erwähnen, die sich als Übersetzerin von deutschen und englischen Artikeln betätigt und die Korrespondenzarbeit mit dem Ausland macht.

Margots Geschichte

Ich, Margot, möchte kurz auch über meinen Werdegang berichten. Nach einer siebenjährigen Vorbereitungszeit bin ich nun seit elf Jahren hier in der Türkei. Zu Beginn war ich ganz allein und hatte dann zeitweise eine Partnerin zur Seite. Da ich mich stets zu einer lokalen Gemeinde hielt, lernte ich auch recht schnell die Sprache. Damals gab es hauptsächlich ermenische und aramäische Gläubige, kaum türkische. Nach vielen Jahren Vorbereitung und gläubigen Gebets entstand dann die Gemeinde, in der wir jetzt sind und dem Herrn dienen. In den Jahren meines Hierseins durfte ich die verschiedensten Schichten von Menschen erreichen. Am liebsten sind mit immer wieder die ganz Armen, weil sich auch um die hier niemand sonst kümmert. Mein Gott hat mich immer wunderbar geführt und geleitet und mir immer wieder offene Türen für das Evangelium geschenkt - trotz aller Widerstände. Mit der Hilfe eurer glaubensvollen Gebete wollen wir weiterhin Gott da dienen, wo er uns haben will.

Wenn jemand noch nähere Auskünfte haben möchte, kann er sich persönlich an uns wenden. Unsere Anschrift lautet:

Hüseyin und Margot Tüfel

P.K. 52, 80840 Besiktas, Istanbul, Türkei

Nachtext

Quellenangaben