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Zeitschrift-Artikel: "...man schläft dort noch auf Stroh, säuft viel und lebt wie ein Tier!" oder: "Es gibt noch Orte, in denen man nicht weiß, wer Jesus

Zeitschrift: 73 (zur Zeitschrift)
Titel: "...man schläft dort noch auf Stroh, säuft viel und lebt wie ein Tier!" oder: "Es gibt noch Orte, in denen man nicht weiß, wer Jesus
Typ: Artikel
Autor: Wolfgang/Viktor Bühne/Leskow
Autor (Anmerkung):

online gelesen: 164

Titel

"...man schläft dort noch auf Stroh, säuft viel und lebt wie ein Tier!" oder: "Es gibt noch Orte, in denen man nicht weiß, wer Jesus

Vortext

Text

Ein Dankesbrief und Gruß aus Sibirien

Vielleicht erinnern sich einige Leser noch an das Zeugnis von Viktor Leskow aus Sibirien ("...wie ein streunender Hund"), das wir in Heft 66 (2/94) veröffentlicht haben. Viktor hatte da seine ergreifende Bekehrungsgeschichte erzählt, wie er im Gefängnis nach 13jähriger Haftzeit wegen Diebstahl, Drogenmißbrauch, Körperverletzung usw. aus einem hoffnungslosen Leben heraus zum lebendigen Glauben an den Herrn Jesus kam.

Nach seiner Entlassung hatte er sich einer uns gut bekannten Gemeinde in Nowosibirsk angeschlossen, wo wir ihn auch persönlich kennenlernten. Damals hatte er kein eigenes Zimmer und erzählte uns, daß er - wenn er Gelegenheit fand, ein wenig Geld zu verdienen - oft an freien Tagen seinen Rucksack mit Evangelien, Büchern und Traktaten packte, um in den sibirischen Gefängnissen oder abgelegenen Dörfern schlicht und ungehobelt das Evangelium zu verkündigen.

Nachdem wir sein Zeugnis in "Fest und treu" veröffentlicht hatten, schickten einige Geschwister Geld zur Unterstützung von Viktor, und von einer Jugendgruppe in Süddeutschland erfuhr ich sogar, daß sie seitdem intensiv für Viktor betet.

Im Herbst 1995 fand ich endlich eine Möglichkeit, durch einen Bruder aus Nowosibirsk Viktor diese Gabe zu übergeben. Wenige Wochen später traf ein Brief von ihm ein, dem auch einige Fotos beigefügt waren. Viktor hat also 1994 geheiratet und ist im letzten Jahr sogar Vater geworden. Mit Frau und Sohn Samuel wohnt er inzwischen in einem Zimmer, hat aber dadurch an Mobilität für den Herrn nichts eingebüßt, wie sein Brief zeigt. Im Gegenteil, seine Frau ist ihm eine wertvolle Stütze und Ergänzung in der Evangelisationsarbeit.

Da doch eine Anzahl Reaktionen auf das Zeugnis von Viktor kamen, nehme ich an, daß es für einige interessant sein wird, etwas Neues von ihm zu erfahren. Deshalb veröffentlichen wir diesen Brief und hoffen, daß der eine oder andere neu angeregt wird, für Viktor und seine Glaubensgeschwister in Sibirien zu beten.

Grüße Euch, geliebte Geschwister! Der Herr bewegt mich, Euch einen Brief zu schreiben, weil mein Herz voll Dankbarkeit ist, daß Ihr in Eurem Dienst für den Herrn auch an mich gedacht habt. Wer bin ich? Einer von vielen unwürdigen Sündern! Aber mir wurde große Gnade zuteil. So ist unser Gott: Seine Barmherzigkeit hat kein Ende!

Liebe Geschwister, ich danke Gott für die Gaben, die ich von Euch bekommen habe; die Ewigkeit wird alles offenbaren was uns heute verborgen ist. Dann werdet auch Ihr erfahren, wie dankbar meine Frau und ich Gott gegenüber sind, daß Seine Kinder an den Nöten der Heiligen Anteil nehmen.

Im Sommer arbeitete ich in Firmen, die nicht viel gezahlt haben, - es reichte nur für's Brot, aber wir fanden trotzdem Gelegenheit, den Sündern vom Erlöser zu erzählen. Wir fuhren oft 1.000 km und weiter, weil die Liebe Gottes uns trieb, verlorene Menschen aufzusuchen.

Meine Frau ist musikalisch und kann singen und auch sie hat ein Herz für die Evangelisation. Aber wir tun noch viel zu wenig. Es gibt noch Orte, in denen man nicht weiß, wer Jesus Christus ist. Man schläft dort noch auf Stroh, säuft viel und lebt wie ein Tier ... Geliebte, betet für das heidnische Rußland!

Eine Erfahrung erzähle ich Euch: Ich hatte keine Möglichkeit, Geld zu verdienen und so fuhren wir in weit entlegene Dörfer, um das Evangelium zu verkündigen. Unterwegs fiel uns ein, daß wir keine warme Kleidung mitgenommen hatten und es wurde uns bald sehr kalt. Wir knieten uns hin und beteten zu unserem himmlischen Vater. Und Er erhörte uns. Wir bekamen ausreichend Geld, um die nötige Kleidung zu besorgen. Jetzt wissen wir, daß Er den Glauben nicht enttäuscht, Er wird auch die belohnen, die geopfert haben...

Es wird so wenig getan. Wo sind die Gideons, die Davids, die Josuas? Wir sind einfach schuldig, den Sündern das Evangelium zu predigen... Ich möchte Euch noch einmal danken für Euren Dienst, Eifer und Liebe. Wenn es uns auch materiell, politisch und in manchem anderen nicht so gut geht wie Euch, so sind wir uns doch nicht gleichgültig. Sein Blut hat uns verbunden! Gepriesen sei unser Gott!

Brüder und Schwestern in Eurer Gemeinde, herzliche Grüße von der Gemeinde in Nowosibirsk. Vezeiht mir bitte, wenn ich zuviel geschrieben habe, aber es kam von Herzen.

Das Geld von Euch gibt mir die Möglichkeit, an einem Bibelkurs teilzunehmen. Ich kann da viel lernen. Und meine Frau und mein Sohn Samuel haben dann auch keine Not. Gott möge es Euch vergelten!

Euer Bruder im Herrn

Viktor Leskow

Nachtext

Quellenangaben