Zeitschrift-Artikel: Angus Kinnear: Watchman Nee - Ein Leben gegen den Strom

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Titel: Angus Kinnear: Watchman Nee - Ein Leben gegen den Strom
Typ: Buchbesprechung
Autor: Wolfgang Bühne
Autor (Anmerkung):

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Titel

Angus Kinnear: Watchman Nee - Ein Leben gegen den Strom

Vortext

Text

Vor über 20 Jahren ist diese beeindruckende Biographie zum ersten Mal in deutscher Sprache herausgegeben worden. Viele Jahre war dieses Buch vergriffen und 'leider sind auch in den letzten Jahren die Bücher von W. Nee ein wenig in Vergessenheit oder ins Zwielicht geraten, weil einige zweifelhafte Zeitgenossen (z.B. Witness Lee und Horst Schaffranek) sich auf ihn beziehen und seine Aussagen zitieren, um ihren sektiererischen Lehren und Zielen einen seriösen, vertrauenerweckenden Anstrich zu geben.

Daher ist es um so mehr zu begrüßen, daß diese wertvolle, anregende und herausfordernde Lebensgeschichte von Watchman Nee neu aufgelegt worden ist.

Hier wird uns ein Mann vorgestellt, der als 18jähriger eine tiefgreifende Bekehrung erlebte und für den es selbstverständlich war, daß er sich "lebenslang im Gehorsam dem Einen unterwarf, der totale Ansprüche stellt".

Sein eifriges Bibelstudium, seine Entschiedenheit, seine außerordentliche Begabung und sein Fleiß als junger, unkonventioneller Straßenevangelist waren der Grund dafür, daß Menschen in seiner Umgebung sich bekehrten und Christen herausgefordert wurden, die Bibel zu studieren und danach zu leben. Noch keine dreißig Jahre alt, war W. Nee bereits der geistliche Führer einer wachsenden Anzahl von Gemeinden, die später "Kleine Herde" genannt wurden und in denen man versuchte, ein Gemeindeleben nach biblischen Kriterien zu praktizieren.

1930 kam Nee dann in Verbindung mit einer extremen Splittergruppe der "Brüder" (Raven-Taylor), die zunächst stark beeindruckt waren von dem Werk Gottes in China, W. Nee nach England und in die USA einluden, sich aber dann von ihm trennten, weil er ihr unbiblisches Abendmahls- und Gemeinschaftsverständnis nicht teilen konnte. Ernüchtert von diesen Erfahrungen kehrte er nach China zurück, um sich dort mit neuem Eifer auf die Evangelisation und Unterweisung der Gläubigen zu konzentrieren. Bis zu seiner Verhaftung im Jahr 1952 entstanden durch seinen Dienst etwa 700 Gemeinden, die besonders vor der Kulturrevolution in ganz China eine enorme Evangelisationsarbeit leisteten.

W. Nee starb nach 20 Jahren Haft im Jahr 1972.

Diese Biographie stellt keinen fleckenlosen Heiligen vor, sondern schildert auch die Niederlagen und Fehlentscheidungen dieses Mannes, der trotz aller Schwächen und Mängel mutmachend vorgelebt hat, wie man gegen den Strom unbiblischer Traditionen schwimmen kann. In unserer Zeit der Orientierungslosigkeit ein wertvoller Wegweiser.

Nachtext

Quellenangaben

 

Brockhaus/CLV, gb., 200 S., DM 18,80