Zeitschrift-Artikel: Soren Kierkegaard: Tatort Christenheit - eine Auswahl

Zeitschrift: 81 (zur Zeitschrift)
Titel: Soren Kierkegaard: Tatort Christenheit - eine Auswahl
Typ: Buchbesprechung
Autor: Wolfgang Bühne
Autor (Anmerkung):

online gelesen: 155

Titel

Soren Kierkegaard: Tatort Christenheit - eine Auswahl

Vortext

Text

Nach fast zwanzig Jahren - damals unter dem Titel "Christenspiegel" - ist dieser Auswahlband neu aufgelegt worden.

Der bekannte Dichter und Denker verstand sich nicht als Reformator oder Prophet, sondern als ein "Polizeitalent" mit dem Auftrag, den "Kriminalfall Christenheit" aufzudecken und die Christen anhand des Neuen Testamentes zu messen:

"Oh, Luther, du hattest 95 Thesen: Entsetzlich! Und doch im tieferen Verstand: Je mehr Thesen, desto weniger ent-setzlich. Die Sache ist viel entsetzlicher: Es gibt nur eine These:

Das Christentum des Neuen Testaments ist gar nicht da. Hier gibt es nichts zu reformieren; es geht darum, Licht zu bringen in ein Jahrhunderte hindurch fortgesetztes, von Millionen begangenes Verbrechen, wodurch man scharfsinnig - unter dem Namen einer Vervollkommnung des Christentums - versucht hat, das Christentum Stück für Stück Gott abzulisten, und es dahin gebracht hat, daß das Christentum genau das Gegenteil dessen ist, was es im Neuen Testament ist."

Soren Kierkegaard (1813 - 1855) hat in den letzten Jahren seines kurzen Lebens schonungslos und mit überwältigender Wucht die Unbußfertigkeit der bestehenden Christenheit in zahlreichen Büchern, Schriften und Traktaten gegeißelt.

Dieser Auswahlband möchte das Anliegen dieses Mahners als ein Bußruf zur Sprache bringen. Er richtet sich an die heutige etablierte, verweltlichte und oberflächliche Christenheit, die vor der Aushöhlung des Evangeliums und vor dem Ausverkauf biblischer Werte und Maßstäbe steht.

Das Buch setzt allerdings Leser voraus, weiche Muße und Bereitschaft zum Nachdenken und zur Selbstprüfung mitbringen, auch etwas anspruchsvollere Literatur nicht verachten und sich an manchmal etwas zugespitzten, satirischen Sätzen und Beispielen nicht stoßen.

Nachtext

Quellenangaben

CLV, Pb., 160 S., DM 13,80