Zeitschrift-Artikel: Eric Liddell Mehr als olympisches Gold (Janet und Geoff Benge)

Zeitschrift: 145 (zur Zeitschrift)
Titel: Eric Liddell Mehr als olympisches Gold (Janet und Geoff Benge)
Typ: Buchbesprechung
Autor: Wolfgang Bühne
Autor (Anmerkung):

online gelesen: 120

Titel

Eric Liddell Mehr als olympisches Gold (Janet und Geoff Benge)

Vortext

Text

Mit dieser Neuerscheinung liegt endlich erstmals eine ausführliche und dazu spannend und interessant geschriebene Biographie dieses Mannes vor, der bisher meist nur durch den Film „Stunde des Siegers“ bekannt geworden ist. Was der Film nicht zeigt, kann der Leser nun nachlesen: Als Sohn von Missionaren in China aufgewachsen, kam Eric Liddell mit sechs Jahren nach Schottland, um fern von seinen Eltern in einem Internat bis zum Hochschul-Abschluss ausgebildet zu werden. Er war ein introvertierter, schüchterner junger Mann, als seine läuferische Begabung erkannt und gefördert wurde. Als Student hatte er bereits die meisten Wettkämpfe im Land über 100, 220 und 400 Yards gewonnen und gehörte auch zur schottischen Rugby-Nationalmannschaft. Schon mit 21 Jahren war er in Schottland so etwas wie ein Nationalheld, als er endlich seine Schüchternheit überwand und nach einer Sport-Veranstaltung ein Zeugnis seines Glaubens ablegte. Nachdem er sich für die Olympiade in Paris 1924 qualifiziert hatte, weigerte er sich dort in seiner Spezial-Disziplin über 100 Meter an den Start zu gehen, weil er am „Tag des Herrn“ grundsätzlich keinen Sport betrieb, sondern in die Kirche ging. Plötzlich war aus dem gefeierten Sportheld ein „Landesverräter“ und „Feigling“ geworden, der in der Presse zerrissen wurde. Allerdings war er bereit, an Stelle des 100 Meter-Laufs über die Distanz von 400 Metern zu laufen, weil dieser Endlauf an einem Wochentag stattfand. Mit seinem ungewöhnlichen, viel belächelten Laufstil lief er dort einen Weltrekord, der dann 35 Jahre lang nicht überboten wurde. Das Ergebnis war, dass man ihn nun mit größter Begeisterung und Lob überschüttete. Ein Jahr später reiste er aber nach China, um dort als Missionar im Nord-Osten des Landes das Evangelium zu verkündigen. Dort heiratete er, wurde Vater von drei Töchtern und blieb während des japanisch-chinesischen Krieges in China, während seine Frau und seine Töchter nach Kanada in Sicherheit gebracht wurden. 1943 wurde er von den Japanern mit vielen anderen Ausländern in ein Internierungslager gesteckt, wo er unter unmenschlichen Bedingungen durch Wort und Tat ein Zeuge Jesu wurde. Dort lernte er auch noch den 83 Jahre alten Herbert Taylor kennen – Sohn des bekannten Hudson Taylor – der ebenfalls verhaftet war. Im Jahr 1945 – kurz vor Kriegsende – erkrankte Eric und starb nach einem wochenlangen Krankenlager und einem Schlaganfall im Alter von 43 Jahren. Seine letzten Worte waren: „Es geht um völlige Hingabe!“ Die sehr ungewöhnliche, beeindruckende Lebensgeschichte eines jungen Mannes, der in allen Lebensbereichen „völlige Hingabe“ zeigte und sein großes Lebensziel nie aus dem Auge verlor: Ein Jünger und Bote Jesu Christi zu sein – in Schottland, England und in China. Besonders auch für jüngere, sportbegeisterte Leser eine herausfordernde und hoch interessante Lebensgeschichte.

Nachtext

Quellenangaben

CLV, Pb., 176 S., € 7,50