Zeitschrift-Artikel: "An die Freunde in Böhmen"

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Titel: "An die Freunde in Böhmen"
Typ: Artikel
Autor: Jan Hus
Autor (Anmerkung):

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Titel

"An die Freunde in Böhmen"

Vortext

Der letzte Brief an seine Freunde, einen Tag vor seiner Verbrennung in Konstanz vor 600 Jahren, am 06. Juli 1415

Text

An die Freunde in Böhmen Gott mit euch! Und er möge euch ewigen Lohn dafür geben, dass ihr mir viel Gutes getan habt! Um Gottes des Herrn willen bitte ich, lieber Herr Münzmeister Petr und Frau Anna, dass ihr Herrn Jan, den treuen und tapferen Ritter, meinen guten Wohltäter, nicht den Schaden tragen lasst für mich, obwohl ich vielleicht schon leiblich tot bin. Auch bitte ich: führt ein gutes Leben und seit Gott gehorsam, wie Ihr immer gehört habt! Der Königin, meiner gnädigen Herrin, sagt meinen Dank für alles Gute, das sie an mir getan hat! Grüßt euer Gesinde und auch die anderen treuen Freunde, die ich nicht schriftlich aufzählen kann! Ich bitte auch alle, sie sollen für mich zu Gott dem Herrn beten. Durch seine heilige Gnade und mit seiner heiligen Hilfe werden wir einander bald wiedersehen. Amen. Der Brief ist geschrieben in Erwartung des Todesurteils, im Kerker, in Ketten, die ich – das hoffe ich – für Gottes Gesetz erdulde. Um Gottes willen lasst nicht zu, dass die guten Priester ausgetilgt werden! Magister Hus, in Hoffnung Gottes Diener. Petr, liebster Freund, behalte meinen Pelz zur Erinnerung an mich! Herr Henrich Lef , lebe gut mit deiner Gemahlin, und ich danke dir für die Wohltaten. Gott sei dein Lohn! Treuer Freund Herr Lidhér und Frau Margret, Herr Skopek, Mikéska und ihr anderen! Gott der Herr gebe euch ewigen Lohn für die Mühe und für andere Wohltat, die Ihr mir erwiesen habt! Treuer und lieber Magister Christian, Gott der Herr sei mit dir! Magister Martínek, mein Schüler, denke an das, was ich dich treulich gelehrt habe! Magister Nikolaus, Petr, Priester der Königin, und Ihr anderen Magister und Priester, seid eißig im Worte Gottes! Priester Havlík, predige Gottes Wort! Und alle bitte ich, fest bei der Wahrheit Gottes zu bleiben.

Nachtext

Quellenangaben