Zeitschrift-Artikel: Klarsicht! Brauchen wir Erweckung?

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Titel: Klarsicht! Brauchen wir Erweckung?
Typ: Artikel
Autor: Thomas Lange
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Titel

Klarsicht! Brauchen wir Erweckung?

Vortext

Am Staub klebt meine Seele; belebe mich nach deinem Wort! Meine Wege habe ich erzählt, und du hast mich erhört; lehre mich deine Satzungen! Lass mich verstehen den Weg deiner Vorschriften, und sinnen will ich über deine Wundertaten Vor Traurigkeit zer ießt in Tränen meine Seele; richte mich auf nach deinem Wort! Wende von mir ab den Weg der Lüge und gewähre mir dein Gesetz! Den Weg der Treue habe ich erwählt, habe vor mich gestellt deine Rechte Ich halte an deinen Zeugnissen fest; HERR, lass mich nicht beschämt werden! Den Weg deiner Gebote werde ich laufen, wenn du meinem Herzen Raum gemacht haben wirst “ (Psalm 119,25-32)

Text

› „Das Goldene ABC“ So wird dieser Psalm genannt. Jede Strophe steht unter einem Buchstaben des verlaufenden hebräischen Alphabets. Diese Verse bilden die vierte Strophe und entsprechen dem Buchstaben Daleth, das bedeutet, jeder Vers beginnt mit dem Buchstaben D. Es erfordert sicher eine ganz besondere Begabung, einen so langen Psalm so aufzubauen, dass acht Verse mit dem gleichen Buchstaben beginnen und dann auch noch ein sinnvoller Kontext entsteht. Auch das ist ein Beweis der mannigfaltigen Weisheit Gottes. In diesem Psalm geht es um das Wortes Gottes und seine Einzigartigkeit. Das Thema dieses Abschnitts besteht aus zwei Punkten: Der Hang der menschlichen Seele zum Staub dieser Welt und die notwendige Belebung, die ausschließlich von Gott ausgeht. Obwohl dieser Psalm in Strophen eingeteilt ist, bildet er doch ein Ganzes. Das heißt, das auch die vorherigen Verse zu beachten sind – zumindest noch Vers 24, wo es heißt: „Deine Zeugnisse sind auch meine Lust, mein Ratgeber sind sie.“ Doch schon im nächsten Vers beklagt der Schreiber, möglicherweise David, dass es seine Seele immer wieder nach unten zieht. Wie ein Magnet, von dem es kein Entkommen zu geben scheint. Einerseits liebt er Gottes Wort, anderseits zieht es ihn immer wieder davon weg. Das kommt uns sicher bekannt vor. Gleicht unser Leben nicht auch oft diesem „Hin und Her“? Obwohl wir wissen, dass in Gottes Wort alles zu nden ist, was wir zum Leben benötigen, gibt es eine merkwürdige Kraft, die uns immer wieder davon abbringen will, darin zu lesen! Irgendetwas in uns sträubt sich gegen alles Göttliche. Nach 1.Mose 3,19 sind wir vom Staub dieser Welt genommen und werden auch dahin wieder zurückkehren. Sicher ist damit unsere äußere Hülle gemeint, unser Leib. Aber es wird ein Prinzip ersichtlich: Wir sind von dieser Welt und diese Welt ist gefallen. Geistliche Kämpfe spielen sich nach unserer Wiedergeburt fortan in unseren Herzen ab. Obwohl noch in dieser Welt, sind wir nicht mehr von der Welt (Joh 17,14-16). Die neue, göttliche Natur in uns hat Lust an Gottes Zeugnissen (V.24). Die alte Natur in uns empfindet dagegen nur Abscheu für die Bibel und das Gebet. Sie „klebt am Staub“! (V.25). Gal.5,17 ist ein Schlüsselvers, um diese Auseinandersetzungen in unserem Innern zu verstehen: „Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist auf, der Geist aber gegen das Fleisch; denn diese sind einander entgegengesetzt, damit ihr nicht das tut, was ihr wollt.“ Wörtlich heißt es, diese beiden Naturen sind „im Widerstreit miteinander“. Fazit: Jeder ernsthafte Nachfolger Jesu kann ein Lied davon singen – wir bewegen uns zwischen lichten Höhen und dem Morast dieser Welt. › Einsicht! Der Psalmist weiß um seinen geistlichen Zustand und beklagt ihn mit diesen Worten: „Am Staub klebt meine Seele.“ (V.25) Im konkreten Fall bedeutet dies, dass sein Gebet aus V.18 erhört wurde. „Öffne meine Augen!“ ist eine Bitte, die dem Willen Gottes entspricht. Schenkt Gott uns dann Einsicht und „erleuchtet die Augen unseres Herzens“ (Eph 1,18), wir erkennen uns im Spiegel des Wortes Gottes und können noch weiter beten: „Belebe mich!“ (V.25) Diese Bitte impliziert die Erkenntnis, dass man völlig verloren ist, wenn man auf sich selbst vertraut und meint, aus eigener Kraft wieder auf die Beine zu kommen. Jemand, der betet: „Belebe mich!“, hat erkannt, dass es aus mit ihm ist, sollte der lebendige Herr nicht bei ihm eingreifen. Er erkennt, dass er schläft und sich selbst nicht aufwecken kann. Folgende Begebenheit aus dem Leben George Whitefields soll verdeutlichen, in welch jämmerlichen Zustand wir ohne die Hilfe unseres Herrn geraten: Am 14. August 1739 ging White eld an Bord der Elizabeth. Am 15. August schrieb er in sein Tagebuch: „Ach, dass Gott mir doch mein wahres Ich zeigen möchte!“ Am 17. August lichtete man den Anker; White eld war wieder auf hoher See. In seiner gewohnt zuchtvollen Weise begann er sich den Tag strickt einzuteilen und mehrere Stunden für den Umgang mit Gott im Gebet und über der Bibel zu reservieren. Bald erfuhr er, wie Gott seine Bitte erhört hatte. Denn während der Schiffsbug die Wellen eines friedlich wogenden Meeres zerteilte, wühlte Gottes Geist die Seele seines Dieners auf. In stillen Stunden, da er in seiner Kajüte gebückt über der Bibel saß oder im Gebet vor Gottes Angesicht lag, enthüllte ihm Gott nie geahnte Tiefen der Bosheit, die in seinem Herzen hausten. Verzweifelte Schreie entwanden sich seiner Brust, die Sündenerkenntnis wollte ihn erdrücken – bis ihm Gott Anblicke seiner frei fließenden Gnade gewährte. Die zahlreichen Briefe, die White eld an Bord der Elizabeth verfasste, sind voll von Bekenntnissen wie dieses: „Es hat Gott gefallen, mir ein wenig zu zeigen, wie verwerflich ich bin ... Ein Geheimnis der Gesetzlosigkeit, dass in meinem Herzen hauste, ist meinen Blicken enthüllt worden ... Ich bin blind, voller Stolz und Eigenliebe ..." „Während zweier oder dreier Tage ging meine Seele durch wahrhaftige Todeswehen, als ich früherer Sünden und der furchtbaren Folgen derselben gedenken musste ... aber dann sah der Herr mich an, und sein Blick zerbrach mein steinhartes Herz, und ich musste bitter, bitter weinen ... (B.Peters, George White eld, CLV, S.126-128) Schließlich schreibt Benedikt Peters: „Hier sehen wir ihn, wie er war: zerknirscht vor Gott, von Gottes Heiligkeit niedergerungen, ein schwaches Menschlein, das im Staub lag und an sich nichts Gutes sehen konnte.“ (ebd.) Im weiteren Verlauf der Psalmverse erschließt sich uns eine Erkenntniskette. Jemand, dem Gott die Augen öffnet (V.18), erkennt sich selbst und das seine Wege sündig sind (V.25a). Er kommt zu der Einsicht, dass er Belebung braucht (V.25b) und wird dem Herrn „seine Wege erzählen“ (V.26a). Das heißt, er wird der Sünden überführt, er bekennt sie im Gebet und darf mit Gottes Vergebung rechnen (V.26b). 1. Johannes 1,9 ist diesbezüglich sehr ermutigend. In der Erkenntnis, dass wir selbst in uns nichts haben, was vor Gott taugt, liegt der von Gott bereitete, fruchtbare Boden einer Erweckung. Thomas Bolton, einer der Puritaner, schrieb im Jahr 1640: „Der Mensch muss sich zuerst im Elend befinden, ehe er anfängt, ein Heilmittel zu suchen; muss krank sein, ehe er sich zum Arzt begibt.“ (ebd, S.208) › Aufsicht! Interessant ist, dass das Thema Erweckung einen großen Raum in diesem Psalm einnimmt. Insgesamt neunmal finden wir die Bitte um Belebung. V.25: „Belebe mich nach deinem Wort!“ V.37: „Belebe mich auf deinen Wegen!“ V.40: „Belebe mich durch deine Gerechtigkeit!“ V.88: „Belebe mich nach deiner Gnade!“ V.107: „Belebe mich nach deinem Wort!“ V.149: „Belebe mich nach deinen Bestimmungen!“ V.154: „Belebe mich nach deiner Zusage!“ V.156: „Belebe mich nach deinen Bestimmungen!“ V.159: „Belebe mich nach deiner Gnade!“ Doch was ist Belebung oder Erweckung eigentlich? Handelt es sich um irgendeine mystische, nicht zu erklärende Erfahrung, bei der Menschen rücklinks zu Boden fallen oder in unerklärlichen Schreien über den Tischen schweben? Sicher nicht. Die Bibel ist da sehr nüchtern und fernab jeglicher Schwärmerei. Erweckung ndet im Grunde schon statt, wenn einzelne Gläubige, die geistlich eingeschlafen sind, wieder anfangen, ihre Bibel zu lesen und ein Gebetsleben zu führen, das Gott ehrt. Martyn Lloyd-Jones hat es umfassender definiert: „Sie ist eine Erfahrung im Leben der Gemeinde, wenn der Heilige Geist ein ungewöhnliches Werk tut. Er tut dieses Werk in erster Linie unter den Gliedern der Gemeinde; es ist ein Erwecken der Gläubigen. Du kannst nicht etwas erwecken, was nie Leben hatte, deshalb ist Erweckung per Definition zuallererst eine Belebung und Stärkung und Aufweckung von trägen, schlafenden und beinahe todgeweihten Gemeindegliedern. Sie werden in ein neues und tieferes Bewusstsein der Wahrheiten gebracht, an denen sie zuvor intellektuell festgehalten hatten, ... Sie werden gedemütigt, sie werden von Sünde überführt, sie erschrecken vor sich selbst. Viele von ihnen fühlen, dass sie nie Christen gewesen waren. Dann, als Resultat ihrer Stärkung, beginnen sie zu beten. Neue Kraft kommt in die Predigt und die Wirkung davon ist, dass große Mengen, die zuvor außerhalb der Gemeinde waren, bekehrt und hineingebracht werden. So ist Erweckung in ihrer Hauptsache erstens eine außergewöhnliche Belebung der Gemeinde und zweitens die Bekehrung von Menschen, die bisher außerhalb [der Gemeinde] in Gleichgültigkeit und Sünde gelebt hatten.“ (D. Martin Lloyd-Jones, The Puritans – their origins and successors, The Banner of Truth, 1987) › Aussicht! Kommen wir zum nächsten Glied der Erkenntniskette. Die Augen sind offen, der eigene Zustand ist erkannt, der Hilferuf erfolgt und der Herr hat die Sünden vergeben. Jetzt betet der Psalmist: „Lehre mich deine Ordnungen.“ (V.26c) Er möchte wissen, was Gottes Gedanken hinsichtlich seines Lebens sind. Um die Erkenntnisse dann nicht nur im Kopf abzuspeichern, ist der nächste Schritt nötig: „Lass mich verstehen den Weg deiner Vorschriften.“ (V.27) Wer von Gott erkannt ist, erkennt ihn und will in der Erkenntnis Gottes wachsen. Hierbei ist zu bedenken, dass der Herr selbst uns das Verständnis öffnen muss, damit wir die Lehre von Gottes Ordnungen in rechter Weise verstehen (Lk 24,45; Apg 16,14). Das ist deshalb wichtig, da sich der Glaube nicht auf die Theorie, also auf das Vermitteln von Lehre beschränkt, sondern ein praktisches Leben nach sich ziehen muss, in dem die Theorie zur Entfaltung und Anwendung kommt. Dieser „Weg deiner Vorschriften“ (V.27) ist „der einzig sichere Weg in dieser unsicheren Welt, der einzig gerade Weg in einer verkehrten Welt, der einzig erleuchtete Weg in einer finsteren Welt.“ (B.Peters, Psalmen 107-150; CLV, S.211) Lässt uns der Geist Gottes dann die Inhalte der Bibel erkennen und wir denken darüber nach, was im V.27 mit „sinnen“ wiedergegeben wird, fangen wir an zu staunen und sehen „Wunder“ über „Wunder“ in Gottes Wort (V.27b). Mittlerweile hat sich unsere Seele vom Staub erhoben und wir haben einen neuen Blick nach oben erhalten. Das ist der Blick weg von uns, hin zu unserem Herrn. Es ist der Blick, weg vom Versagen, hin zum Gelingen. Dennoch macht uns der alte Mensch zu schaffen. Das kann sogar so weit gehen, dass wir Kümmernisse erdulden müssen und nachts nicht schlafen können (V.28). Wer, wenn nicht der Christ, der sich in seinem Herzen fest vorgenommen hat, nicht gegen Gott zu sündigen, erleidet oft große Anfechtungen? William Cowper, der zeitlebens durch schwere Trübsale und Depressionen ging, schrieb über diesen Vers, indem er David als Schreiber des Psalms sah: „Es gibt nichts, was einen natürlichen Menschen erfreuen kann, was David nicht besessen hätte. Aber das alles vermag ihn nicht vor der Traurigkeit zu bewahren, wie auch Petrus schreibt (1.Pet 1,6) ... Die Weltkinder sind ja weit von solcher Gemütsstimmung entfernt, wenn sie nur gesund sind und irdisch Geld und Gut besitzen, ... Sie kennen nicht die Mängel im geistlichen Leben und grämen sich nicht darüber. Tot in ihren Sünden fühlen sie nicht, dass sie Leben bedürfen. Alle ihre Sorge ist auf Essen und Trinken und fröhlich sein gerichtet. Das ist ein jämmerliches Dasein, denn im günstigsten Falle sind sie wie Ochsen, die für den Schlächter gemästet werden. Wehe denen, die jetzt lachen, denn sie sollen wehklagen. Selig aber, die jetzt trauern, denn sie sollen getröstet werden.“ (W.Cowper in C.H. Spurgeon, Die Schatzkammer Davids, 4.Band; CLV, S.88) Nach „Belebe mich", „Lehre mich“, „Lass mich verstehen“ und „Richte mich auf“ lesen wir dann in V.29 die fünfte Bitte. Der Schreiber wusste, dass er sich ganz nah an seinen Gott halten musste, um nicht abzugleiten. Trotz der geistlichen Unterweisung und des Verstehens biblischer Wahrheiten müssen wir immer wieder damit rechnen, dass unser Herz geneigt ist, wieder die alten Pfade Richtung Gottesferne einzuschlagen. Deshalb sollte dieses Gebet unser täglicher Begleiter sein. „Halte fern von mir den Weg der Lüge!“ Schnell wird klar, dass wir uns auch hierin nicht selbst helfen können. Das muss Gott tun! Das schaffen wir nicht allein. So, wie wir allein durch Gottes Gnade gerettet wurden ist es auch Gottes Gnade allein, die uns vor dem täglichen Zurückbleiben bewahren muss. Ein Liederdichter hat es so ausgedrückt: „Herr, halte mich nah bei dir jeden Tag, dass ich nicht fallen und abirren mag! Wenn ich in Not oder Anfechtung bin, hilf, dass aus allem ich Gutes gewinn! Gib mir in Schwachheit die Kraft, treu zu sein, in allen Zweifeln den Glauben, der rein! Schenk mir dein Licht, Herr, wo mein Weg verkehrt, und selbst im Dunkel ein Lied, dass dich ehrt!“ Schließlich erfährt der Psalmist eine erneute Gebetserhörung (V.30). Johannes 15,7 sagt: „Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch geschehen.“ Derjenige, in dessen Herz der Wunsch ist, Gott mit seinem Leben zu ehren wird darauf bedacht sein, nach Gottes Regeln zu leben. Er „erwählt den Weg der Treue“ und „stellt“ Gottes „Bestimmungen“ vor sich hin. Dies wiederum gibt ihm den Freimut, mutig um Dinge zu bitten und mit Erhörung zu rechnen. Thomas Watson fügt hinzu: „Ja, erwählt. Die Gottseligkeit ist nicht eine Sache des Zufalls, sondern wohlüberlegter entschiedener Wahl. Haben wir das Für und Wider genau erwogen und dann nach reiflicher Überlegung die Entscheidung getroffen, dass wir Gott zu unserem Teil erwählen, auf jede Gefahr hin? Haben wir uns hingesetzt und die Kosten überschlagen? ... Haben wir uns entschlossen, in der Kraft der Gnade uns zu Christus zu bekennen, wenn man mit Schwertern und Stangen über uns kommt, und mit ihm als Steuermann zu segeln, nicht nur in der Vergnügungsjacht, sondern auch im Kriegsschiff? Wenn ja, dann dürfen wir auch gewiss sein, dass er unser ist. Das nicht nur wir ihn, sondern er uns erwählt hat.“ (ebd. S.89+90) Kurzum: Vers 30 zeigt unsere Verantwortung. C.H. Spurgeon schließt ab: „Die Befehle Gottes müssen als das Ziel vor uns stehen, auf das wir zustreben, das Modell sein, nach dem wir arbeiten und der Weg, auf dem wir gehen.“ (W. MacDonald, Kommentar zum AT, CLV, S.725) › Umsicht! V.31 ist ein unumstößliches Bekenntnis des Schreibers. Er ist fest entschlossen, trotz des Hanges seines Herzens, am Staub zu kleben, an Gottes Wort festzuhalten, komme was da wolle. An dieser Stelle ist ein Blick in den Grundtext äußerst hilfreich für das Verständnis. Benedikt Peters schreibt in seinem Kommentar zu den Psalmen 107-150, dass es wörtlich heißen müsste: „Ich klebe an deinen Zeugnissen.“ Das verwendete Verb ist das gleiche wie in Vers 25. Erst klebte Davids Seele am Staub, nun klebt sie an Gottes Zeugnissen und damit an Gott selbst. So ist die Seele des Schreibers untrennbar, wie mit einem „göttlichen Kleber“ mit Gott verbunden, der allein neues geistliches Leben bewirken kann. Der Mensch, der so mit seinem Herrn lebt, wird „nicht beschämt werden“ (V.31b), denn er geht fortan „den Weg“ von Gottes „Geboten“ (V.32). Möge der Herr unser aller Herzen ganz neu erwecken und uns in ähnliche Erfahrungen bringen, wie sie Jonathan Edwards bezeugen konnte: „Ich hatte damals und auch später größere Wonne an den Heiligen Schriften als an irgendeinem anderen Buch. Oftmals war es mir, als rühre beim Lesen jedes einzelne Wort mein Herz an. Ich fühlte eine Übereinstimmung zwischen etwas in meinem Herzen und jenen kostbaren und machtvollen Worten. Ich sah oft so viel Licht in jedem Satz, den ich las, und empfing dabei so viel Nahrung, dass ich mit dem Weiterlesen kaum vorankam, indem ich immer wieder lange nur einen Satz betrachtete, um die in ihm enthaltenen Wunder zu sehen, und doch war mir nahezu jeder Satz gleich voll von Wundern.“ (B.Peters, George White eld, CLV, S.206)

Nachtext

„Um deines Namens willen, HERR, belebe mich!“ Ps 143,11

Quellenangaben