Zeitschrift-Artikel: Elisa – einer von Gottes Segensträgern Teil 16

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Titel: Elisa – einer von Gottes Segensträgern Teil 16
Typ: Artikel
Autor: Wolfgang Bühne
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Titel

Elisa – einer von Gottes Segensträgern Teil 16

Vortext

Und die Söhne der Propheten sprachen zu Elisa: Sieh doch, der Ort, wo wir vor dir wohnen, ist uns zu eng;  lass uns doch an den Jordan gehen und von dort jeder einen Balken holen und uns dort einen Ort herrichten, um dort zu wohnen. Und er sprach: Geht hin. Und einer sprach: Lass es dir doch gefallen und geh mit deinen Knechten! Und er sprach: Ich will mitgehen. Und er ging mit ihnen; und sie kamen an den Jordan und hieben die Bäume um. Es geschah aber, als einer einen Balken fällte, da fiel das Eisen ins Wasser; und er schrie und sprach: Ach, mein Herr! Und es war geliehen! Und der Mann Gottes sprach: Wohin ist es gefallen? Und er zeigte ihm die Stelle; da schnitt er ein Holz ab und warf es hinein und brachte das Eisen zum Schwimmen. Und er sprach: Hol es dir herauf. Und er streckte seine Hand aus und nahm es. (2Kö 6,1–7)

Text

Das verlorene Eisen Im Leben Elisas stoßen wir immer wieder neu auf buchstäblich merkwürdige Geschichten. Erinnern wir uns: In Kapitel 2 hatten wir die Bedrohung in Jericho vor Augen, die durch totbringendes Wasser entstanden war: Fehlgeburten und Unfruchtbarkeit. Das von Elisa verordnete Heilmittel war in diesem Fall Salz. Er warf das Salz in das Wasser der Quelle und das Wasser wurde „gesund“. In Gilgal (Kap. 4) war zur Zeit der Hungersnot der „Tod im Topf“, ausgelöst durch eine ungenießbare, ungesunde und undefinierbare Mahlzeit mittels eines wilden Krautes. Hier warf Elisa Mehl in den „großen Topf“ und „es war nichts Schlimmes mehr im Topf“. In der Begebenheit, die nun vor uns steht, verliert einer der „Söhne des Propheten“ bei der Arbeit sein Werkzeug aus Eisen, das ins Wasser des Jordan fällt und dort versinkt. Hier wirft Elisa ausgerechnet ein Stück Holz in das Wasser, das erfahrungsgemäß auf dem Wasser schwimmen müsste. Aber man lese und staune: Das Holz scheint zu sinken und das Eisen überwindet die Schwerkraft, taucht auf, kann ergriffen und wieder zur Arbeit verwendet werden. Es sind wunderbare Geschichten, mit wertvollen geistlichen Lektionen für alle, die in der Nachfolge des Herrn stehen und das Wort Gottes lieben. Nur ein Stück Eisen? Der außergewöhnliche und interessante Bericht der Heilung des syrischen Heerführers in einer damals für Israel außenpolitisch delikaten Situation (Kap. 5), ist auch für uns wichtig genug, um ausführlich dokumentiert zu werden. Schließlich wird diese Geschichte sogar im Neuen Testament von unserem Herrn Jesus zitiert. Aber ein verlorenes Werkzeug, das man gelegentlich bei Aldi oder im Baumarkt zum Sonderpreis für 6,95€ kaufen kann – ist das der Aufzeichnung in der Heiligen Schrift wert? Jedenfalls kümmert sich Elisa um beides: Sowohl um den Aussatz Naamans, wie auch um die Axt eines namenlosen „Prophetensohnes“. Und darin ist Elisa ein ergreifendes Vorbild auf unseren „Heiland-Gott“, von dem wir in Psalm 147,4 lesen, „der da zählt die Zahl der Sterne, sie alle nennt mit Namen“ und von dem ein Vers vorher gesagt wird, „der da heilt, die zerbrochenen Herzens sind und ihre Wunden verbindet!“ Es ist der Herr, der 5.000 Männer plus Frauen und Kinder mit fünf Broten und zwei Fischen sättigte, sich aber auch nach seiner Auferstehung um sieben müde, frierende, erfolglose und hungrige Jünger kümmerte. Am Ufer des Sees Genezareth stärkte und ermutigte er sie mit einem wärmenden Feuer, mit Brot und Fisch. Und dieser wunderbare Herr kümmert sich auch um unsere ganz persönlichen großen und kleinen Probleme! In diesen uns nun vorliegenden sieben kurzen Versen finden wir eine Anzahl Szenen und Themen, die uns wichtige Lektionen vermitteln. Wir sehen hier Elisa einerseits als ein Abbild unseres Herrn Jesus, aber auch als Vorbild eines geistlichen Vaters im Umgang mit der jüngeren Generation. Platzprobleme Trotz Verfall und Götzendienst im Volk Israel, in einer Zeit, wo Elia noch geklagt hatte: „Ich allein bin übrig geblieben!“, waren hier so viele junge, gottesfürchtige Männer versammelt, dass es Platzprobleme gab. Heute würde man von enormem „Gemeindewachstum“ sprechen. Hätte man damals diese Leute interviewt und nach dem Geheimnis dieser erfreulichen Entwicklung gefragt, dann wäre die Antwort wahrscheinlich kurz und deutlich ausgefallen: „Der Mann Gottes, Elisa, ist hier!“ Er war der Magnet, der Anziehungspunkt, um den sich damals die Männer so zahlreich scharten, dass es eng im Raum wurde. Heute meint man Gemeindewachstum mit vielen Attraktionen bewirken zu können. Entsprechende Musik, Show, Theater, manchmal sogar das Angebot von Bier und Bratwurst soll die Leute anziehen und die Räume füllen. Man gibt sich große Mühe, ein exzellentes Angebot an Unterhaltung und guter Atmosphäre zu bieten, gibt Unsummen für großartige Beschallung, Belüftung und Bequemlichkeit aus. Aber irgendwann stehen solche Gebäude häufig zum Verkauf oder Versteigerung an, weil der Erfolg bestenfalls kurzfristig ist. A.W. Tozer schrieb einmal provozierend sarkastisch: „Man zeige mir eine Gemeinde, deren einzige Attraktivität Christus ist.“ Und an anderer Stelle: „Wenn wirklich gläubige Menschen sich um einen gegenwärtigen Christus versammeln, ist es so gut wie unmöglich, eine armselige Veranstaltung zu erleben.“1 Wenn man heute liest und sich fragt, wie das möglich ist, dass sich vor etwa 60 Jahren bis zu 700 junge Männer im Alter von 13–18 jeden Sonntag im Essener „Weiglehaus“ versammelten, um – neben einem Rahmenprogramm – vor allem biblische Geschichten zu hören, dann würde Wilhelm Busch, wenn er noch leben würde, etwa so antworten: „Weil es um Jesus Christus geht und jeden Sonntagmorgen nach dem Gottesdienst 120 junge Mit­arbeiter auf den Knien um Gottes Segen beten!“2 Wo Jesus Christus wirklich Mittelpunkt und „einzige Attraktivität“ ist, da werden auch in dieser „Endzeit“ – bei allem sonstigen Verfall – Räume zu eng. Wo Leben ist, ist auch Wachstum. Nicht nur in China, wo – aus unserer Sicht – die zur Zeit größte weltweite Erweckung zu beobachten ist, sondern auch in unseren Breitengraden. Wir erwarten keine globale Erweckung, aber da, wo lokal Herzen für unseren Herrn brennen, wo Gebet gepflegt wird und Gottes Wort Maßstab und Autorität ist, da werden sich Türen und Herzen öffnen und auch Räume gefüllt werden. Natürlich gibt es Ausnahmen. Der Apostel Paulus war am Ende seines Lebens auch ziemlich allein. Aber der oft zitierte Satz „Klein – aber fein!“ darf keine Beruhigungspille für Kleinglauben, Trägheit und Gleichgültigkeit sein! Die Baupläne In unserer Geschichte sind die „Prophetensöhne“ aktiv und motiviert. Sie finden sich nicht mit dem Charm überfüllter Räume ab. Sie wollen nicht den Bestand hüten oder liebgewordene Traditionen pflegen, sondern schauen nach vorne und wagen neue Schritte. Genau das ist ja die Stärke der jungen Generation. Sie haben Mut, Schwung und sind risikofreudig. Aber das Schöne und Ermutigende ist, dass sie nicht in irgendwelchen verschlossenen Hinterzimmern Oppositionspläne schmieden. Sie agieren nicht im Gegensatz zur älteren Generation, sondern suchen Elisas Rat, Erfahrung und Begleitung mit den Worten: „Lass uns doch …“ Von dem Sohn Salomos – dem jungen König Rehabeam – lesen wir, dass er in einer Krisensituation den „Rat der Alten“ verließ und damit eine tragische, folgenschwere Trennung und Reichsteilung im Volk Gottes verursachte. Leider hat dieses schlechte Beispiel bis heute viele Nachahmer gefunden. Der Bauplatz Sie wählten nicht ein naheliegendes Grundstück, sondern schlugen Elisa vor, an den geschichtsträchtigen Jordan zu gehen und dort mit dem Bau zu beginnen. In diesem Fluss wurde der Syrer Naaman getauft. Dort ging vor vielen Jahrhunderten die Bundeslade voran und machte den Weg ins verheißene Land frei. Anschließend wurden dort zwölf Steine als Symbol für das Volk Gottes begraben. Und an diesem Fluss wollten sie arbeiten, bauen und wohnen. Leser, die mit der Typologie der Bibel vertraut sind, werden in dieser Szene ein schönes Bild von einer Arbeit für den Herrn erkennen, die in einer geistlichen Haltung und im Bewusstsein, „mit Christus gestorben zu sein“ (Gal 2,19), praktiziert wird. Die Baugenehmigung Die Reaktion Elisas auf die Vorschläge der aktiven Männer war erstaunlich: „Geht hin!“ Er bremste nicht ihren Eifer, kühlte nicht ihren Mut, warnte nicht vor den lauernden Gefahren, sondern schien sich über ihren Eifer und ihr Vertrauen zu freuen. Wenn wir als Gemeinde in der Vergangenheit und Gegenwart den Befehl des Herrn an die Jünger: „Bittet nun den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter aussende in seine Ernte!“ ernst genommen und befolgt hätten, dann wären nicht so viele bereitwillige und begabte junge Brüder und Schwestern von einem Missionsdienst abgehalten oder ausgebremst worden. Welch ermutigendes Beispiel liefert uns dagegen die Geschichte der Herrnhuter Gemeinde im 18. Jahrhundert, wo in einer Generation über 300 meist junge Geschwister mit den Gebeten und der Fürsorge der Gemeinde in alle Welt gezogen sind und eine Saat gesät haben, die tausendfache Frucht gebracht hat. Eine seltene Bitte „Lass es dir doch gefallen und geh mit deinen Knechten!“ Fast zu schön um wahr zu sein: Junge, tatkräftige Männer, die keinen Alleingang machen wollten, sondern die Zusammenarbeit und Gemeinschaft mit der älteren Generation ausdrücklich suchten. Auf der anderen Seite: Ein älterer, erfahrener Mann Gottes, der sie weder blockierte, noch ihnen ihre Unerfahrenheit in Sachen Gemeindebau unter die Nase rieb. Er war bereit, liebgewordene Tradi­tionen aufzugeben und nicht nur junge Leute loszulassen, sondern auch mitzugehen! Welch eine schöne Illustration von Psalm 133: „Siehe, wie schön und wie lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen … dort hat der Herr den Segen verordnet.“ Ein tragischer Arbeitsunfall Doch die frohe, gemeinsame Arbeit wurde von einem Schrei unterbrochen. Einer der Prophetensöhne hatte sein geliehenes Arbeitsgerät verloren. Während er beim Bäumefällen eifrig sein Beil schwang, löste sich plötzlich das Eisen vom Schaft und fiel klatschend in den Jordan. Wie konnte das passieren? War das Zufall? Hatte er aus Angeberei um seine Muskeln zu zeigen zu wild zugeschlagen? Oder hatte er leichtsinnig gehandelt und sein Werkzeug nicht sorgfältig gewartet? Wir wissen es nicht. Auf jeden Fall hatte er seine Fähigkeit, Bäume zu fällen, verloren. An dieser Stelle wird die Geschichte sehr aktuell für uns: Man kann die Gabe und Fähigkeit zum Dienst verlieren! Er hätte zwar mit dem Holzstiel viel Lärm machen und Aktivität entwickeln und vortäuschen können, aber die effektive Schlagkraft hatte er verloren. Die Lektion liegt auf der Hand: Jeder Bruder und jede Schwester hat von Gott mindestens eine Geistesgabe verliehen bekommen, die man mit dem geliehenen Beil vergleichen kann. Damit bestehen mindesten drei große Gefahren: Ein „Beil“ kann verrosten. Das geschieht, wenn man nicht damit arbeitet. Man kann sein anvertrautes „Talent“ vergraben. Deshalb ermahnt Paulus den jungen Timotheus: „Vernachlässige nicht die Gnadengabe, die in dir ist …“ (1Tim 4,14) Wer Muskeln im normalen Leben nicht trainiert und einsetzt, verliert langsam aber sicher seine Kraft und Effektivität. Genau das kann auch im geistlichen Leben geschehen. Ein „Beil“ kann stumpf werden. Das wäre genau das gegenteilige Problem. Wenn man das Beil nicht sorgsam wartet und die Schneide nicht regelmäßig schärft, wird die Arbeit mühsam und ineffektiv. Mit stumpfen Äxten, Sensen, oder Macheten zu arbeiten bedeutet mehr Kraftanstrengung und ermüdet. Wenn wir vor lauter Dienst für den Herrn die tägliche Stille im Gebet und Bibelstudium vernachlässigen oder einschränken, werden wir die Kraft und Vollmacht für den Dienst verlieren. So wie der Bogen einer Violine oder eines anderen Streichinstrumentes nach jedem Einsatz entspannt werden muss, um neue Spannung aufbauen zu können, brauchen auch wir diese Zeiten der Entspannung. Die Größe und Dringlichkeit des Auftrags darf nicht dazu führen, dass die Zeit der Gemeinschaft mit dem Herrn verkürzt wird. Wenn schon von unserem Herrn in den Evangelien immer wieder berichtet wird, dass er einsame Orte „für sich allein“ aufsuchte, werden wir diese Zeiten noch viel nötiger haben, um für unseren Dienst die nötige Kraft zu bekommen. Ein „Beil“ kann verloren gehen. Genau das geschah. Die Bibel und die Kirchengeschichte sind voll von Beispielen, wie durch Leichtsinn, Übermut, Stolz, Selbstvertrauen und weiterer moralischer Sünden begabte Brüder und Schwestern unbrauchbar für das Werk des Herrn wurden. „Diener Gottes müssen sorgfältig vor dem Herrn wandeln bzw. leben und eine Bestandsaufnahme ihrer ‚Werkzeuge‘ machen, damit sie nicht etwas von all dem verlieren, was sie so dringend brauchen.“3 (Warren W. Wiersbe) Ein Schrei! Wir haben bereits in den vorigen Begebenheiten festgestellt, dass in Elisas Umgebung oft geschrien wurde. Offensichtlich war er ein Mann, bei dem man ehrlich sein Herz ausschütten konnte und sich nicht verstellen oder verstecken musste. Wieviel Kummer und psychosomatische Beschwerden und Krankheiten könnten in unseren Gemeinden vermieden werden, wenn eine solche Atmosphäre der Offenheit unsere Zusammenkünfte und Beziehungen prägen würde. Dann würde es keine schleppenden oder ermüdenden Gebetsversammlungen mehr geben. Aber dieser junge Mann macht nicht nur durch Lärm auf sich aufmerksam, sondern er nennt auch konkret und ohne Umschweife das Kernproblem seiner Not: „Ach mein Herr! Und es war geliehen!“ Die Axt war nicht sein Eigentum, sondern ausgeliehen. Er war dem Geber Rechenschaft schuldig. Auch wir sind nicht die Besitzer einer Geistesgabe, sondern nur Verwalter. Und auch wir werden eines Tages vor dem Richterstuhl Christi (2Kor 5,10) darüber Rechenschaft ablegen, was wir mit den uns anvertrauten Talenten gemacht haben. „Je nachdem jeder eine Gnadengabe empfangen hat, dienet einander damit als gute Verwalter der mannigfaltigen Gnade Gottes.“ (1Petr 4,10) Er schrie zu Elisa – und wie gut, dass der Mann Gottes anwesend und ansprechbar war. Wahrscheinlich war Elisa nicht so sehr darin geübt, Bäume zu fällen – das hat er den jüngeren Männern überlassen. Aber Elisa war begabt und erfahren darin, Verlorenes aufzuspüren. Und das ist die besonders wichtige und dringende Aufgabe der Hirten einer Gemeinde. Ein Musterbeispiel biblischer Seelsorge Elisa brachte nicht sofort nach diesem Bekenntnis das Eisen an die Oberfläche, sondern stellte zuerst gezielt die Frage, an welcher Stelle das Werkzeug verloren ging. Der Prophetensohn musste genau die Stelle zeigen, wo das Unglück passiert war. Welch eine wichtige Lektion können wir hier für die Seelsorge aneinander lernen! Konkrete Fragen sind wichtig, um eine richtige Diagnose zu stellen und dann auch Hilfe anzubieten: „Wo hast du was verloren?“ „Wo liegt die ‚Leiche im Keller‘?“ „Was ist die Ursache deines Problems?“ „Womit hat deine Pornosucht begonnen?“ „Seit wann und warum hast du aufgehört zu beten?“ usw. Diese gezielten Fragen sind für den Betroffenen wichtig, um die Ursache seiner Kraftlosigkeit oder verlorenen Hingabe und Liebe zu erkennen. Unser Herr fragte Petrus drei Mal sogar in Anwesenheit seiner Jünger: „Liebst du mich mehr als diese?“ „Liebst du mich?“ „Hast du mich lieb?“ Diese Fragen waren nötig, um Petrus, der den Herrn verleugnet hatte, die Ursache seiner Sünde bewusst zu machen: Seine Überheblichkeit und sein Selbstvertrauen! Der junge Mann hatte auf die gezielte Frage des Elisa ehrlich und aufrichtig reagiert. Es war sicher ein schmerzlicher Gang zu dem Tatort. Aber er hat nichts beschönigt, verniedlicht oder entschuldigt. „Er zeigte ihm die Stelle.“ Das Heilmittel Nachdem die Schuldfrage geklärt war, konnte Elisa zu dem „Heilmittel“ greifen und es anbringen: Ein Stück Holz, das ins Wasser geworfen wurde! Ein Stück Holz wurde schon damals in Mara von Mose in das bittere Wasser geworfen. Das Wasser wurde süß und das Volk konnte es trinken. (2Mo 15) Doch hier wurde ein Stück Holz in den Jordan geworfen, um Verlorenes zurückzubringen. Und auf Golgatha stand ein „altrauhes“ Kreuz, wo der Gekreuzigte die Bitterkeit des Todes auf sich genommen hat, um Verlorene zurück zum Vater zu bringen. Aber auch, um durch Sünde verlorene Kraft, Freude, Reinheit, und Vollmacht für den Dienst neu schenken zu können. Ermutigung „Hol es dir herauf!“ Mit welch einem beschämten und dankbaren Herzen wird der junge Mann das Beil aus dem Wasser gezogen haben. Aber sicher auch mit einem neuen Verantwortungsbewusstsein für dieses wertvolle Arbeitsgerät. Sicher hat er sich geschworen, nie wieder leichtsinnig mit einer Axt umzugehen. „Unser Gott ist ein Gott der zweiten Chance!“, hat William MacDonald einmal geäußert und dabei an David, Elia, Petrus und Johannes Markus erinnert. Wenn es nicht so wäre, würde sicher keiner von uns noch in der Nachfolge Jesu stehen. Diese Gnade Gottes sollte uns sehr dankbar, demütig und bescheiden machen, um ihm mit neuer Freude zu dienen.

Nachtext

Quellenangaben

A.W. Tozer, Gott liebt keine Kompromisse, Holzgerlingen: Hänssler, 2002, S. 77 Siehe U. Parzany, Im Einsatz für Jesus – Pastor Wilhelm Busch, Meiner­zhagen: CBB, 2017, S. 101–105 Warren W. Wiersbe „Sei anders“, Dillenburg: CV, 2007, S. 61