Zeitschrift-Artikel: Das Endergebnis des Ganzen

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Titel: Das Endergebnis des Ganzen
Typ: Artikel
Autor: Benedikt Peters
Autor (Anmerkung):

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Titel

Das Endergebnis des Ganzen

Vortext

„Das Endergebnis des Ganzen lasst uns hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das ist der ganze Mensch. Denn Gott wird jedes Werk, es sei gut oder böse, in das Gericht über alles Verborgene bringen.“ (Prediger 12,13-14)

Text

Hier fasst Salomo das Endergebnis seiner ganzen „Predigt“ zusammen. Höheres können wir nicht lernen, als Gott zu fürchten. Höheren Lohn kann kein Streben bieten als die Gottesfurcht: „Die Folge der Demut, der Furcht des HERRN, ist Reichtum und Ehre und Leben.“ (Spr 22,4) Das Ende des Buches verweist uns auf die Ewigkeit, nachdem es mit der Zeit, nämlich mit dem Leben unter der Sonne angefangen hatte. Es ist in dieser Welt alles Eitelkeit, ja, allergrößte Eitelkeit. Wir sind aber nicht berufen, ewig in dieser Welt zu sein. Gott hat die Ewigkeit in unsere Herzen gelegt, denn er hat uns für die Ewigkeit geschaffen. Es wird der Tag des Gerichts kommen und mit ihm der Tag der Ewigkeit. Wenn unser Herz mit diesem Tag verwoben ist, werden wir Gott fürchten und seine Gebote halten, und während wir es tun, werden wir feststellen, dass das „der ganze Mensch“ ist. Warum „der ganze Mensch“? Weil er in der Gottesfurcht beides findet: „Die Gottseligkeit aber ist zu allen Dingen nütze, indem sie die Verheißung des Lebens hat, des jetzigen und des zukünftigen“ (1Tim 4,8). Der ganze Mensch, das ist der äußere Mensch, der in dieser Welt lebt, und der innere Mensch, der seufzend aber froh (2Kor 5,4-7) auf die kommende Welt wartet. Er kann mit frohem Mut warten, weil er das kommende Gericht nicht fürchten muss, auch wenn, oder besser: gerade weil er weiß, dass „Gott jedes Werk, es sei gut oder böse, in das Gericht über alles Verborgene bringen“ wird. In der Gottesfurcht finden wir Freude an den guten Gaben des Schöpfers, die er uns täglich gibt, solange unser eitles Erdenleben währt, und in der Gottesfurcht finden wir jene Freude, die nicht von dieser Welt ist: „Welchen ihr, obgleich ihr ihn nicht gesehen habt, liebet; an welchen glaubend, obgleich ihr ihn jetzt nicht sehet, ihr mit unaussprechlicher und verherrlichter Freude frohlocket“ (1Petr 1,8).

Nachtext

Quellenangaben

Aus: Das Buch Prediger – „Sphinx“ der hebräischen Literatur; CV, Dillenburg; (siehe auch die Buchbesprechung auf S. 21)