Zeitschrift-Artikel: Worship bis zum Abwinken Bekenntnisse eines ehemaligen Lobpreisleiters (Dan Lukarini)

Zeitschrift: 100 (zur Zeitschrift)
Titel: Worship bis zum Abwinken Bekenntnisse eines ehemaligen Lobpreisleiters (Dan Lukarini)
Typ: Buchbesprechung
Autor: Dietrich Georg
Autor (Anmerkung):

online gelesen: 87

Titel

Worship bis zum Abwinken Bekenntnisse eines ehemaligen Lobpreisleiters (Dan Lukarini)

Vortext

Text

Mit „Worship“ und „Lobpreis“ verbinden heute viele einen bestimmten Musikstil sowie eine Gruppe von Musikern, die den Gemeindegesang leitet. Das vorliegende Buch vermittelt aus erster Hand Einblicke in diesen Bereich sowie Alternativen zur vielfach gängigen Praxis. „Judy und ich sehnten uns nach einer Anbetungszeit, die echt, lebendig und bedeutungsvoll war“ (S. 18). Nicht nur an dieser Stelle gelingt es dem US- Amerikaner Dan Lukarini, den musikinteressierten oder -engagierten Leser in ansprechender Weise zum Nachdenken anzuregen. Nach seiner Bekehrung erkennt der Autor seine starke Bindung an die Rockmusik als negativ. Die nun folgenden zahlreichen Musik- und Gemeindestationen seines Lebens münden in eine deutliche Abkehr von der „Con- temporary Christian Music“ – so wird im englischsprachigen Raum die überwiegend von Pop und Rock geprägte moderne christliche Musik genannt. Den von ihm als Lobpreisleiter zunächst benutzten Stilrichtungen Softrock, Pop/Rock, Countryrock und leichten Jazzvarianten bescheinigt er aus reichlicher Erfahrung: Sie fördern das „warmherzige und kuschelige Verliebt-in-Gott-Gefühl, das wir schon immer bei der Anbetung haben wollten“ (S. 35). Er plädiert für Gottesdienste ohne Lobpreisband. Neben altbewährten Liedern und Chorälen lässt er jedoch auch Musik aus dem breiten CCM-Spektrum zu, wenn diese biblisch-lehrmäßig wertvolle Texte und schöne Melodien aufweist und man sie von ihrem verrockten Rhythmus und ihrem weltlichen Darbietungsstil befreit hat (S. 12/41). Im Zentrum dieses Buches stehen folgende Themen: Biblische Anbetung, Verführung der Gläubigen, Gemeindespaltungen, Frage nach der moralischen Dimension von Musik. Dabei ist es nicht das Anliegen des Autors, möglichst gründlich vorzugehen, sondern immer an der Praxis orientiert zu bleiben Vermutlich glaubt ihm jedermann, dass es innerhalb eines Lobpreisteams zumindest zu „emotionalem Ehebruch“ kommen kann. Dem Leser werden erprobte Alternativen zur Pop-orientierten Lobpreispraxis geboten: die großartigen Glaubenslieder aus den Gesangbüchern (anstelle der Folienlieder), neuere Lob- und Anbetungslieder (die nicht im CCM-Stil sind), verschiedene Instrumente, ein fröhlicher und gut eingeübter Chor, Solisten mit Livebegleitung (nicht vom Tonband). Abschließend gibt er weitere praktische Tipps und bietet seinen konkreten Rat bei Fragen (per eMail) an. Wie erstrebenswert: ein Gemeindegesang, der zwar lebendig ist und aus alten und neuen Quellen Gutes schöpft, sich aber nicht dominieren und manipulieren lässt durch einen Musikstil, der Weltförmigkeit atmet. Lukarinis Buch liest sich leicht, er polemisiert nicht und er nimmt andersdenkende Christen als Geschwister im Glauben ernst.

Nachtext

Quellenangaben

Betanien, Pb., 126 S., € 5,–