Zeitschrift-Artikel: Passiert – notiert Geschichten, die das Leben schrieb (Peter Hahne)

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Titel: Passiert – notiert Geschichten, die das Leben schrieb (Peter Hahne)
Typ: Buchbesprechung
Autor: Wolfgang Bühne
Autor (Anmerkung):

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Titel

Passiert – notiert Geschichten, die das Leben schrieb (Peter Hahne)

Vortext

Text

Selten habe ich eine Neuerscheinung mit solch einem Wechselbad von innerer Zustimmung und Dankbarkeit und andererseits mit Stirnrunzeln gelesen. Da trifft der geschätzte Autor den Nagel auf dem Kopf, wenn er freimütig das ausspricht, was andere nur hinter vorgehaltener Hand munkeln: „Was früher eine solide Bibelschule für Prediger war, wird dann plötzlich zu einem Universitäts-Abklatsch.“ „Unterwerfung allerorten! Unser Land in geistiger Verkommenheit. Das Schlimmste allerdings das Schweigen der sogenannten Konservativen, die sich in Sitzungen, Papieren, Eckdaten und lauwarmen Stellungsnahmen ergehen, aber wenn’s drauf ankommt, keinen Mumm zeigen.“ „Und wenn es hart auf hart kommt, sing ich lieber ‚Weil ich Jesu Schäflein bin‘, als dass ich mich mit der Dreischichtigkeit des Prophetenbuches Jesaja auseinandersetze.“ „Ich muss mich heute mit Lappalien wie Zigeunerschnitzel und Mohrenköpfe zum Erhalt unserer Muttersprache ohne Gender-Wahn vor denen verantworten, die sich vor 50 Jahren gar nicht erst bei Worten aufgehalten haben. Man schaue sich doch nur einmal die Biografien von Politikern bis hinein in die Spitzenämter an.“ – „Ein frommer Exot ist mir allemal lieber als ein zotiger Spötter.“ – „Die Geschichtsvergessenheit ist es, die wie ein Krebsgeschwür unsere Kultur zerstört.“ – „Zufall ist wirklich nichts anderes als ein Pseudonym Gottes.“ Hahne schießt aus allen Rohren, liebt Klartext, umgeht kein „Fettnäpfchen“ und zielt besonders auf angepasste kirchliche und politische Funktionäre. Vor allem auf solche mit roter oder grüner Färbung! Viele seiner interessanten Begegnungen und Erlebnisse sind mit Humor und auch mit einem Schuss Selbstironie gespickt, wobei er freimütig äußert: „Jede Erzählung eigener Erlebnisse ist ein Stück Selbstdarstellung. Aber es gibt Schlimmeres. Wer nichts erlebt hat, hat auch nichts zu sagen“. Auf der anderen Seite glorifiziert er etwas undifferenziert Persönlichkeiten wie Billy Graham. Man wird aber wieder versöhnt und ermutigt,  wenn man von einem erfolgreichen Fernsehjournalisten zu lesen bekommt: „Bücher haben eine therapeutische Wirkung – damit stehen sie in totalem Gegensatz zum Fernsehen. Sie ermöglichen Nahsicht, lassen uns zur Ruhe kommen und sind die beste Medizin gegen Einsamkeit, Traurigkeit, Lebensmüdigkeit. Fernsehen ist ein Medium zur Zerstreuung, Bücher zur Sammlung der Gedanken.“ „Fernsehen ist flüchtig, die Nahsicht in ein Buch bleibend.“ Das ist wahrlich wahr. Danke!

Nachtext

Quellenangaben

mediaKern, Hardcover, 144 S., € 9,95