Zeitschrift-Artikel: "Mein Herr hat alles für mich gut gemacht"

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Titel: "Mein Herr hat alles für mich gut gemacht"
Typ: Artikel
Autor: William MacDonald
Autor (Anmerkung):

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Titel

"Mein Herr hat alles für mich gut gemacht"

Vortext

In den letzten Jahren haben wir in F÷T immer wieder Aufsätze und Artikel von William MacDonald veröffentlicht, die ein dankbares Echo gefunden haben.
Viele Leser haben gefragt: "Wer ist eigentlich dieser William MacDonald" und konnten mit seinem Namen nur eine Gedankenverbindung zu gewissen Restaurants ziehen.
In einem seiner neuesten, in deutscher Sprache erschienenen Bücher ("Eine Betrachtung über das Buch Prediger", siehe Buchbesprechung), habe ich ein kurzes Zeugnis über seine geistlichen Erfah­rungen mit dem Herrn gefunden, welches ich für so wertvoll halte, daß ich meine, die F+T Leser sollten es auch lesen.

Text

Vieles von dem, was Salomo erreichte, blieb mir verwehrt, aber dennoch kann ich sagen -ich habe die Erfüllung meines Lebens gefun­den. Ich sehe mein Leben nicht als hoffnungs­loses Ende, sondern als endlose Hoffnung. Es wird nicht von Vergänglichkeit bestimmt, sondern von Beständigkeit. Das Leben ist nicht mehr ein Wind, sondern eine beständige Freude an der Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott. Das Leben war gut. "Die Meßschnüre sind mir gefallen auf liebliches , Land; ja, ein schönes Erbteil ist mir geworden" (Ps. 16,6).

Mit Dankbarkeit darf ich feststellen, daß die Güte und Treue des Herrn mich alle Tage meines Lebens geleitet haben und daß mein Kelch überfließt (Ps. 23,5-6).

Ich bin ein zufriedener Mann, d.h. ich habe im Herrn Jesus Christus eine vollkommene und vollständige Erfüllung gefunden. Er tränkte meine durstige Seele und füllte mein hungriges Herz mit lauter guten Dingen (Ps. 107,9).

Nicht, daß ich mißverstanden werde, ich bin nicht zufriedengestellt in dem, was ich selbst bin. Meine eigenen geistlichen Errungenschaf­ten waren immer wieder enttäuschend und mein eigener Dienst für den Herrn unbrauchbar. Aber an Ihm kann ich keine Fehler finden. Alles, wonach mein Herz sich sehnt, finde ich in Ihm. Ich wurde unendlich reich. Zunächst wurde ich ein Kind Gottes und damit Erbe Gottes und Miterbe Christi. Alles ist mein, ich aber bin des Christus, Christus aber ist Gottes (1. Kor. 3,22-23).

Das ist der wahre Reichtum, der Erfüllung bringt. Aber ich bin auch in einer anderen Be­ziehung reich, nicht im Überfluß meines Besit­zes, sondern in der Zufriedenheit mit dem, was ich habe, in der Genügsamkeit.

Wie Hudson Taylor habe ich den Luxus genos­sen, wenig zu besitzen, für das ich sorgen muß.

Ich versuchte, so zu sein, wie der Mann aus Galiläa, der vollkommene Mensch. Diese Frei­heit von Begierden brachte mir eine Zufrie­denheit, die mit Geld nicht zu kaufen ist.

Ich kann Gott nie genug für Sein fürsorgliches Handeln in meinem Leben danken. Ich danke Ihm für die Gabe der Gesundheit. Mehr als einmal rettete Er mich in meiner Kindheit vor dem Tod. Einmal ging es mir so schlecht, daß sich selbst meine Mutter vom Bett abwandte, um den Todeskampf nicht mit ansehen zu müssen.

Dann danke ich Ihm für das Geschenk, sehen zu können. Wenn es nur nach dem Urteil der Ärzte ginge, müßte ich blind sein. Aber Gott tat in Seiner großen Güte das Unmögliche und machte mich fähig, mehr Bücher zu lesen, als es der Durchschnitt aller gut sehenden Men­schen wahrscheinlich tat.

Am meisten aber danke ich Ihm für das Ge­schenk des ewigen Lebens. Gott sandte Seinen geliebten Sohn als meinen Stellvertreter an das Kreuz und gab mir durch den Glauben an Ihn die Vergebung all meiner Schuld. Das werde ich nie verstehen können.

Ich preise Gott für Seine bewahrende Kraft, die mich auf dem Weg der Nachfolge gehalten hat. Seine Güte allein hat mich getragen bei all meiner Schwachheit und in all den Versu­chungen von innen und außen.

Ich werde immer sehr dankbar sein, daß ich einem solch großen Herrn dienen darf. In Ihm habe ich nicht jemanden gefunden, der nimmt, was er nicht hingelegt hat und erntet, wo er nicht gesät hat (Luk. 19,21). Vielmehr fand ich in Ihm einen Meister, Der mitfühlend, geduldig, vergebend und großzügig ist Wie der hebräische Sklave möchte ich sagen: "Ich liebe meinen Herrn . . ich will nicht frei ausgehen." (2. Mo. 21,5).

Ich denke an die wunderbaren Gebetserhörun­gen. Es ist so erstaunlich, daß der große Gott meine Gebete hört und sie auf so herrliche Weise beantwortet. Und das auf eine Art und Weise, die jeden Zufall oder Wahrscheinlichkeit ausschließt.

Auch kann ich all die Schätze nicht vergessen, die ich in der Heiligen Schrift gefunden habe.

Kein Goldsucher in der Zeit des großen Gold­fiebers kann sich mehr über seine gefundenen Gold-Nuggets gefreut haben, als ich über neu entdeckte biblische Wahrheiten.

Dann denke ich auch an die nicht endenwol­lende Güte des Herrn, wie Er mein Leben reich gemacht hat durch die Gemeinschaft und Freundschaft Seiner Familie. "Der aus dem Staub emporhebt den Geringen, aus dem Schmutz den Armen erhöht, um ihn sitzen zu lassen bei Edlen, bei den Edlen Seines Volkes" (Ps. 113,7-8). Ich darf mit einem alten Heili­gen sagen: "Ich verkehrte mit den Edlen der Erde." Welch ein Segen waren die Menschen Gottes für mich!

Heißt das, daß es in meinem Leben kein Leid gab? Natürlich nicht! Auch daran hatte ich meinen Anteil. Aber nichts kam durch Zufall oder schicksalhaft. Alles war zweckdienlich, erziehend und disziplinierend.

Krankheit und Unvermögen stellten sich eben­falls ein. Wie Paulus, betete auch ich dreimal um die Entfernung eines Stachels aus meinem Fleische; aber der Dorn wurde nicht entfernt. Andere Male betete ich um Wiederherstellung von Dingen, von denen ich annahm, daß ein Leben ohne sie unmöglich wäre: Aber sie wurden nicht wiederhergestellt. Es wäre aber Sünde, wenn ich mich beschweren wollte.

Immerwieder kam ich zu der Feststellung, daß Seine Gnade genügt, und daß Seine Wege die besten sind.

Wenn ich mir die Bestandteile meines Lebens selbst aussuchen könnte, so möchte ich sie nicht anders haben, als Er sie für mich ge­plant hat.

Gegen Kritik und Verleugnung war ich nicht immun. Vieles davon war richtig, der Rest gereichte zu Seiner Ehre, zu meinem Besten und hoffentlich zum Segen für andere. Selbst Verrat verhalf mir dazu, Gemeinschaft mit Seinen Leiden zu erhalten, was sonst wahr­scheinlich nie möglich gewesen wäre.

Das Plus-Konto überwog das Minus-Konto bei weitem. Oft denke ich an das Vorrecht, für den Herrn Nordamerika, Europa und Asien bereist zu haben. Wo immer ich auch hinkam, ich traf Kinder Gottes. Das waren Menschen, die ich nie zuvor gekannt hatte; dennoch waren unsere Herzen sogleich in Liebe verbunden. Sie nahmen mich auf wie einen Engel des Herrn, und diese Gemeinschaft der Liebe wird niemals enden. Obwohl ich kein eigenes Zuhause und keine Familie hatte, durfte ich die Realität Seiner Verheißung erfahren, in dem ich hun­dertmal mehr empfangen habe: Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter, Kinder und Land (Mark. 10,30).

Alles, was ich feststellen kann, ist dies:

Es war ein wunderbares Leben. Es gibt keine Aschenbrödel-Geschichte, wie die meine! Ich war mir der Fürsorge des Herrn bewußt, Seiner Bewahrung und Leitung bei jedem Schritt, den ich tat. Ich sah Ihn in den sonderbarsten Le­bensumständen wirken. Gott hat alles zum Gu­ten mitwirken lassen.

So ist nun auch mein Zeugnis, daß alle Seine Wege lieblich sind und alle Seine Pfade voller Frieden (Spr. 3,17). Oft kommt die Frage vor mir auf: "Was möchte ich im Leben noch ha­ben, was ich noch nicht besitze?" Die Antwort ist immer die gleiche: "Nichts!" Mein Herr hat alles für mich gut gemacht.

Was bleibt, ist der Schmerz in meinem Herzen über all die Menschen um mich her, die immer noch leere, vergeudete Leben leben. Ich bin traurig, daß für den größten Teil der Mensch­heit die Summe aller Furcht und Hoffnung nichts als Träume sind - leere Träume.

Lassen Sie ,sich rufen zu einem sinner füllten Leben in der Gemeinschaft mit dem lebendi­gen Gott, durch Seinen Sohn Jesus Christus!


Nachtext


Gebet


Wir können Deine Güte nicht erfassen,
die Du uns, Vater, immer wieder zeigst,
die Liebe, mit der Du Dich zu uns neigst,
mit der wir stets uns neu beschenken lassen.


Wir haben keinen Anspruch zu vertreten,
vor Dir sind wir wie Bettler, das ist wahr.
Aus Gnade reichst Du, was Du gibst, uns dar
und mehr und Bess'res, als wir je erbeten.


Und wenn Du einmal etwas wolltest senden,
das uns als eine Züchtigung erscheint,
so ist es dennoch von Dir wohlgemeint
und uns zum Heil. Wir sind in guten Händen.
                                                           Walter Rose

Quellenangaben

(Mit freundlicher Genehmigung aus "Haschen nach Wind" - Eine Betrachtung des Buches Prediger, Christl. Ver­lagsges. Dillenburg.)