Zeitschrift-Artikel: Aus der Finsternis zum Licht

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Titel: Aus der Finsternis zum Licht
Typ: Artikel
Autor: Salvatore Gargiulo
Autor (Anmerkung):

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Titel

Aus der Finsternis zum Licht

Vortext

Die Bekehrung eines katholischen Priesters

Text

Aus der Finsternis zum Licht



Mein Name ist Salvatore Gargiulo. Im Jahre 1977 habe ich mich durch die Kraft des Evangeliums zu dem Herrn Jesus Christus be­kehrt, und jetzt diene ich dem Herrn in mei­nem irdischen Vaterland Italien. Meine Bekeh­rung ist ganz allmählich, im Laufe vieler Jahre herangereift; sie ist eines der großen Wunder, die Gott heute noch wirkt.

1951, im Alter von 23 Jahren, trat ich in das Priesteramt ein. Ich hatte den festen Vorsatz, mein Leben lang ein ergebener Sohn des Pap­stes zu sein; denn in ihm sah ich den Vertreter Jesu Christi. Ebenso war ich auch ein über­zeugter Verbreiter und Verfechter des Marienkults, da ich auf Grund der Lehre meiner Re­ligion die "Mutter Gottes" als die Segensspen­derin und den Weg zu Jesus ansah: "Ad Jesum per Mariam."

Daß die einzig seligmachende und von Jesus eingesetzte Kirche die römisch-katholische sei, davon war ich fest überzeugt. In meinem reli­giösen Fanatismus, der sich treu an alle Vor­schriften des "Codex Juris Canonici", den Ko­dex der katholischen Kirchengesetze, hielt, ließ ich eines Tages auch eine "protestantische" Bibel verbrennen.

In den sechziger Jahren hörte ich an einem frühen Morgen eine Stimme aus Radio Lu­xemburg, welche eine Evangelisationsansprache in deutscher Sprache übertrug. Da ich gerade Deutsch studierte, war mein Interesse ge­weckt, so daß ich regelmäßig diese Sendung hörte. Jede Botschaft endete mit dem leiden­schaftlichen Ausruf: "Gerade du brauchst Je­sus!"

Es war die Stimme von Werner Heukelbach. Dieser Evangelist war für mich damals nur ein Vertreter einer Sekte; also ein Häretiker. Trotzdem konnte ich nicht umhin, weiter dieser Stimme zu lauschen. Sein steter Schlußruf: "Gerade du brauchst Jesus!" fesselte mich.

Ich erfaßte, daß mir Jesus wahrhaft fehlte und daß hier der Grund meiner Unzufriedenheit war. Außerdem hatte ich schreckliche Angst vor dem Tod und dem Gericht Gottes. Meine Religion spornte mich an, die mir verordneten Werke zu tun (Messe, Sakramente, Brevier und Rosenk­ranz, Verpflichtungen und Werke der Demüti­gung usw.), aber trotz allem hatte ich das fe­ste und erschreckende Gefühl, verloren zu sein. Auch meine Doktorprüfung in der Theologie änderte nichts an meiner völligen Unwissenheit über die einfache, tiefe Freude, die in der Rettung aus Gnade gegründet ist:
"Denn durch die Gnade seid ihr errettet, mit­tels des Glaubens; und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es nicht aus Werken, auf daß niemand sich rühme" (Eph. 2,8-9)

Dann wurde Werner Heukelbach in seine himm­lische Heimat abgerufen. Hier auf Erden erfuhr er wohl nie, daß er zur Bekehrung eines Prie­sters beigetragen hat. Gott, der Herr, wollte sich noch anderer "Werkzeuge" bedienen, um mich zur Rettung zu führen. Mein verfinsterter Geist öffnete sich nur sehr langsam und schwer dem Licht des Evangeliums. Endlich, 1977, nach jahrelangem Herumtasten, wie der Blindgebo­rene aus dem Johannes-Evangelium Kapitel 9, konnte ich mich vor dem Herrn Jesus, Dem Anfänger und Vollender des Glaubens (Hebr. 12,2), auf die Knie werfen.

Wenn ich an meine langen "Priesterjahre" zu­rückdenke, in denen ich die Wahrheit nicht kannte und "andere verführte und selbst ver­führt wurde" (2. Tim. 3,13), hüpft mein Herz vor Freude über meine Erlösung, und ich sage mit Freuden Dank dem Vater, Der mich er­rettet hat aus der Gewalt der Finsternis und mich versetzt hat in das Reich des Sohnes Seiner Liebe" (Kol. 1,12-13). Seine Führung ist wunderbar!

Ich weiß nicht, warum Gottes Gnad'
mir je ward' offenbar,
noch warum ich erlöset bin,
der ich ein Sünder war.
Doch ich weiß jetzt an wen ich glaube,
und Seiner Hand kann mich nichts entreißen,
mein Erbteil wird Er mir wahren,
auf den Tag, da Er erscheint.

Viele denken, daß sich die Zeiten geändert haben, und daß es jetzt möglich ist, mit der Kirche von Rom zu kollaborieren, um die "Einheit aller Christen" zu erlangen. Teufli­scher Betrug! Die Lehre der römischen Kirche hat sich um kein Haar geändert und die Ver­einigung mit Rom wird im Sinne Roms erfol­gen. Darum:

"Seid nicht in einem ungleichen Joche mit Un­gläubigen. Denn welche Genossenschaft hat Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? oder welche Gemeinschaft Licht mit Finsternis? . Darum gehet aus ihrer Mitte aus und sondert euch ab, spricht der Herr, und rühret Unreines nicht an, und ich werde euch aufnehmen; und ich werde euch zum Vater sein, und ihr werdet mir zu Söhnen und Töchtern sein, spricht der Herr, der Allmächtige" (2. Kor. 6,14-18). 

Nachtext

Quellenangaben