Zeitschrift-Artikel: Trachtet zuerst...

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Titel: Trachtet zuerst...
Typ: Artikel
Autor: William MacDonald
Autor (Anmerkung):

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Titel

Trachtet zuerst...

Vortext

Kurze Betrachtungen für junge Menschen

Text

Leben


Ein Leben ohne den Herrn Jesus Christus ist eine schmerzliche Leere. Es ist wie eine nicht beantwortete Frage, ein nicht gelöschter Durst, ein nicht gestillter Hunger.

Trotz seiner vergänglichen Freuden ist solch ein Leben eine Orgie der Enttäuschungen, der ver­eitelten Hoffnungen und der Verzweiflung. Ohne Christus ist der Weg einsam. Der Kampf hört nicht auf, und Frieden ist eine Fata Morgana. Die Last ist erdrückend. Ruhe gibt es nicht.

Ein Leben ohne den Herrn Jesus ist ein Leben ohne Licht, ein Leben ohne Ausrichtung, ein Leben ohne Sinn. Wer ohne Christus lebt, kann für diese Zeit nichts gewinnen, aber alles für die Ewigkeit verlieren. Der Tod und das Grab sind ein stets gegenwärtiger Schrecken. Ein Leben ohne Christus ist Blindheit, Schwach­heit, Hoffnungslosigkeit und Wahnsinn. Es ist Sünde, Tod und Gericht. Wenn wir Jesus aus unserem Leben ausklammern, so klammern wir damit Liebe, Gnade, Wahrheit und alles andere aus, was ein Leben lebenswert macht.

Aber ein Leben mit Christus ist wirkliches Leben. ER ist die Antwort auf jede Frage, die ein Mensch stellen kann, die Antwort auf jedes sehnsüchtige Verlangen des Herzens und die Antwort auf jedes Bedürfnis des Geistes. ER ist die Quelle jeder wahren Freude. ER ist der Einzige, auf Den wir unsere Hoffnung setzen können, ohne Angst vor Enttäuschung - der Einzige, Dessen wir uns rühmen können, ohne Furcht vor Ernüchterung, und der Einzige, auf Den wir vertrauen können, ohne verzweifeln zu müssen.

Der Herr Jesus ist der ideale Wegbegleiter, Einer, Der mehr zu uns hält als unser eigener Bruder. Durch Ihn findet die verstörte Seele Frieden mit Gott. ER nimmt die Last der Schuld und schenkt die vollkommene Ruhe_ ER ist Licht - wir müssen nicht straucheln. ER ist der Weg und die Wahrheit - wir brauchen nicht umherzuirren. ER ist das Leben - wir brauchen nicht zugrunde zu gehen. ER allein gibt dem Leben einen Sinn und schenkt eine frohe Er­wartung für das Leben nach dem Tod. Christus ist Liebe. ER ist Weisheit. ER ist die Hoff­nung. ER ist Stärke. ER ist ein wunderbarer Heiland, der Erlöser der Menschheit, ein gro­ßer König. Wahrhaftig, ER ist alles in allem.

Ist ER dein?
ER sollte es sein.
ER starb für dich am Kreuz von Golgatha.

Ist ER dein?
ER kann es werden.
ER klopft an deiner Herzenstür und sucht Einlaß.

Ist ER dein?
ER wird es sein -
genau dann, wenn du Ihn zu deinem ein und alles machst

Dann und nur dann kannst du die tiefe blei­bende Befriedigung erfahren, mit der man sa­gen kann: "Ich habe ja Christus! Was brauche ich noch?"

Du gibst das Leben, das sich wirklich lohnt.
Für dies Versprechen hast Du Dich nicht ver­schont,
und Du gibst nicht nur ein wenig
Herr, die Fülle ist bei Dir ‑
Du, das Leben - gibst das Leben, das sich lohnt.

"Dies aber ist das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesum Christum, erkennen" (Joh. 17,3).



Völlige Hingabe


Jeder, der mit dem Retter der Welt in Berüh­rung kommt, muß früher oder später erkennen, daß es beim Christsein um alles oder nichts geht. Unser Herr kann niemals mit nur einem Teilbereich unseres Lebens zufriedengestellt werden. Halbherzige Ergebenheit und geteilte Treue kann und darf es hier nicht geben. Entweder verdient Er alles oder aber nichts.

Wenn wir einmal gründlich über die Konse­quenzen der Lehre Jesu Christi nachdenken, dann werden wir immer mehr erkennen, daß echtes Christsein im neutestamentlichen Sinn in den Augen der Welt extrem, fanatisch und weltfremd sein muß. Wenn wir Christen es uns leisten können, bequem, selbstzufrieden und konformistisch mit unserer Umwelt zu leben, dann haben wir offensichtlich nie erfaßt, was die nicht zu umgehenden Ansprüche unseres Herrn und Meisters sind.

Ist der Herr Jesus für uns gestorben? Wir glauben, daß Er es tat. Dann müssen wir aber auch glauben, daß wir künftig Ihm und nicht uns selbst gehören. Er ist nicht gestorben, um uns für ein engherziges, selbstsüchtiges Leben des Genusses zu erretten. Er starb, damit wir für Ihn und vor Ihm leben sollen. Erkennen wir, daß Christus für uns starb, dann gibt es darauf nur eine einzige Antwort - die völlige Hingabe an Ihn.

Sind diejenigen, die ohne Christus sterben, für immer und ewig verloren? Wir sagen, daß wir es glauben, aber wir können es nicht aufrichtig glauben, ohne dabei die damit verbundene Verantwortung wahrzunehmen. Die Annahme der Wahrheit ist für uns verbindlich. Wir ver­pflichten uns, unsere Zeit, unsere Begabungen und unseren Reichtum für die dringliche Auf­gabe einzusetzen, unsere Mitmenschen vor dem Rachen der ewigen Hölle zu retten, bevor es zu spät ist.

Glauben wir, daß die Bibel das Wort Gottes ist? Die meisten von uns würden die göttliche Inspiration der Heiligen Schrift bis aufs Blut verteidigen, und doch treiben wir durchs Leben und beschäftigen uns mit tausenderlei anderen Dingen, ohne uns je einmal daranzumachen, fleißig und systematisch die Schrift zu erfor­schen. Wir stimmen alle darin überein, daß es eine Goldmine ist, aber irgendwie gehen wir diesem Gold nicht in der Art nach, wie wir anderen Dingen nachgehen.

Glauben wir, daß wir Botschafter Christi sind? Das ist eine grundlegende Wahrheit. Und doch handeln wir so, als seien wir von der Würde und dem Lohn einer solchen Berufung nicht beeindruckt. Viele andere eifern um unseren Dienst, und leider stellen wir die Arbeit für unseren Herrn vom ersten auf einen weniger wichtigen Platz zurück.

Christus fordert alles. Die Wahrheit fordert den ganzen Menschen. Satan und die Welt geben sich mit weniger zufrieden, aber der Herr Je­sus hat jede Berechtigung, eine völlige Hingabe zu erwarten.

Überlegen wir das einmal ganz nüchtern, dann sind wir gezwungen, Henry Drummond recht zu geben, als er schrieb:

"Vor allem laß die Finger vom Christsein, bevor du nicht gewillt bist, zuerst nach Seinem Reich zu trachten. Ich verheiße dir ein erbärmliches Dasein, wenn du es an zweiter Stelle suchst."



Dienst


Wir sind in menschlicher Gestalt zur Welt ge­kommen; wir wurden aus dem Staub der Erde gemacht. Nicht zufrieden damit, ein Niemand zu bleiben, sind wir bestrebt, ein Jemand zu werden.

Von Geburt haben wir kein Ansehen, aber schon bald beginnen wir damit, uns einen Namen zu machen. Wir hungern geradezu nach Anerkennung und lechzen nach Beifall.

Wir halten es für unter unserer Würde, ein Diener zu sein. Wir kamen in die Welt, um uns bedienen zu lassen und nicht, um zu dienen. Also kämpfen wir uns die gesellschaftliche Leiter hoch, bis wir Chefs, Direktoren, Vorge­setzte oder Beamte sind. Selbst in der christ­lichen Arbeit wollen die meisten von uns lei­tende Positionen innehaben; wenige wollen die niedrige Arbeit tun - von Haus zu Haus gehen und evangelisieren, Straßenversammlungen ab­halten und persönlich Zeugnis geben.

Obwohl wir als Menschen geschaffen wurden, wollen wir Halbgötter sein, und deshalb drängen wir rücksichtslos jeden an die Seite, der sich unserem persönlichen Starkult widersetzt.
Obwohl wir als Menschen erfunden werden, erhöhen wir uns selbst. Wir setzen den Willen Gottes für uns gleich mit Vermögen, Bequem­lichkeit und Sicherheit. Es kommt uns nie in den Sinn, Gott könnte jemals von uns verlangen, daß wir freiwillig auf unseren gegenwärtigen Lebensstandard verzichten, damit andere zum Herrn finden können. Wir können uns nicht vorstellen, daß uns der Herr auf irgendein un­bekanntes, einsames und unangenehmes Ar­beitsfeld führen könnte. Wir sind tief davon überzeugt, daß für das Volk Gottes nichts gut genug ist, und dieser Glaube beeinflußt all un­sere Handlungen.

Man kann uns nicht gerade als gehorsam bis zum Tod bezeichnen. Eigentlich ist uns unser Leben nämlich recht lieb. Wir wollen den Teu­fel mit dem Blut des Lammes und durch das Wort unseres Zeugnisses besiegen, aber wir lieben unser Leben viel zu sehr, um unser Zeugnis mit dem Tod zu besiegeln. Der Selbsterhaltungstrieb ist stärker als alle an­deren Erwägungen.

Und was nun den Tod am Kreuz betrifft, so scheint es ja ganz einsichtig, daß der Herr Jesus uns diesen Weg bestimmt hat, aber ir­gendwie gelingt es uns nur schlecht, diese Tatsache in unser Leben einzubauen. Und le­ben müssen wir ja, nicht wahr? Wir haben es gelernt, mit der Welt zu leben, ohne deren Haß auf uns zu ziehen. Es ist ganz angenehm, als Christ in der Gemeinde hervorzustechen. Wir sind der Meinung, jeder müsse sich selbst verleugnen und das Kreuz auf sich nehmen, aber das Kreuz kann doch einfach nicht be­deuten, daß so etwas wie Leid oder Opfer da­mit verbunden ist?!

Für Menschen wie du und ich schrieb Paulus folgendes:

"Denn diese Gesinnung sei in euch, die auch in Christo Jesu war, welcher, da er in Gestalt Gottes war, es nicht für einen Raub achtete, Gott gleich zu sein, sondern sich selbst zu nichts machte und Knechtsgestalt annahm, indem er in Gleichheit der Menschen gewor­den ist, und, in seiner Gestalt wie ein Mensch erfunden, sich selbst erniedrigte, indem er ge­horsam ward bis zum Tode, ja, zum Tode am Kreuze" (Phil. 2,5-9).

Nachtext

Quellenangaben