Zeitschrift-Artikel: "Gelebt" - und was dann?

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Titel: "Gelebt" - und was dann?
Typ: Artikel
Autor: Gerhard Wilhelm
Autor (Anmerkung):

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Titel

"Gelebt" - und was dann?

Vortext

Text

EDITH WEBSTER (60), amerikanische Schau­spielerin, ist auf der Bühne in Baltimore gestorben, als sie sich im Schlußakt des Musicals "The Drunkard" tot zu stellen hatte_ Sie hatte gerade ihren Großmutter­part "Don 't talk about me when I 'm gone." ("Sprich nicht mehr über m ich, wenn ich nicht mehr bin.") abgesungen, als sie einem Herzanfall erlag. Während das Publikum großzügig Applaus spendete, wurde den Kollegen klar, daß Edith Websters Tod "echt" war.


Die obenstehende Notiz erschien in der West­deutschen Allgemeinen Zeitung im November ´86.

Diese Begebenheit erinnerte mich an ein Er­lebnis, das ich vor einigen Jahren auf einer Geschäftsreise in Süddeutschland hatte.

In der Nähe von Heilbronn übernachtete ich in einem kleinen Hotel. Die Inhaberin desselben zeigte mir freundlich mein Zimmer und übergab mir die Schlüssel. Sie erklärte dabei, daß sie für eine Zeit aus dem Haus müsse; ich selbst hatte am Abend auch eine Verabredung mit einem Geschäftspartner. Leider vergaß ich der Frau zu sagen, daß ich vorhatte, schon am an­deren Morgen um sieben Uhr abzureisen.

Als ich das Haus verlassen wollte, war sie nicht mehr da. Ich wollte ihr nun schriftlich eine Nachricht hinterlassen, hatte aber keinen Notizzettel, sondern nur ein Traktat in der Tasche mit dem Titel: "Lachen, Heiterkeit und was dann?". So schrieb ich ihr mein An­liegen auf dieses Traktat und befestigte es am Schlüsselbrett.

Am anderen Morgen stand ich früh auf. Die Frau war bereits in der Küche, bediente mich freundlich und wir kamen ins Gespräch.

Mir fiel auf, daß sie schwarz gekleidet war. Ich sprach sie darauf an und wies sie auf den Ernst der Ewigkeit hin, und plötzlich sprudelte es aus der Frau heraus: "Woher haben sie das gewußt, ich meine das mit dem Zettel"?

Ich fragte: "Was meinen Sie denn mit dem Zettel?"

"Ja, auf den Sie die Notiz geschrieben haben; da war doch eine Geschichte und die traf ganz genau auf meinen Mann zu, der vor vier Wochen gestorben ist".

Und dann erinnerte ich mich an den Inhalt der Geschichte: in einem Zirkus traten zwei Clowns auf, machten ihre Späße und die Be­sucher lachten begeistert. Dann spielten sie den sterbenden Clown. Der eine Clown betrauerte seinen Freund und beweinte ihn. Das Publikum lachte weiter, bis sich die Szene plötzlich än­derte. Der Clown schüttelte seinen Freund, schrie plötzlich laut auf: "Er ist tot, er ist tot!" Zuerst lachte das Publikum immer noch, bis sich lähmendes Entsetzen ausbreitete, denn man erkannte, daß der Clown wirklich tot war!

Die Frau erzählte dann: "Wissen Sie, genau so war es mit meinem Mann. Mein Mann war ganz lebenslustig. Er gönnte sich alles, was schön war im Leben. Unsere Ehe war nicht immer so, wie sie hätte sein sollen. Mein Mann wurde auch Präsident im Karnevalsverein und dann passierte es. Unter lautem Klatschen und Ge­sang ging er auf die Bühne und sollte in die "Bütt" steigen, um eine Karnevalsrede zu halten. Da brach er auf der Bühne tot zu­sammen."

Die Frau wischte sich die Tränen, und dann brach es heraus: "Können Sie mir sagen, was mit meinem Mann jetzt ist?".

Und da mußte ich ihr den ganzen Ernst vom Kreuz von Golgatha sagen, wie da Einer hing, im Gericht für unsere Schuld. "Für jede Sünde, die wir getan haben, wurde Er von Gott ge­schlagen, Jesus Christus, Der mein Herr ist. Alle, die an Ihn glauben, gehen nicht verloren ewiglich, alle, die ihre Sünden bekannt haben."

Wieder unterbrach sie mich: "Ja, dann ist mein Mann wohl ewig verloren!"

Ich konnte ihr nur sagen: "Liebe Frau, das letzte Urteil spricht Gott; aber der Herr Jesus Christus hat gesagt: "Ihr müsset von neuem geboren werden." Wenn wir eines Tages als Sünder vor Gott hintreten müssen, weil wir niemals in diesem Leben mit unseren Sünden zu dem Herrn Jesus Christus gekommen sind und bekannt haben: "Herr, hier bin ich; ich bin schuldig, ich bin verloren, bitte vergib mir!", dann gibt es nur ein furchtvolles Er­warten des ewigen Gerichts. Aber das will Gott ja nicht, und das will Gott ganz besonders nicht für Sie. Deswegen hat er uns zusam­mengeführt. Das ist Gottes Angebot an Sie ganz persönlich. Sagen Sie, haben Sie eine Bibel?"

Nein, sie hatte keine. Sie war katholisch. "Zu­fällig" hatte ich einige Bibeln bei mir. Dankbar nahm sie eine Bibel an und fragte mich mehr­fach: "Darf ich die wirklich behalten? Warum machen Sie das denn, kann ich Ihnen nicht Geld dafür geben?" Und dann durfte ich ihr noch einmal Zeugnis davon geben, daß Gott auch mir Seine Gnade in dem Herrn Jesus umsonst gegeben hat, und daß diese Gnade auch umsonst für sie sein soll. "Bitte, gehen Sie noch heute mit der Schuld Ihres Lebens zu dem Herrn Jesus und Sie werden ewig gerettet sein" -

Für uns alle gilt 2. Tim. 4,2: "Predige das Wort, halte darauf, in gelegener und ungele­gener Zeit."

Wenn der Herr Jesus Christus unser Leben mehr erfüllt, dann fällt es auch nicht schwer, die gute Botschaft weiterzusagen und im persön­lichen Leben ein Zeugnis zu sein.

Vielleicht denkst Du, mein Leben ist einfach nicht so in Ordnung, daß ich das kann. Nun, wer kann schon sagen, daß sein Leben ganz in Ordnung ist. Das Wunderbare ist, daß der Herr Jesus den Kranken als der große Arzt begegnet, Sünder zur Buße ruft, und dazu will Er in Sei­ner Gnade fehlerhafte Menschen gebrauchen, um Seine Zeugen zu sein - Dich und mich!

Nachtext

Quellenangaben