Zeitschrift-Artikel: Der Dienst der Söhne Levis (1.Folge)

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Titel: Der Dienst der Söhne Levis (1.Folge)
Typ: Artikel
Autor: F.W. Grant
Autor (Anmerkung):

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Titel

Der Dienst der Söhne Levis (1.Folge)

Vortext

Text

Der Dienst der Kehathiter
(4, Mo. 4, 4-20)



Laßt uns nun zuerst Kehath betrachten.

Die Bundeslade, der Schaubrottisch, der sieben­armige Leuchter sowie der goldene und eherne Altar mit ihren entsprechenden Überhängen waren seiner Obhut anvertraut.

Die Bundeslade war der Thron Gottes in Israel, und durch das auf den Sühnedeckel gesprengte Blut war dieser, zumindest vorbildlich, ein Thron der Gnade. Die beiden Materialien aus denen die Lade hergestellt war, Akazienholz und Gold, stellen symbolisch den Herrn dar, denn nur durch Ihn konnte Gott inmitten Seines Volkes wohnen. Auch in der Decke, welche die Lade verhüllte, sehen wir die Menschheit oder das "Fleisch" Christi (Hebr. 10,20). Über diese Decke wurde noch ein Dachs- oder Seekuhfell gelegt, welches die undurchdringliche Heiligkeit, die allen äußeren Einflüssen widersteht, vorzu­bilden scheint. Über diesem allen lag dann noch ein Tuch aus blauem Purpur, welches den himmlischen Charakter hervorhebt.

Das Gold nun, mit dem die Lade aus Akazien-holz überzogen war, zeigt uns Christus in der Herrlichkeit, wie Er die Regierung Gottes Sei­nem Volk gegenüber in Gnade, aber auch in unveränderlicher Heiligkeit aufrechterhält. In­dem sie die Lade an erster Stelle trugen, ver­kündeten die Söhne Kehaths ihren Meister: den Heiland-Gott, Der so tief herniederkam und
wieder hinaufstieg nach vollbrachtem Werk, durch das Er nicht nur unsere Sünden, sondern auch die Feindschaft aus unseren Herzen hinwegtat. Er brachte uns zurück zu einem Ge­horsam aus Heiligkeit und Liebe.

Als nächstes kam der Schaubrottisch, welcher aus demselben Material bestand wie die Bun­deslade. Dieser wurde mit einem blauen Tuch bedeckt. Darauf kam das beständige Brot, zwölf Brotlaibe, welche die zwölf Stämme Is­raels repräsentieren und darüber wurde be­zeichnenderweise ein Tuch aus Karmesin gelegt. Das alles wurde wieder mit einem Dachsfell bedeckt. Wiederum sehen wir Christus, Der Sein Volk vor Gott vertritt; ein Volk, welches die Frucht Seines Todes und Seiner Auferste­hung ist, eine Darstellung des Wertes Seines Blutes auf dem Kreuz, wo Er - "ein Wurm und kein Mann" - die Heiligkeit Gottes un­mittelbar auf dem Platz der Sünde proklamier­te. (Anmerkung: Die Brote waren in erster Li­nie für Gott, obwohl der Priester hinterher davon aß. Sie sind die Frucht des "Weizen­korns", das in die Erde fallen und sterben mußte, um nicht allein zu bleiben. Aber weil es starb, brachte es viel Frucht.)

Scharlach oder Karmesin ist ursprünglich der Name eines Insektes, aus dem damals die Farbe gewonnen wurde. Es ist dasselbe Wort wie in Ps. 22,7, wo die Leiden auf dem Kreuz gesehen werden.

Man möge mir verzeihen, wenn ich so schnell über das hinweggehe, was von so unendlicher Schönheit und auch Bedeutung für uns ist. Mein Leser wird gut daran tun, weiter darüber nachzudenken.

Diese Heiligkeit, die in den Dachsfellen gese­hen wird, hüllt alles ein und wird auf alles angewandt. So wird in der Bundeslade und in dem Schaubrottisch Christus gesehen, sowohl für Gott, als auch für Sein Volk. Der dritte Gegenstand, den wir betrachten wollen, zeigt uns immer noch Christus, gleichsam in dem Heiligtum des Himmels, als den Lichtträger für die Seinen. Er ist Derjenige, Der die Fülle des Geistes hat, aus Dessen Angesicht das Licht der ungetrübten Herrlichkeit Gottes strahlt und in dessen Licht wir allein das Licht sehen können.

Dann folgen die beiden Altäre, und auch diese zeigen uns Christus. Der erste ist der goldene Altar, von dem der Weihrauchduft aufstieg zu Gott. Das ist ein doppeltes Bild von dem, Der sowohl Altar als auch Weihrauch ist. Durch Ihn nahen wir Gott als Anbeter. In dem Wohlgeruch dessen, was Er ist, werden unsere Gebete und unser Lob angenommen.

Der eherne Altar ist hier der einzige Gegen­stand, zu dem wir aus dem himmlischen Hei­ligtum hinausgehen. Jeder Gläubige wird ver­stehen, warum dieser verbunden ist mit dem, was himmlisch ist. Das Kupfer, welches hier das Gold des Heiligtums ersetzt, ist das Bild
von ausdauernder Kraft, einfach zu verstehen als das Ergebnis dessen, was Er war: ebenso Sohn Gottes, wie Sohn des Menschen - so wie das Kupfer des Altars das Akazienholz überla­gerte. Die Asche wurde von dem Altar ge­nommen und er wurde in eine Purpurdecke eingehüllt. Und noch einmal ist über diesem die zuverlässige Bedeckung der Dachsfelle.

So haben wir in dem Dienst der Kehathiter ständig Christus in der Herrlichkeit vor uns:

- Für Gott ist Er der Thron der Gnade, dar­gestellt in der Bundeslade;
- Den Menschen gibt Er Seinen eigenen Platz vor Gott, wie er in dem Tisch der Schau­brote gesehen wird;
- Er ist die Lampe des Heiligtums - allein in Seinem Licht sehen wir das Licht;
- Er ist Derjenige, durch Den unser Gebet und unser Lob zu Gott aufsteigen.

Doch immer noch, obwohl Er regiert, ist Er Der, Der auf dem Kreuz gelitten hat.

Kehath hat sozusagen seinen Blick auf den Himmel gerichtet und auf Den, Der sich dort gesetzt hat. Er kennt besonders die objektive Wahrheit. Er ist aufnahmebereit und deshalb habe ich ihn verbunden mit dem besprengten Ohr des Priesters. Ich meine nicht, daß er nicht praktisch ist, denn gerade dies ist von größter Wichtigkeit für das praktische Leben:

- Gott, gekannt in Gnade, ist nun wirklich sein Gott, er ist versöhnt worden.
- Seine Stellung ist in Christus und er ist eine neue Schöpfung.
- Das wahre Licht leuchtet und macht den Charakter aller Dinge offenbar.
- Er ist ein Anbeter und der Vater hört ihn.
- Und der Gekrönte ist der Gekreuzigte: der Weg zur Herrlichkeit geht über das Kreuz.

Was würden wir ohne diese Dinge in der Praxis tun? Doch ich möchte noch einmal betonen, daß es im wesentlichen objektive Wahrheiten sind: sie richten das Auge auf alles, nur nicht auf uns selbst. Unsere erste Lektion hier ist Christus, auferstanden und verherrlicht und doch in Seinem Herzen immer noch genau das, was Er auf der Erde war.

Laßt uns hier nun unsere erste Leviten-Lektion lernen. Die erste Klasse in dieser Schule ist die höchste. Wir gehen in den Himmel ein, um für die Erde ausgerüstet zu werden. Wir fangen nicht auf der Erde an, um den Himmel zu er­reichen. Unsere einfachsten irdischen Pflichten verlangen es, vertraut zu sein mit den Dingen "die droben sind".

{Fortsetzung folgt)

Nachtext

Quellenangaben