Zeitschrift-Artikel: Unsere Sauftour und das gelbe Buch

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Titel: Unsere Sauftour und das gelbe Buch
Typ: Artikel
Autor: Markus Harding
Autor (Anmerkung):

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Titel

Unsere Sauftour und das gelbe Buch

Vortext

Text

Meine alten Freunde und ich hatten früher einmal so einen "Verein", in den wir jeder monatlich 10.-- DM einzahlten, um irgendwann einmal im Jahr das gesparte Geld versaufen zu können. Zu diesem Anlaß pflegten wir dann von morgens bis abends sämtliche Kneipen unserer Heimatstadt aufzusuchen.

So etwa im Oktober '84 war mal wieder solch ein Tag. Wir hatten kurz vorher einen 30 Jahre alten, ausgemusterten Hanomag-LKW vom Malteser Hilfsdienst gekauft, auf den wir mächtig stolz waren. Den wollten wir uns zum Wohnmobil ausbauen, um unsere Sauftouren künftig auch auf andere Städte ausdehnen zu können. Dieser LKW stand nun vorläufig bei meinen Eltern hinter dem Haus. Wir hatten uns verabredet, unseren Zechtag mit einem gemeinsamen Frühstück zu eröffnen, wobei schon die ersten Bierflaschen geleert wurden. Wir waren schon kräftig zugange, als ein Freund aus dem Nachbardorf mit Verspätung eintraf. Er war per Anhalter gekommen und hielt ein gelbes Buch mit dem Titel "Jesus unser Schicksal" in der Hand. Dieses Buch flog dann in eine Ecke mit den Worten: "Mensch, einmal im Leben fährt man per Anhalter und da gerät man gleich an einen frommen Heini, der einem ein Gespräch und dann noch ein Buch aufdrängt!"

Wir lachten mit ihm und der Tag nahm seinen geplanten Verlauf.

Ein paar Monate später, genau gesagt am 2.1.85, trat ich meine neue Arbeitsstelle im 300 km entfernten Hamburg an. Ich kannte niemand in dieser Großstadt und hatte abends Zeit, über das nachzudenken, was mir in den vergangenen Jahren ein Arbeitskollege an mei­nem vorherigen Arbeitsplatz in Paderborn be­zeugt hatte: Daß ein Leben ohne Jesus Christus letztendlich sinnlos sei. Mit der Zeit bekam ich den Wunsch, mehr Informationen über diesen Jesus Christus zu bekommen und irgendwann fiel mir wieder die Begebenheit mit dem gel­ben Buch ein, auf dem etwas von Jesus Christus stand.

Nun, das Buch lag wohl immer noch in dem alten LKW und der stand inzwischen bei einem anderen Freund auf dem Bauernhof. So bald wie möglich machte ich mich auf die Reise, fand das gelbe Buch in irgendeiner Ecke des Wagens und begann darin zu lesen. Dieses verächtlich weggeworfene Buch von Pastor Wilhelm Busch gab mir den entscheidenden Anstoß, wirklich nach Gott zu fragen und mehr dar­über zu lesen. Wenige Monate später hatte der Herr Jesus mich so weit: Ich erkannte, daß ich ein verlorener Sünder war und durfte Jesus Christus als meinen Retter im Glauben an­nehmen.

Mir ist später an diesem eigenen Erleben klar geworden, wie wunderbar und seltsam Gottes Wege sein können. Hätte der Bruder, der da­mals meinem Freund das Buch gab, miterlebt, wie dieser wenige Minuten später das Ta­schenbuch in die Ecke feuerte, wäre er viel­leicht völlig frustriert worden: "Da gibt man mit den besten Absichten ein teuer bezahltes Buch weiter und dieser Kerl wirft es weg und besäuft sich anschließend!"

Nun, in Prediger 11,1 steht: "Wirf dein Brot hin auf die Fläche der Wasser, denn nach vielen Tagen wirst du es finden". Und in Je­saja 55 sagt Gott, daß Sein Wort nicht leer zurückkehren wird; es wird ausrichten, wozu es gesandt wurde.

Wir wissen nicht, wann, wie, wo und bei wem sich Gottes Wort als Hammer erweist und steinerne Herzen zerschmettert, aber wir dür­fen wissen, daß die Aussaat des Wortes Gottes Frucht bringen wird. Unsere Verantwortung besteht darin, das Evanglium durch Wort und Schrift zu verbreiten. Alles andere steht nicht in unserer Macht sondern bei Dem, Der gesagt hat: "Mir ist alle Gewalt gegeben" {Matth. 28,18).

Nachtext

Quellenangaben