Zeitschrift-Artikel: Irrlehren der roem.-kath. Kirche (9. Folge)

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Titel: Irrlehren der roem.-kath. Kirche (9. Folge)
Typ: Artikel
Autor: Wolfgang Bühne
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Titel

Irrlehren der roem.-kath. Kirche (9. Folge)

Vortext

Text

Die Priesterweihe —
»Sakrament zur Weiterführung des Priester- und Mittleramtes Christi«?


Die Priesterweihe gehört nach röm.-kath. Lehre zu den drei Sakramenten, die ein "unauslösch­liches Merkmal" einprägen und den Priester autorisieren, das "Priester- und Mittleramt Christi" auf der Erde fortzusetzen. Der Prie­sterweihe gehen vier niedere und drei höhere Weihen voraus, die alle vom Bischof vollzogen werden. Dieses Sakrament können nach dem kirchlichen Gesetzbuch nur Männer empfangen.

"Nur die Apostel und dann jene, denen ihre Nachfolger die Hand auflegten, besitzen die Vollmacht des Priestertums, kraft dessen sie vor dem Volk die Stellvertreter Christi sind und zugleich vor Gott stellvertretend für das Volk handeln. Ihr Priestertum erhalten sie nicht durch Erbschaft oder menschliche Ab­stammung. Es entspringt nicht der Gemein­schaft der Christen. Es wird ihnen nicht vom Volke übertragen. Zuerst ist der Prie­ster Gesandter des göttlichen Erlösers und erst dann Stellvertreter der Gemeinschaft am Throne Gottes. Er handelt unter den Gläubigen an Stelle Gottes, weil Christus das Haupt jenes Leibes ist, dessen Glieder die Christen bilden. Die ihm verliehene Macht kann darum mit keiner menschlichen Einrichtung verglichen werden. Sie ist voll­kommen übernatürlich. Sie stammt von Gott".

"Da aber dieser heilige Priesterdienst eine göttliche Einrichtung ist, so war es ent­sprechend, daß es im fein gegliederten Aufbau der Kirche verschiedene Ordnungen von Dienern gebe, auf daß er (der Priester­dienst) würdig und mit größerer Ehrfurcht durchgeführt werden könne. Sie sollten von Amts wegen dem Priestertum dienen und so verteilt sein, daß diejenigen, die schon die
klerikale Tonsur tragen, durch die niederen Weihen zu den höheren aufsteigen. Denn die Heilige Schrift redet nicht nur von den Priestern, sondern ganz klar auch von den Diakonen, und sie lehrt mit ernsten Worten, auf was man bei ihrer Weihe vor allem zu achten habe.
Von Anfang an waren in der Kirche die Namen folgender Dienstordnungen und die den einzelnen Dienstordnungen entsprechen­den Amtsverrichtungen in Gebrauch: Des Subdiakons, des Altardieners, des Beschwö­rers, des Vorlesers und des Pförtners, frei­lich nicht auf gleicher Stufe.. Denn das Subdiakonat wird von den Vätern und Kir­chenversammlungen zu den höheren Weihen gezählt. Wir lesen bei ihnen aber auch häu­fig von den andern, niederen Weihen".

                                        (Allgem. Kirchenversammlung Trient, 1563)

Weiter wird gelehrt, daß das Priestertum von dem Herrn eingesetzt und von den Aposteln und ihren Nachfolgern übertragen worden sei, um "seinen Leib und sein Blut zu verwandeln, dar­zubringen und auszuteilen, sowie Sünden zu vergeben und zu behalten".

"Opfer und Priestertum sind nach göttlicher Anordnung so verknüpft, daß sich beides in jeder Heilsordnung findet. Da also im Neuen Bund die katholische Kirche nach der Ein­setzung des Herrn die heilige Eucharistie als sichtbares Opfer empfangen hat, so muß man auch bekennen, daß es in ihr ein neues, sichtbares, äußeres Priestertum gibt, in dem das alte Priestertum aufgehoben und vollendet wurde. Daß dieses Priestertum von unserem Herrn und Heiland eingesetzt wur­de, daß den Aposteln und ihren Nachfolgern im Priestertum die Gewalt übertragen wur­de, seinen Leib und sein Blut zu verwandeln, darzubringen und auszuteilen, sowie Sünden zu vergeben und zu behalten, das zeigt die Heilige Schrift, und das hat die Überliefe­rung der katholischen Kirche immer ge­lehrt".
                                           (Allgem. Kirchenversammlung Trient, 1563)

Nach Auffassung der röm.-kath. Kirche wird die Priesterweihe in Worten und äußeren Zei­chen vollzogen und vermittelt Gnade.

"Da es nach dem Zeugnis der Schrift, nach apostolischer Überlieferung und allgemeiner Auffassung der Väter ganz klar ist, daß durch die heilige Weihe, die in Worten und äußeren Zeichen vollzogen wird, Gnade mitgeteilt wird, so darf niemand daran zweifeln, daß die Weihe im wahren und eigentlichen Sinn eines von den sieben Sa­kramenten der heiligen Kirche ist; denn der Apostel sagt: 'Ich mahne dich, du mögest die Gnadengabe neu erwecken, die in dir ist durch die Auflegung meiner Hände. Denn Gott hat uns nicht den Geist des Zagens gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit' (2. Tim 1.,6 f)".
                                          (Allgem. Kirchenversammlung Trient, 1563)

Bei der Priesterweihe wird nach röm.-kath. Lehre der Heilige Geist mitgeteilt und ein unauslöschliches Merkmal eingeprägt, das den Priester von nun an endgültig von den "Laien" unterscheidet und ihn als "Vertreter Christi" über das Volk stellt.

"Wer sagt, durch die heilige Weihehandlung werde nicht der Heilige Geist mitgeteilt, und es sei daher sinnlos, wenn der Bischof sage: 'Empfange den Heiligen Geist', oder es werde durch sie nicht ein Merkmal ein­geprägt, oder, wer einmal Priester war, könne wieder Laie werden, der sei ausgeschlossen".
                                          (Allgem. Kirchenversammlung Trient, 1563)

"An folgendes aber glauben Wir erinnern zu sollen: Der Priester handelt nur deshalb an Stelle des Volkes, weil er die Person unse­res Herrn Jesus Christus vertritt, insofern dieser das Haupt aller Glieder ist und sich selbst für sie opfert; er tritt folglich an den Altar als Diener Christi, niedriger als Christus stehend, aber höher als das Volk. Das Volk aber, das unter keiner Rücksicht die Person des göttlichen Erlösers darstellt noch Mittler ist zwischen sich selbst und Gott, kann in keiner Weise priesterliche Rechte genießen"»
                                         (Rundschreiben Papst Plus XII., 1947)


Zusammenfassung

Die röm.-kath. Kirche lehrt also, daß die Prie­sterweihe

- ein wahres Sakrament und von Christus eingesetzt ist,
- durch Handauflegung eines Bischofs vollzogen wird,
- den Heiligen Geist mitteilt und ein unauslöschliches Merkmal einprägt,
- den Priester für immer vom "Laien" unter­scheidet,
- den Priester autorisiert "Leib und Blut des Herrn zu verwandeln und darzubringen und Sünden zu vergeben".


Die Praxis

Der sich auf das Priesteramt vorbereitende Theologiestudent wird - wenn er genügend Anzeichen der Befähigung zum Priesteramt zeigt - im ersten Jahr seines Studiums zum Empfang der Tonsur aufgerufen. Nach röm.­kath. Verständnis wird der Mann damit aus der "Welt" herausgenommen, hört auf, ein Laie zu sein und wird Mitglied des Klerus.


Die Tonsur und die "Niederen Weihen"

Die Tonsur besteht darin, daß, je nach Mönchsorden ein verschieden großer Teil des Hauptes
kahlgeschoren wird. "Oft ist die ganze obere Schädelhälfte von Haaren entblößt und nur ein schmaler Rand von Haaren wird stehengelassen gleichsam wie ein Kranz, wie man ihn auf Bildern von Heiligen . oft sehen kann (Tonsura Petri)". (1)

Die Tonsur soll ein Symbol dafür sein, daß der Betreffende sich der irdischen Eitelkeit und dem Weltgeist entäußert. Einige wollen darin sogar ein Symbol der Dornenkrone und ein Zeichen der Nachfolge Christi sehen.

Zum Empfang der Tonsur stehen die jungen Männer vor dem Bischof, der nach einem Ge­bet mit einer Schere jeweils fünf kleine Haar­büschel in Kreuzform vom Kopf schneidet. Nach einem weiteren Gebet bekleidet der Bischof jeden mit einem Chorrock als Gewand ihres neuen Standes und ermahnt sie, "diesen Tag nie zu vergessen, an dem sie Mitglieder der kirchlichen Hierarchie werden und die Vor­rechte des Klerikerstandes erhielten .. .".(2)

Dann folgen in Abständen die "vier Niederen Weihen", die das Amt des Türhüters, des Le­sers, des Exorzisten und des Akolythen umfas­sen.


Die "Höheren Weihen"

Einige Zeit später folgen nach entsprechender Bewährung die "Höheren Weihen". Bei der "Subdiakonatsweihe" wird u.a. das Gelübde immerwährender Keuschheit abgelegt, und nach einigen feierlichen Zeremonien ruft der Bischof die "sieben Gaben des Heiligen Geistes" auf die Kandidaten herab.

Dann folgt die Weihe zum "Diakonat", die den Diakon berechtigt, dem Volk zu predigen und in dringenden Fällen die Taufe zu spenden und die Kommunion auszuteilen. Zum Schluß dieser Weihe empfangen die Diakone das "Evange­lienbuch" mit den Worten: "Empfange die Vollmacht, das Evangelium in der Kirche Got­tes zu verkündigen für die Lebenden und die Toten im Namen des Herrn." (3)


Die Priesterweihe

Alle bisher beschriebenen Weihen sind nur eine Vorbereitung für die Priesterweihe, welche dem Priester "heilige Kräfte verleiht, die sonst keiner besitzt, wundervolle Privilegien von so erhabender Natur, daß der menschliche Ver­stand weder ihre ganze Fülle erfassen, noch ihre Größe ermessen kann . . . Sein erha­bendster Dienst ist die Darbringung des heiligen Meßopfers, in dem er den Allmächtigen vom Himmel herabruft und Gott in seinen geweih­ten Händen hält. Mit der Segnungsgewalt erhält er die Vollmacht, den Segen Gottes über jeden Menschen und jedes Ding auszugießen . . .".(4)

Auch diese Weihe wird nach eingehender Prü­fung vom Bischof vollzogen. Je zwei Kandidaten treten dann vor den Bischof, der ihnen, unter Gebet um Verleihung aller Gaben des Himmels, die Hände auflegt. Nach einigen weiteren Zeremonien wird dem Priester die "Kasel", das eigentliche Meßgewand. übergeben, auf seine Hände wird mit "heiligem öl" ein Kreuz gezeichnet, die dadurch geweiht werden, den "heiligsten Leib unseres Herrn zu berühren". Schließlich wird ihnen Kelch und Hostie in die Hand gegeben, mit den Worten: "Empfange die Vollmacht, das Heilige Opfer Gott darzubringen und die hl. Messe zu lesen, für die Lebenden und Toten im Namen des Herrn." (5)

Der Priester erhält nun noch die Absolutions­vollmacht und verspricht dem Bischof und sei­nen Nachfolgern Gehorsam.


Was lehrt die Bibel?

1. Wer ist nach dem NT Priester?

Im AT war das Priestertum an eine besondere Personengruppe gebunden. Nur Aaron und seine Söhne durften den Priesterdienst ausüben, man mußte also in die Familie Aarons hineingeboren sein (2. Mo, 28).

Auch im NT wird man nur durch Geburt, durch Familienzugehörigkeit Priester: Durch die Wie­dergeburt (Bekehrung), wird man ein Kind Gottes und gehört damit zur Familie Gottes. Jeder - unabhängig von Alter und Geschlecht -der an den Herrn Jesus glaubt, ist damit ein Priester Gottes.
"Dem, der uns liebt und uns von unseren Sün­den gewaschen hat in seinem Blut, und uns gemacht hat zu einem Königtum, zu Priestern seinem Gott und Vater" (Offb. 1,6).

"Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum . . ." (1. Petr. 2,9).

Es ist also ein großer Irrtum, wenn die röm.­kath. Kirche lehrt, daß nur Männer Priester sein können, die durch besondere Zeremonien dazu geweiht werden.

2. Wie wird man Priester?

Im AT wurde man als männlicher Nachkomme Aarons Priester, indem man dazu geweiht und geheiligt wurde. Zu dieser Weihe gehörte die Salbung und eine besondere Kleidung. Im NT wird - wie bereits gesagt - ein Mensch durch die Wiedergeburt ein Priester und in demselben Augenblick, bildlich gesprochen, "bekleidet" und "gesalbt". Wir haben den "neuen Menschen" (Kol. 2,10; Eph. 4,24) angezogen, Christus Selbst und Seine Gerechtigkeit ist "unser Schmuck und Ehrenkleid". So wie der verlo­rene Sohn nach seiner Rückkehr zum Vater das "beste Kleid" (Luk. 15,22) bekam, haben wir bei unserer Bekehrung die "Kleider des Heils" und den "Mantel der Gerechtigkeit" (Jes. 61,10) bekommen_ Ebenso sind wir mit der Bekehrung "gesalbt und versiegelt" worden (2. Kor. 1,21).

"Und ihr habt die Salbung von dem Heiligen und wisset alles" (1. Joh. 1,20).

Priester wird man also nicht durch die Weihe eines Bischofs, sondern durch die Bekehrung (Wiedergeburt).

3. Welche Aufgaben haben die Priester?

Wir haben schon festgestellt, daß Petrus die Gläubigen als ein "heiliges" und "königliches" Priestertum beschreibt.

Heilige Priester
Als heilige Priester (1. Petr. 2,5) haben wir Gott etwas zu bringen: "Geistliche Schlacht­opfer, Gott wohlannehmlich durch Jesus Chri­stus". Es geht also darum, daß wir Gott die­nen, Ihm etwas opfern, zu Seiner Freude und Verherrlichung.

a) Opfer des Lobes
"Durch ihn nun laßt uns Gott stets ein Opfer des Lobes darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen" (Hebr. 13,15).

Dieses Opfer wird "Frucht der Lippen" ge­nannt. Gott zu loben, Ihn anzubeten, ist sicher die erste Aufgabe jedes Christen.

"Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahrhaftigen Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter" (Joh. 4,23).

b) Materielle Opfer
"Des Wohltuns aber und Mitteilens vergesset nicht, denn an solchen Opfern hat Gott Wohl­gefallen" (Hebr. 13,16).
Hier geht es um Weitergabe von Geld und Gut an Arme und Bedürftige. Auch diese Gaben werden "Opfer" genannt und erfreuen Gott (vgl. Phil. 3,18).

c) Opfer unseres Leibes
"Ich ermahne euch nun, Brüder, durch die Er­barmungen Gottes, eure Leiber darzustellen als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Schlachtopfer, welches euer vernünftiger Got­tesdienst ist" (Röm. 12,1).
Gott wird auch dadurch verherrlicht, daß wir unseren Körper, unser ganzes Leben, in Seinen Dienst stellen.

Königliche Priester
Als königliche Priester gehen wir - bildlich gesprochen - aus der Gegenwart Gottes hin zu den Menschen, um ihnen etwas von Dem zu sagen, Den wir anbeten und Dem wir dienen. Wir sollen die "Tugenden dessen verkündigen, der uns berufen hat aus der Finsternis zu sei­nem wunderbaren Licht" (1.Petr. 2,9). Dieser Dienst (irrtümlich oft als Gottesdienst be­zeichnet) richtet sich also nicht an Gott, son­dern an die Menschen und besteht vor allem in der Verkündigung des Wortes Gottes.

Auch Paulus hat seine Tätigkeit als Evangelist mit "priesterlichem Dienst" bezeichnet. "Um ein Diener Christi Jesu zu sein für die Natio­nen, priesterlich dienend an dem Evangelium Gottes" (Röm. 15,16).

An keiner Stelle im NT findet man die gottes­lästerliche Lehre, daß wir als Priester "Leib und Blut des Herrn" zu opfern hätten.


4. Kennt das NT den Unterschied zwischen »Klerus« und »Laien«?

Wir haben bereits gesehen, daß vor Gott alle Gläubigen auf einer Stufe stehen; sie alle sind Kinder Gottes, sie alle sind Priester. Es gibt also keinen "geistlichen" Stand, der von einer besonderen Gruppe von Menschen durch Ordina­tion, Einsegnung oder sonstige Riten gebildet wird.

Wohl gibt es unter den Gläubigen "geistliche" (Gal. 6,1) im Gegensatz zu den "fleischlichen" (1. Kor. 3,1-3). "Geistliche" Christen leben, denken und handeln unter der Führung des Heiligen Geistes, während "fleischliche" Chri­sten nach den Prinzipien des alten Menschen leben und sich nicht von den Menschen dieser Welt unterscheiden.

Wir werden also nicht "geistlich" durch irgend eine sakrale Handlung, sondern können in der
einen Situation "geistlich" und in der nächsten "fleischlich" reagieren, je nachdem wie wir uns nach dem Wort Gottes oder nach Menschen­meinung ausrichten. Petrus war fleischlich, als er heuchelte (Gal. 2,11-14) und Paulus ebenso, als er dem Hohenpriester Ananias (Apg. 23,3) antwortete.

In unserer Stellung vor Gott gibt es also keine Unterschiede, wohl aber können wir in unserem praktischen Leben als "Geistliche" oder "Fleischliche" erkannt werden. Die Lehre, daß der "Priester höher als das Volk" steht, wi­derspricht direkt den Lehren des NT.

Vielleicht finden wir in den Lehren und in den Werken der "Nikolaiten" (=Volksbeherrscher) erste Anzeichen für die Bildung eines Klerus in der frühen Christenheit (Offb. 2,6.15). Aber von diesen Nikolaiten lesen wir, daß der Herr Jesus ihre Werke "haßt" (Offb. 2,6).


5. Ist die Austeilung des Abendmahls an bestimmte ordinierte oder geweihte Personen gebunden?

Die Berichte in den Evangelien und die Lehren in 1. Kor. 10 und 11 über das Abendmahl zei­gen übereinstimmend, daß wir das Brot und den Wein von dem Herrn empfangen und unter uns teilen.

"Der Kelch der Segnung, den wir segnen ... das Brot, das wir brechen ." (1. Kor. 10,16). Es gibt deine Bibelstelle, die irgendwie andeutet, daß durch besondere Worte eines be­sonderen Mannes Brot und Wein verwandelt oder gar geopfert werden. Der Herr Jesus hat sich ein für allemal auf Golgatha geopfert (Hebr. 10,12.14.18).

Wir teilen Brot und Wein unter uns zur Erin­nerung und zum Gedächtnis unseres Herrn. Dazu bedarf es keines "Priesters", Pfarrers oder sonstigen Klerikers.

So leugnet die röm.-kath. Kirche durch ihre Lehren die direkte Beziehung, die wir zu Gott, unserem Vater, haben und versucht ihre Gläu­bigen durch die Einführung des Priesteramtes in einer menschlichen Abhängigkeit, Hörigkeit und in einer geistlichen Unmündigkeit zu halten. Andererseits verleiht sie mit ihren Irrlehren dem Klerus eine Autorität und Macht über Menschen, die allein Gott zusteht.


(Fortsetzung folgt)

Nachtext

Quellenangaben

1) J.F. Sullivan: Die äußeren Formen der kath. Kirche, Pattloch-Verlag, S. 87.
2) ebd., S. 88
3) ebd., S. 96
4)ebd., S. 96
5)ebd., S. 99