Zeitschrift-Artikel: Von der Esoterik zur Wahrheit der Bibel

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Titel: Von der Esoterik zur Wahrheit der Bibel
Typ: Artikel
Autor: Albert Kröll
Autor (Anmerkung):

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Titel

Von der Esoterik zur Wahrheit der Bibel

Vortext

Text

Vor 25 Jahren wurde ich im Herzen des Ober­pinzgaues in Mittersill (Österreich) geboren. Dort wuchs ich bei meinen Eltern auf, die ehrgeizige Ziele mit mir, dem ältesten Sohn, hatten und mich - nach meinem Empfinden -besonders streng erzogen haben.

Ich sollte der Beste in der Klasse sein, und oft versuchte meine Mutter mir mit Schlägen das einzuhämmern, was mein Geist nicht kapieren wollte. Es flossen oft Tränen und manchmal auch Blut.

Es war eine traurige Kindheit und da ich zu­dem auch noch eine sehr strenge Lehrerin hatte, wurde mir das Leben zur Qual und ich erinnere mich, daß ich manchmal aus Angst meine Schulhefte versteckte, weil ich "nur" Noten wie "gut" oder "befriedigend" bekommen hatte.

Aus Verzweiflung riß ich mit acht Jahren zum ersten Mal von zu Hause aus, wurde aber abends gedemütigt wieder zurückgebracht. Erst als ich später bei Aufräumarbeiten aus dem 3. Stock hinunterstürzte und längere Zeit im Krankenhaus liegen mußte, wurde das Ver­hältnis zu meinen Eltern etwas besser.

Mit vierzehn Jahren begann ich eine Bäcker­lehre und geriet durch einen Burschen, der Boß einer kleinen Bande war, in schlechte Gesell­schaft. Doch auch dort wurde ich nie richtig akzeptiert, weil ich mich nicht durchsetzen konnte.


Aufbruch in die »Freiheit«

Mein Verlangen nach Freiheit wurde so groß, daß ich Pläne entwickelte, aus dieser Welt der Zwänge auszubrechen und im warmen Süden mein Glück zu suchen.

Schließlich löste ich heimlich mein Bankkonto auf, kaufte mir ein frisiertes Moped und gab Gas, um das spießbürgerliche Österreich einfür­allemal zu verlassen.

Obwohl ich erst sechzehn Jahre alt war, kam ich ohne Mühe über die Grenze und sprang vor Freude auf und nieder, als die Zollstation außer Sicht war. Meine Freude, frei zu sein, und an­dererseits die nagende Furcht verfolgt zu wer­den, gaben mir Kraft, fast vier Tage ohne Schlaf auszukommen. Über Venedig, Florenz, Pisa, Rom und Neapel ging es bis Reggio de Calabrien_ Für die etwa 1700 km brauchte ich 70 Stunden.

Allerdings trat schon bald in Neapel eine Ernüchterung ein, als. u.a. meine Campingausrüstung gestohlen und ich anschließend noch in einen Verkehrsunfall verwickelt wurde. In Reg­gio de Calabrien bekam ich Kontakt mit Rauschgifthändlern.

So war es nur eine Frage der Zeit, bis ich mich, frustiert, wieder auf den Heimweg machte. Zu aller Enttäuschung in Italien kam, daß ich irgendwie den Eindruck hatte, daß es meiner Mutter nicht gut gehen würde und ich hatte Angst, möglicherweise ihren Tod auf dem Gewissen zu haben.

Wieder in Österreich, beendete ich meine Lehre und zog mit 18 Jahren in die Schweiz, um dort als Bäcker zu arbeiten. Nun konnte mir keiner mehr Befehle geben, und ich genoß die Frei­heit.

Dummerweise war mein Arbeitskollege Christ und sah seine Aufgabe darin, mich mit der Bibel zu konfrontieren und mir deutlich zu machen, daß ein glückliches Leben nur mit Jesus Christus möglich ist. Doch ich lachte ihn nur aus. Ich glaubte weder an einen Gott, noch an einen Teufel, und was ich bisher an Christen kennengelernt hatte, genügte mir, um auf das Christentum zu verzichten.

Auf meiner Suche nach Liebe, die ich in Part­nerschaften zu finden glaubte, stürzte ich un­merklich immer tiefer. Nach jeder Enttäu­schung und Trennung brach für mich eine Welt zusammen und ich begann, mein angekratztes Selbstbewußtsein aufzumöbeln, indem ich über meine Verhältnisse lebte und tolle Autos kauf­te, um den Mädchen imponieren zu können.

Vom Egoismus geprägt, lebte ich schließlich nur noch nach dem Lustprinzip. Treue in Be­ziehungen kannte ich bald nicht mehr und Lü­gen und Betrügereien waren an der Tagesord­nung. Mit Alkohol und leichten Drogen ver­suchte ich den Berg von Schulden zu vergessen, aber die Wirklichkeit holte mich ein: Es kam zur Gerichtsverhandlung.

Wieder stand ich vor einer entscheidenden Frage: Selbstmord - oder ein neuer Anlauf?


Der Irrweg der Esoterik

Ich weiß nicht, woher ich die Kraft zu einem neuen Anfang bekommen habe. Jedenfalls kehrte ich nach Österreich zurück, um mich für die Meisterprüfung anzumelden. Mit einem neuen Ziel vor Augen wollte ich aus der Not­lage herauskommen und es wurde mir dadurch erleichtert, daß ich zu meinen Eltern inzwi­schen ein gutes Verhältnis bekommen hatte.

Während dieser Zeit bekam ich Bücher von Dr. Murphy, M.R. Kopmeyer und anderen in die Hände, deren Titel mich neugierig machten: "Die Macht des Unterbewußtseins", "Wohlstandsbildung", "Persönlichkeitsbildung", "Wunsch­erfüllung" usw. Die Autoren versprachen 100%igen Erfolg, wenn man sich genau an die Anweisungen halten würde. Ztinächst noch mit Vorbehalten, begann ich die Bücher von Murphy zu lesen und wurde zuerst von den vielen Bi­belzitaten, die sie enthielten, abgestoßen. Doch bald gab mir die Lektüre eine gewisse Sicher­heit.

Immer wieder war die Rede davon, daß es ei­nen überdimensionalen Gott gäbe, der in jedem Menschen wohnt und daß es nur darauf an­kommt, diese Macht oder Kraft in uns wirksam werden zu lassen, indem man einfach daran glaubt.

Eines seiner "wissenschaftlichen" Gebete - wie er es nannte - lautete etwa so: "Ich glaube fest, daß die unbewußte Macht, die mir den Wunsch, reich und erfolgreich zu werden, ein­gab, im Begriff ist, durch mich zu wirken." Unermüdlich begann ich dieses "Gebet" und ähnliche zu beten.

Tag für Tag begeisterten mich diese Bücher immer mehr, bis sie mich schließlich in ihren Bann zogen und ich felsenfest davon überzeugt war, daß der Erfolg nicht ausbleiben würde.

Ein halbes Jahr später gab es wohl kaum ein Buch über Esoterik, das nicht in meinem Bü­cherschrank zu finden war. Mein Tagesablauf war vollgestopft mit stundenlangen Meditatio­nen, positiven Gedanken und Selbsthypnose.

Die meisten Lebensfragen versuchte ich mit dem Pendel zu lösen, und ich übte mich, Ge­danken zu lesen und zu übertragen und schließ­lich mit meiner geistigen Kraft kleinere Ge­genstände zu bewegen.

Inzwischen "wußte" ich auch, wie das Leben nach dem Tod aussehen würde, und ich glaubte fest daran, daß ein Mensch wieder in diese Welt geboren würde, wenn er nicht die geistige Reife erlangt hätte, in die nächst hö­here Lebensform überzugehen.

Meine bisherige negative Lebenseinstellung machte einem "Superoptimismus" Platz. Ich lachte viel, konnte jedem Menschen vergeben, liebte jeden Menschen und war hilfsbereit. Ich war stolz auf meine Fähigkeiten und mein Motto war: "Ich bin der Beste und es gibt nichts, aber auch gar nichts, wozu ich nicht fähig wäre." Mein Ziel war, Millionär zu wer­den.


Die Umkehr

Eines Tages wurde ich von Sylvia, einer guten Bekannten, aufs neue mit dem Evangelium konfrontiert. Sie war fest davon überzeugt, daß der einzige Weg ins ewige Leben Jesus Christus ist und sie wollte mir weismachen, daß jeder Mensch Sünder ist und von Natur aus niemals ein Kind Gottes werden kann.

Ihre Worte brachten mich zur Raserei, denn ich war fest davon überzeugt, ein Kind Gottes zu sein, weil - wie ich glaubte - Gott in jedem Menschen wohnt. Doch Sylvia bestand darauf, daß Gott nur in den Herzen derer wohnt, die Gott zuvor um Vergebung ihrer Sünden gebeten haben. Sie erklärte weiter, daß die Bibel das inspirierte Wort Gottes ist, in der sich Gott nicht als "unbekannte Macht", sondern als machtvolle Persönlichkeit offenbart, Die durchaus bereit ist, sich jedem zu offenbaren, der aufrichtig Seinem Wort Gehör und Glauben schenkt.

Ich wurde sehr zornig über die Christen und ihre Intoleranz und entwickelte starke Haßge­fühle gegen sie. Dennoch ließen mich ihre Ar­gumente nicht los. Auf der anderen Seite ver­bot mir mein "Glaube", lieblos und vorurteils­voll andern Menschen gegnüber zu sein und da ich bisher nie Gottes Wort gelesen hatte, sagte ich eines Tages: "Okay, ich werde die Bibel einmal ganz durchlesen!"

Das war nicht so einfach, denn die Meister­prüfung stand vor der Tür, und tausend Fragen plagten mein Herz. Ich wußte auf einmal nicht mehr, was denn wirklich Wahrheit ist. Was wäre, wenn die Bibel recht hätte?

Besonders an Jesus Christus und Seinem An­spruch nahm ich Anstoß und mit Seinem stell­vertretenden Sterben konnte ich nichts anfan­gen.

Der Kampf in mir wurde so stark, daß ich oft auf den Knien lag und mit Fäusten auf mich einschlug, und ich spürte zum ersten Mal, daß hier unsichtbare Kräfte im Spiel waren, die mich nicht loslassen wollten.

Eines Tages sagte mir einer dieser überzeugten Christen: "Weißt du, wenn du wirklich wissen möchtest, was denn nun die Wahrheit ist, dann bete direkt zu Jesus und bitte Ihn, dir zu zei­gen, wer Er ist und warum Er am Kreuz für dich gestorben ist.

Na gut, dachte ich, warum eigentlich nicht und folgte diesem Rat. Von diesem Zeitpunkt an hat sich mein Leben ein zweites Mal grundle­gend verändert_ Ich verstand plötzlich, warum Jesus am Kreuz für meine Sünden sterben mußte und ich erkannte, daß ich Jesus brauchte, um mit Gott Gemeinschaft zu be­kommen. Täglich las ich nun in der Bibel und betete viel. Ich konnte nun glauben, was am Kreuz auch für mich geschehen ist und wußte, daß meine vielen Sünden vergeben sind.

Inzwischen sind fast drei Jahre vergangen, seitdem Jesus in mein Leben gekommen ist, und ich finde kaum Worte, um beschreiben zu kön­nen, welche Freude und welchen Frieden ich seitdem erfahren habe.

Wenn ich einen Vergleich zu meinem vorherigen Leben ziehe, dann muß ich folgendes bekennen:

Bei allen "Erfolgen", die ich damals verbuchen konnte, erlebte ich doch immer schwere Ent­täuschungen. Vor allem aber verlangte diese Art von Religiösität ein völliges Sich-fallen­lassen in die Hände einer. höheren Macht, eines überdimensionalen Gottes, von dem man nicht genau sagen konnte, wer und wie er wirklich war. War mein Glaube nicht groß genug, so konnte ich sicher sein, keinen Erfolg zu haben.

Nachdem ich Jesus Christus mein Leben über­geben hatte, wurde ich nicht mehr enttäuscht. Auch wenn ich in bestimmten Situationen zweifelte, anstatt zu glauben, so trug mich der Herr Jesus dennoch hindurch.

Glaubte ich, damals ein glücklicher Mensch zu sein, so kann ich heute sagen, daß es nur ein
kümmerlicher Ersatz für die Freude und den Frieden war, die ich heute haben darf.

Mein "Lachen" damals war nur angelernt, weil ich erkannte, daß in einer Welt voller Probleme alle Menschen gerne sehen, wenn jemand immer gut gelaunt ist.

Meine damalige "Nächstenliebe" war im Grunde nur eine Toleranz, die ich benutzte, um ange­sehen zu werden. Ich habe mich selbst und andere betrogen.

Wenn es heute mein Wunsch ist, mein Leben für Jesus Christus und meine Mitmenschen ein­zusetzen, dann nicht mehr um Anerkennung zu finden, denn ich habe nur Einen zu rühmen, Der mein Leben so völlig verändert hat: Mein langes Suchen hat in Jesus Christus ein Ende gefunden. Dafür bete ich Ihn an.

Nachtext

Quellenangaben