Zeitschrift-Artikel: Entscheidung angesichts des Todes

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Titel: Entscheidung angesichts des Todes
Typ: Artikel
Autor: Bettina Schmidtke
Autor (Anmerkung):

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Titel

Entscheidung angesichts des Todes

Vortext

Text

Eigentlich habe ich immer schon an Gott "ge­glaubt". Soweit ich mich zurückerinnern kann, war "Er" zwar nicht Bestandteil meines Lebens, aber ich wußte um Gott, obwohl ich Ihn nicht persönlich kannte.

Ja, ich betete sogar; aber die Gebete, die ich sprach, enthielten entweder bestimmte Wün­sche, die ich hoffte, von Gott erfüllt zu be­kommen, oder sie entstanden in besonderen Notlagen, wenn es mir schlecht ging. Auch versuchte ich durch Gebete mein Gewissen zu beruhigen. Eine fromme Handlung also - weiter nichts.

Damals wußte ich nicht, daß Gott meine Ge­bete nicht hören konnte oder wollte, weil meine Sünde zwischen Ihm und mir stand und wie ein unüberquerbares Wasser zwischen uns war. Gottes Wort sagt es uns in Jes. 59,2:

"... sondern eure Übertretungen sind es, die eine Scheidung gemacht haben zwischen euch und eurem Gott, und eure Sünden haben sein Angesicht vor euch verhüllt, daß er euch nicht hört".

Da Gott uns Menschen so geschaffen hat, daß wir nur in Verbindung mit Ihm ein sinnvolles, glückliches Leben führen können, ging mein Leben an dem von Gott bestimmten Ziel vor­bei. Die Folge davon war, daß, ich in meinem Herzen eine Leere fühlte und mich hilflos in die Sünde verstrickte. Vergeblich suchte ich etwas Beständiges, worauf ich mein Vertrauen setzen konnte.

Oftmals hatte ich mich an Menschen gebunden, die mich aber immer wieder enttäuschten. Liebe war immer an irgendwelche Bedingungen geknüpft, die mich unfrei machten und mich zwangen, ein Spiel zu spielen.

Ziemlich früh hinterfragte ich den Sinn meines Lebens und wurde angesichts der mir gegebenen Antworten depressiv. Ich wußte nicht, nach welchen Maßstäben ich wirklich leben konnte. Mein Leben war ein Auf und Ab, wie ein Jo-Jo, beherrscht von meinen Gefühlen und den Umständen - ein friedloser Mensch auf der Suche nach wirklichem Leben.

Als ich dann Menschen kennenlernte, die sich "wiedergeborene Christen" nannten, tat ich sie zunächst als "Spinner" ab. Doch fühlte ich mich eigenartigerweise zu ihnen hingezogen und sie schienen genau das zu besitzen, wo­nach ich schon lange suchte: Frieden mit Gott, der sich in ihrem Leben eindeutig wiederspie­gelte.

Die Tatsache allerdings, daß Jesus diesen Wandel in ihrem Leben vollzogen hatte und auch Herr meines Lebens sein wollte, ging mir zu weit. Ich war nicht bereit, die Zügel meines Lebens aus der Hand zu geben.

So blieb mein Leben, wie es war, bis etwas Schreckliches passierte: Mein eigener Bruder beging Selbstmord. Er war tot! "Am Leben müde geworden", oder wie immer man es zu sagen pflegt.

Angesichts seines Todes traf ich meine Ent­scheidung für Jesus, für das Leben, und bat Ihn, in mein Leben zu kommen und mir meine Schuld zu vergeben.

Die Gnade Gottes nahm mir die Decke von meinem Herzen und füllte es mit Liebe zu Jesus Christus, meinem Heiland_ Ich durfte erkennen, daß nur Jesus uns vor dem Weg der Selbstzerstörung retten kann. Er ist gekommen, um uns Leben "im Überfluß" (Joh. 10,9) zu geben.

Seit der Herr Jesus in mir lebt und ich in Abhängigkeit von meinem himmlischen Vater lebe, bin ich nicht mehr beherrscht von meinen Gefühlen. Es ist Sein unveränderliches Wort, worauf ich traue und es ist Seine Gegenwart, die mich durch alle Schwierigkeiten trägt. Ich liebe den Herrn Jesus aus ganzem Herzen, weil Er mich zuerst geliebt hat, weil Er mich am besten kennt und mir näher ist, als je ein Mensch sein kann. Er ist derselbe, gestern, heute und in Ewigkeit. Er hat verheißen: "Ich will dich nicht verlassen noch versäumen." (Hebr. 13,5) Darum habe ich Ihm mein Leben anvertraut.

Nachtext

Quellenangaben