Zeitschrift-Artikel: Der verlorene Sohn-oder:Reformation der gefallenen Gemeinde

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Titel: Der verlorene Sohn-oder:Reformation der gefallenen Gemeinde
Typ: Artikel
Autor: Armin Lindenfelser
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Titel

Der verlorene Sohn-oder:Reformation der gefallenen Gemeinde

Vortext

Text

Drei Gleichnisse

In Lukas 15 gebraucht Jesus drei Gleich­nisse oder Bilder, um den über sein Verhal­ten empörten Pharisäern und Schriftge­lehrten eine Lektion der göttlichen Weis­heit über das Thema Rettung und Verge­bung zu erteilen.
Diese drei Gleichnisse werden häufig bei evangelistischen Ansprachen verwen­det, um das Evangelium der Gnade Gottes zu verkündigen. Nun, das ist sicher die pri­märe Möglichkeit, die Rede unseres Herrn über das verlorene Schaf, die verlorene Drachme und den verlorenen Sohn anzu­wenden. Doch beachten wir, diese Gleich­nisse waren nicht für die Zöllner und Sün­der bestimmt, sondern für die Pharisäer und Schriftgelehrten jener Tage.
Das waren Menschen, die einen ortho­doxen Glauben vertraten — zumindest was die Glaubensinhalte betraf — die sich ausge­zeichnet in den Schriften auskannten. Aber ihr Leben war alles andere als orthodox (rechtgläubig); sie verachteten Menschen aus dem Volke Israel, die nicht so »heilig« lebten wie sie selbst. Der Gedanke, daß Gott ein erbarmender, gnädiger Gott ist, und die Auswirkungen dieser Tatsache auf das Leben der Gläubigen paßte einfach nicht in ihr religiöses Denken.


Der suchende dreieinige Gott

Das Thema dieser drei Abschnitte der Bibel ist nicht in erster Linie Wiedergeburt oder Bekehrung des Sünders, sondern die Suche des dreieinigen Gottes nach dem Verlorenen, die Buße des Gefallenen und seine Rückkehr zu Gott. Diese geistlichen Wahrheiten lassen sich natürlich auf die Begegnung Gottes mit dem verlorenen Sünder anwenden, aber die Anwendung geht viel weiter, denn:

1. Das Schaf, das verloren ging, war bereits bei der Herde, es wurde vom Hirten (ein Bild von Christus) zurückgebracht.
2. Die Drachme ging im Haus verloren und die Frau (ein Bild des in der Ge­meinde innewohnenden Geistes) sucht und findet sie dort.
3. Der Sohn war schon ein Kind des Vaters bevor er sich abwandte und wegging. Der Vater (ein Bild des himmlischen Va­ters) zog ihn mit unsichtbaren Seilen der Liebe wieder zurück.

So möchte ich den Versuch wagen, das Gleichnis vom verlorenen Sohn einmal un­ter ganz anderen Gesichtspunkten auf uns Christen am Ende des 20. Jahrhunderts an­zuwenden, denn unser Leben gleicht in mancher Hinsicht der Geschichte des ge­fallenen Sohnes.


Die Kultur der Ichsucht

"Ein gewisser Mensch hatte zwei Söhne, und der jüngere von ihnen sprach zum Vater: Vater, gib mir den Teil des Vermögens, der mir zufällt."

Ist das nicht genau die Haltung, die be­sonders die jüngere Generation unserer Tage kennzeichnet: Gib mir das, was mir zusteht! Es gibt die unübersehbare Ten­denz unter den Menschen (auch den Chri­sten) unserer Zeit, die Kultur der Ichsucht zu pflegen. In den vergangenen Jahrhun­derten galt es als Tugend, demütig die Seg­nungen des Vaters zu lieben und mit den Hausgenossen Gottes die Schätze des Him­mels zu teilen. Gibt es etwas Fleischlicheres als egoistische Christen, die sich selbst lie­ben und deren Charakter auch dem Vater gegenüber 'geprägt ist von dem Einfordern vermeitlicher Rechte?

Vater, bewahre mich vor der tyrannischen Sucht nach mir selbst und meinen Wünschen und Zielen. Hilf mir, demütig auf Dich und meine Brüder zu sehen.


Lernen durch Versuch und Irrtum

"Und er teilte ihnen die Habe."

Obwohl der Vater im Himmel sehr ge­nau unsere Herzen und Motive kennt, er­füllt er manchmal unsere zeitweise gar nicht so christlichen Wünsche, um uns da­mit zu erproben.
Er ist ein weiser Pädagoge und manch­mal lernen wir — und dies scheint auch ein auffallendes Kennzeichen der heutigen Generation zu sein — nur durch Versuch und Irrtum. Gott gibt uns Freiheit für unse­re Motive und Wünsche. Wir selbst — und niemand sonst — sind verantwortlich für das, was wir denken, fühlen und tun.

Vater, erziehe mich in Deiner mich kennenden Weisheit und bring mich zum Ziel Deiner Zucht: Dein Wesen wiederzuspiegeln.


Geistliche Vergnügungssucht und geistliche Hungersnot

"Und nach nicht vielen Tagen brachte der jüngere Sohn alles zusammen und reiste weg in ein fernes Land, und daselbst vergeu­dete er sein Vermögen, indem er ausschwei­fend lebte. Als er aber alles verzehrt hatte, kam eine gewaltige Hungersnot über jenes Land, und er selbst fing an, Mangel zu lei­den."

Nun, vielleicht haben wir nach außen hin das Haus des Vaters nicht verlassen. Wir gehen zur Gemeinde, sitzen beim Mahl des Herrn, beten und singen mit und doch — in unseren Herzen können wir im-endlich weit weg sein von unserem Vater. Sind nicht viele unter uns Evangelikalen heute dabei, das Vermögen des Vaters zu vergeuden, indem wir ausschweifend le­ben? 0 ja, wir haben die wahre Lehre und sind oberflächlich betrachtet orthodox (rechtgläubig), aber haben wir auch noch einen orthodoxen Wandel? Sind nicht viele unserer Glaubensgeschwister dabei, die Heimat mit der Ferne zu vertauschen? Ver­suchen nicht viele mit der Philosophie der irdischen Weisheit ihren Lebenshunger zu stillen? Viele Christen kranken heute gera­dezu an geistlicher Vergnügungssucht, die in Wirklichkeit nichts anderes ist als fleischliche Gesinnung.

Wir leben in einer Zeit geistlicher Hungersnot. Die Oberflächlichkeit im Hinblick auf die Lehre der Schrift und eine schrift­gemäße Heiligung unter den Heiligen un­serer Tage ist erschreckend.

Vater, halte mich in Deiner Nähe, meine Hei­mat ist dort, wo du bist, bewahre mich und alle Deine Heiligen davor, Deine Lehren und unser Leben zu vergeuden.


Hunger nach weltlicher Anerkennung

"Und er ging hin und hängte sich an einen der Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seine Äcker, Schweine zu hüten. Und er begehrte seinen Bauch zu füllen mit den Träbern, welche die Schweine fraßen, und niemand gab ihm."

Der Weg des Sohnes und jeder Weg, der vom Vater wegführt, wird ohne Zweifel im Elend enden. Viele wirkliche Söhne und Töchter Gottes hängen sich verzweifelt an die Welt, an ihre Methoden, Probleme zu lösen, an ihre Ziele. Unstillbar scheint der Hunger nach weltlicher Anerkennung un­ter denen zu sein, die nicht von der Welt sind. Doch die Welt wird uns nie geben, was sie verspricht, sie wird unser Elend, unsere Verzweiflung nur vermehren.

Vater, Deine Anerkennung soll mir genügen.
Ein Blick Deines Wohlgefallens wiegt mehr als alle Titel, Diplome und Auszeichnungen dieser Welt.


Erweckung oder Reformation?

"Als er aber zu sich selbst kam, sprach er: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Überfluß an Brot, ich aber komme hier um vor Hunger. Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen, und will zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt vor dem Himmel und vor dir, ich bin nicht mehr würdig, dein Sohn zu heißen; mache mich wie einen dei­ner Tagelöhner."

Während der Sohn in seinem Elend zu sich selbst kommt, ist beim Vater Überfluß an Brot. So geht es auch uns: Der Vater wird nicht ärmer durch seine abtrünnigen Kinder. Die Seile seiner Liebe fesseln unse­re Herzen und er zieht auch uns heim zu sich.
Was brauchen wir heute, um die rei­chen Segnungen des Vaters wieder zu ge­nießen? Eine Erweckung — wie viele sie herbeisehnen?
Nein, wir brauchen eine Reformation!
Eine Reformation der Gemeinden und eine Reformation unseres persönlichen Le­bens. Eine Rückkehr zur verlorenen Stel­lung im Haus des Vaters. Die Rückkehr des Sohnes trägt klar die Kennzeichen einer völligen Wiederherstellung.
Wie kommen wir an der Schwelle des dritten Jahrtausends des Christentums zu einer tiefgreifenden Reformation?

1. Wir müssen zu uns selbst kommen — uns auf unsere Wurzeln, unsere Heimat besinnen.
2. Wir müssen uns aufmachen — aufhören zu jammern und gewisse Schritte des Glaubens wagen.
3. Wir müssen Buße tun — Sünde beim Na­men nennen, verbunden mit einer kla­ren Trennung von der Sünde.
4. Wir müssen zum Vater gehen — Ge­meinschaft mit dem heiligen, gerechten und liebenden Vater haben.
5. Wir müssen die Würde des Vaters anerkennen — indem wir unsre eigene Un­würdigkeit akzeptieren.

Vater, reformiere mein Leben, beginne bei mir, laß mir keine Ruhe, bis ich satt bin von dem Brot Deines Wortes und es denen brechen kann, die auch Hunger haben nach Dir.


Aufrichtigkeit gefragt!

"Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und wurde innerlich bewegt und lief hin und fiel ihm um seinen Hals und küßte ihn sehr. Der Sohn aber sprach zu ihm: Va­ter, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir, ich bin nicht mehr würdig, dein Sohn zu heißen."

So wartet der Vater auch auf Dich und mich. Ehe wir etwas über unsre Lippen bringen, hat er schon unser Herz gesehen. Er kommt uns entgegen voller Güte und nimmt auch uns zärtlich in seine Arme und gibt uns den Kuß des Friedens und der Lie­be. Wir müssen diese Szene immer wieder bewußt auf unser Verhältnis zum Vater anwenden, wenn wir uns als Kinder Gottes uns durch Sünde vom Vater entfernt ha­ben und zurückkehren. Ein Bekenntnis unserer Schuld ist nötig — die Vergebung des erbarmenden Vaters einem aufrichti­gen Herzen gewiß. Der Sohn sagte: Ich habe gesündigt! Dahin müssen wir kom­men. Nicht die Umstände, nicht Bruder X oder Schwester Y, nicht meine harte Um­gebung, nicht meine Charakterschwäche, nicht der Teufel... Ich habe gesündigt! Ich bin verantwortlich für das was ich bin und tue. In der Gegenwart des Vaters gibt es keine Entschuldigung für die Misere unse­res Versagens, nur demütiges Bekenntnis. Es ist ein Fluch unserer Tage, daß diese bib­lische Tatsache bei vielen Gläubigen verlo­rengegangen ist.

Vater, zieh mich immer sofort zu Dir zurück, wenn ich in die Fremde gehe. Hilf mir, mich in Deinem Licht zu sehen, meine Sünden zu er­kennen und beim Namen zu nennen, und dann umfange mich mit Deiner heiligen Liebe.


Gnade und »christliches Fleisch«

"Der Vater aber sprach zu seinen Knechten: Bringet das beste Kleid her und ziehet es ihm an und tut einen Ring an seine Hand und Sandalen an seine Füße und bringt das gemästete Kalb her und schlachtet es, und lasset uns essen und fröhlich sein, denn die­ser mein Sohn war tot und ist wieder leben­dig geworden, war verloren und ist wieder gefunden worden. Und sie fingen an, fröh­lich zu sein."

Vor einigen Monaten war ich über eini­ge Sünden und Übertretungen in meinem Leben — die zum Teil Jahre zurücklagen, aber in ihrer Tragweite mir erst dann so richtig bewußt wurden — sehr betrübt.
Immer wieder trat ich vor den Vater und es war mein ernstes Gebet:
»Vater ich habe gesündigt...« Ich wußte, daß diese Schulden vergeben waren und doch, irgend etwas in mir wollte nicht zur Ruhe darüber kommen. Dann wurde mir plötzlich klar: Ich akzeptierte die Verge­bung des Vaters nicht, wollte sie nicht für mich wahrhaben. Ich spürte die Nähe des Vaters und wußte mich geliebt, aber ich war nicht bereit, das neue Kleid, den Ring, das Kalb und die Freude über vergebene Schuld anzunehmen. Ich wollte meine Übertretungen selbst wieder gut machen und es fiel mir irgendwie schwer, mich ein­fach mit den Erbarmungen Gottes über­schütten zu lassen und mein Versagen zu akzeptieren und zu vergessen, mich ge­meinsam mit dem Vater über vergebene Schuld zu freuen. Mir wurde deutlich, daß mein Verhalten eine Form von Unglauben war. Wenn der Vater vergibt, dann vergibt er vollkommen um des Werkes Christi wil­len, wenn der Vater unser Leben refor­miert (wiederherstellt), dann ist es allein sein Werk Er lenkt unseren Willen dazu, er reinigt unseren Wandel. Er überschüttet uns mit Freude, die wir dankbar anneh­men dürfen. Wie schwer fällt es uns stolzen Christen einer sterbenden Christenheit, die ganze Tragweite der Gnade Gottes zu akzeptieren. Die Gnade läßt keinen Platz mehr für unser Fleisch, auch nicht mehr für unser »christliches Fleisch«.
Wir sind tot und verloren ohne die Gna­de, ohne die Gemeinschaft mit dem Vater im Licht.
Es gibt kein wirkliches geistliches Leben ohne Buße, es gibt kein Gefundenwerden vom Vater ohne Rückkehr zu seinem Her­zen.
Und doch ist Buße und Rückkehr immer sein Werk in uns, seine wirksame Gnade.

Vater, überwältigt von Deiner Gnade stehe ich vor Dir. Ich sehe ein Kleid heiligender Gnade auf meiner verwundeten Seele und bestaune den Ring Deiner ewigen Treue. Ja, Deine Freu­de sei meine Freude, heilige meine Gefühle und mein Herz.


Motive christlicher Hingabe

"Es war aber sein älterer Sohn auf dem Felde, und als er kam und sich dem Hause näherte hörte er Musik und Reigen. Und er rief ei­nen der Knechte herzu und erkundigte sich, was das wäre. Der aber sprach zu ihm: Dein Bruder ist gekommen und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wieder erhalten hat. Er aber wurde zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber ging hinaus und drang in ihn. Er aber antwortete und sprach zu dem Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir, und nie­mals habe ich ein Gebot von dir übertreten; und mir hast du niemals ein Böcklein gege­ben, auf daß ich mit meinen Freunden fröh­lich wäre; da aber dieser dein Sohn gekom­men ist, der deine Habe mit Huren ver­schlungen hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet.

Vielleicht hast Du diesen Artikel bis hierher gelesen und denkst:
Nun ja, so bin ich nicht. Ich bin immer bei dem Vater geblieben. So schlecht wie viele andere Christen, die in augenschein­liche Sünden fallen, bin ich nicht! Welche Motive hatte eigentlich der ältere Bruder, beim Vater zu bleiben? Warum hat er ihm gedient? War das wirklich uneigennützige Liebe? Äußerlich hatte sich dieser Sohn des Vaters nicht vom Vaterhaus entfernt, und doch — in seinem Herzen hatte er Wünsche und Sehnsüchte, über die er nie mit dem Vater sprach, und er wurde zornig als er sah, wie der wiederhergestellte Bruder mit Segnungen überschüttet wurde. Im Grun­de genommen war er nicht besser als sein Bruder, äußerlich zwar lebte er abgeson­dert von schwerer moralischer Schuld, aber in seinem Herzen lebte die gleiche Wurzel, die seinen Bruder verführte. Wie oft gebraucht er das kleine Wörtchen: »Ich« in seiner aufbegehrenden Rede. Mancher Dienst für Gott in unseren Tagen sieht nach außen hin gehorsam und uneigen­nützig aus und doch hat er oft seinen Ur­sprung im grenzenlosen Egoismus und der Erfolgssucht der Nachfolger Jesu. Wenn das Motiv, die Quelle der Hingabe nicht rein ist, dann ist es umsonst, wenn wir als Märtyrer auf einem Scheiterhaufen ster­ben. Dieser ältere Bruder hatte die Haltung der Pharisäer und Schriftgelehrten der da­maligen Zeit. Eine der verborgensten und zugleich größten Sünden der heutigen Christenheit ist die Ichsucht im frommen Gewand.

Wahre Gemeinschaft mit dem Vater ge­deiht durch demütigen Gehorsam und durch uneigennützige Liebe.

Vater, hilf mir Dich zu lieben um Deinetwillen. Nicht Deine Gaben, nicht das Erbe, das ich emp­fangen werde ist das, was zählt. Dein Wohlge­fallen zu tun, mein Gott, sei meine Lust und Dein Wort durchdringe die Motive meines Her­zens.


Keine Heiligung ohne Freude!

"Er aber sprach zu ihm: Kind, du bist allezeit bei mir, und all das Meinige ist dein. Es ge­ziemt sich aber, fröhlich zu sein und sich zu freuen, denn dieser, dein Bruder, war tot und ist wieder lebendig geworden, und ver­loren und ist gefunden worden."

Der Vater sucht auch diesen Sohn, er geht hinaus zu ihm und redet zu seinem Herzen. Seien wir dankbar, wenn wir nahe beim Vater geblieben sind. Freuen wir uns mit denen, die durch Gnade zurecht­gebracht werden. Bewahrung ist Gnade, Zurechtbringung ist Gnade. Wenn ich die Frage stellen würde, was sich für einen Christen geziemt, würden wir viele Dinge, die zu einem für unser Empfinden heiligen Leben gehören, aufzählen. Für den Vater gehört zum geheiligten Leben seiner Kin­der die Freude über vergebene Schuld beim Bruder und bei der Schwester. Freu­en wir uns darüber?

Wieviel hört man über Sünde und Ver­sagen der Heiligen und man hat den Ein­druck, für manche Christen ist es das wich­tigste Thema, über den Niedergang von Gemeinden und persönliches Versagen zu sprechen und zu schreiben. Laßt uns nie vergessen: Im Himmel ist unsagbare Freu­de über einen zurückkehrenden verlore­nen Sohn, über ein wiederhergestelltes Kind des Vaters. Darüber staunt und redet der Himmel. Worüber reden wir?

Vater, laß mich staunen über Deine Kinder, die gehorsamen, die bei Dir bleiben und darüber, daß Du die ungehorsamen aus ihren Verirrun­gen zurückholst. Laß sie mich demütig lieben und inich mit Dir an ihnen erfreuen.


 

Nachtext

Das stärkste und ausschlaggebendste Argument dafür, Christus zu folgen, liegt für eine erweckte Seele darin, daß er der einzige ist, der Sünden wegnimmt.

Matthew Henry

Quellenangaben