Zeitschrift-Artikel: Gott säte 5 Körner am Curaray

Zeitschrift: 114 (zur Zeitschrift)
Titel: Gott säte 5 Körner am Curaray
Typ: Artikel
Autor: Ken Fleming/Peggy Covert
Autor (Anmerkung):

online gelesen: 1242

Titel

Gott säte 5 Körner am Curaray

Vortext

Die herrlichen Folgen konsequenter Nachfolge

Text

Es ist der 8. Januar 1956. Fünf junge Missionare warten gespannt auf einer Sandbank des Curaray-Flusses im östlichen Dschungel Ecuadors. Ihr Pilot, Nate Saint, hat aus der Luft eine Gruppe von zehn Aucas entdeckt, die sich auf einem Dschungel-Pfad nähern.
Die Missionare sind voller Hoffnung, dass diese Begegnung der Durchbruch für das Vordringen
des Evangeliums werden kann.

Doch der Kontakt mit den gefürchteten Auca-Indianern verläuft nicht friedlich! Um 16.30 Uhr
an diesem Sonntagnachmittag sind alle fünf jungen Männer von grausamen Hartholz-Speeren durchbohrt. Einige sind mit Macheten zerstückelt worden. Ihre Körper wirft man in den Curaray-Fluss nahe dem Camp auf der Sandbank, die Palm-Beach genannt wurde. Fünf Missionare folgten Jesus nach – selbst bis in den Tod!

Genau 50 Jahre später, am Sonntag, den 8. Januar 2006, werden zehn junge Leute aus genau diesem Stamm (nun bekannt als Waodani), an derselben Stelle „beerdigt“ – getauft im Wasser des Curaray! Symbolhaft folgen auch sie Jesus in den Tod, um dann aus dem Wasser herauszukommen als solche, die „in Neuheit des Lebens wandeln“ wollen – auf Gottes Wegen.

Die Taufe und das anschließende Abendmahl waren die Höhepunkte der Konferenz, welche von den Führern des Waodani-Stammes geplant und organisiert wurden, um der Märtyrer zu gedenken und die heutige Generation der Waodanis im Glauben zu ermutigen.

Nachdem die Getauften aus dem Wasser gestiegen waren, sang die ganze Menge auf der Sandbank:
„Ich bin entschieden zu folgen Jesus ...“
Dieses Lied wurde das Leitmotiv der Konferenz und mit Begeisterung bei fast jeder Veranstaltung
gesungen – in Waodani, Spanisch, Englisch, Quichua, Shuar und Cofan.


Gekochte Banane zum Abendmahl

Während die Menge der Taufe zuschaute, wurde alles zum „Brotbrechen“ vorbereitet. Eine Kühltasche diente als Tisch, auf dem gekochte Bananen und ein exotischer Fruchtsaft als „Brot
und Wein“ dienten. 1. Korinther 11, 23-26 wurde in Waodani, Spanisch und Englisch gelesen und
Gebete gesprochen. Der Gottesdienst endete mit einer Ansprache von Bert Elliot – dem Bruder
von Jim Elliot – den ein Regenschirm vor der starken, tropischen Sonne schützte.

Diese Konferenz hatte ein ganzes Jahr an Planung erfordert. Anfang 2005 hatten die Waodani eine Einladung ausgesandt – zum Gedenken an das 50 Jahre zurückliegende Opfer der fünf jungen Missionare: Jim Elliot, Pete Fleming, Ed McCully, Nate Saint und Roger Youderian.

Das Treffen zum Gedenken begann exakt 50 Jahre nach dem ersten Augenkontakt mit den
Auca-Indianern und endete einen Tag später, am sechsten Januar, dem Todestag der Missionare.
Die Waodanis kamen aus unterschiedlichen Dörfern und Gegenden, manche von ihnen waren drei Tage durch den Dschungel gewandert um an der Konferenz teilhaben zu können.
Andere waren aus viel größerer Distanz angereist, aber auf schnellerem Weg dank einer „Luftbrücke“. Die Mission Aviation Fell owship (MAF ) hatte die herausfordernde Aufgabe erledigt,
90 Personen mit drei kleinen Flugzeugen herbeizufliegen.

Viele der Anreisenden gehörten zu einem lateinamerikanischen Missionsteam. Sie halfen während der Konferenz bei den Mahlzeiten, sorgten für die technischen Voraussetzungen und die
Unterbringung der ausländischen Gäste u.a. aus Kanada, USA, Australien, England und der Ukraine. Unter den englisch-sprachigen Gästen waren Missionare, ein Journalist, ein Fotograf
und Verwandte der ermordeten Missionare.


Diesmal ohne Todesangst

Ken Fleming war gekommen, Pete Flemings Bruder; Bert und Colleen Elliot; Jim Hawthorne – Neffe von Bert und Jim Elliot und seine Frau Andrea – die eine Nichte von Elisabeth Elliot ist;
außerdem nahm noch Jesse Saint, Enkel von Nate Saint, samt Familie an der Konferenz teil.
Bub Borman und Don Johnson, Mitglieder der Suchmannschaft, die ins Territorium der Aucas gereist war, um die Leichen ihrer fünf ermordeten Kollegen zu finden und zu begraben, waren auch zugegen. Für sie war es eine tief berührende Erfahrung nach 50 Jahren nochmal an den Palm Beach zurückzukehren – und dieses Mal nicht unter Angst um ihr Leben, sondern in Freude über die Gemeinschaft mit denen, die damals ihre Freunde ermordet hatten.

„Sie haben ein Samenkorn eingepflanzt. Sie kamen nicht einfach um zu sterben – sie kamen um uns den Weg zu einem so viel besseren Leben zu zeigen,“ erinnerte Pegonca, der das erste Wort bei der Konferenz ergriff, und auf einen Stock gestützt und leicht hinkend ermutigte er bei diesen Worten die jungen Waodanis lesen zu lernen, das Neue Testament in ihrer Sprache zu studieren und dann Gottes Wort zu ihren Stammesgenossen weiterzutragen.


Spürbare Vorfreude auf den Himmel

Cawiya ermahnte die jungen Leute ganz sicher zu gehen, dass sie sich auf dem Weg zum Himmel befinden. Cawiya, ein Mann, der lange Reisen durch den Dschungel macht um in den Dörfern zu predigen, hat keine formale Ausbildung, aber er weiß, dass Gott ihn gerufen hat, um sein Wort zu verbreiten. Er forderte seine Zuhörer heraus:
„Esst viel und gut von dem Wort Gottes ... auch wenn wir das Alte Testament noch nicht haben, müssen wir dem folgen, was wir bereits haben!“
Er machte Vorfreude auf die Zeit im Himmel, wo alle Christen zusammen bei Jesus sein werden.

Draußen bei den Aucas ist der Tod ein ständiger Begleiter – sei es durch Giftschlangen auf den
Wegen oder durch alle möglichen Krankheiten. Deshalb leben die Maodanis mit einer viel realeren Erwartung und Vorfreude auf den Himmel als wir, die wir unser Leben in High-tech Medizin polstern und gegen alle Gefahren absichern.

Am Sonntag Morgen begann das Treffen um 8.15 Uhr und dauerte bis in den späten Nachmittag.
15 Redner ergriffen das Wort, darunter auch eine Anzahl älterer Waodani, sowie Kimo und Dyuwi, die an dem Mord der fünf Missionare beteiligt waren. Dann erinnerte Bert Elliot die Zuhörer an das Opfer, das die fünf Witwen der getöteten Männer brachten und an den Einsatz der Frauen, die Gottes Wort in die Stammessprache Waodani übersetzten. „Gottes Wort ist lebendig, kraftvoll und wirksam. Lasst nicht nach, eure Nase in Gottes Buch zu stecken. Lest es, versteht es, lebt es!“


Niemals zurück!

Ken, Pete Flemings Bruder, berichtete: „Seit 50 Jahren bete ich für euch. Gestern konnte ich euch ‚Ich bin entschieden zu folgen Jesus...‘ singen hören. Habt ihr euch wirklich dafür entschieden?
Es gibt nichts Wichtigeres im Leben! Petrus im Neuen Testament ist ein Musterbeispiel für einen Nachfolger von Jesus. Das erste, was Jesus zu ihm sagte war: ‚Folge mir nach!‘ und das Letzte was Jesus ihm sagte war ‚Folge du mir nach!‘ Wie folgt man Jesus? Man darf ihn nicht aus den Augen verlieren. Du musst gehen, wohin er geht. Du musst tun, was er tut. Petrus tat das. Mein Bruder Pete tat das. Unser Herr Jesus möchte, dass jeder von uns ihm so konsequent nachfolgt!“

 

Nachtext

Quellenangaben