Zeitschrift-Artikel: John Piper: Wenn die Freude nicht mehr da ist

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Titel: John Piper: Wenn die Freude nicht mehr da ist
Typ: Buchbesprechung
Autor: Wolfgang Bühne
Autor (Anmerkung):

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Titel

John Piper: Wenn die Freude nicht mehr da ist

Vortext

Text

„Man greife zu den Waffen und kämpfe für die Freude an Gott. Dieses Buch soll ein Handbuch für diesen Kampf sein“ (S. 38).

Nachdem ich dieses Buch gelesen habe, kann ich bestätigen: Es ist tatsächlich ein solches Handbuch, das dem Leser hilft, alle Feinde, welche die Freude am Herrn hindern oder zerstören möchten, zu erkennen, zu bekämpfen und zu besiegen.
Pipers Anliegen in all seinen Büchern ist deutlich erkennbar: Er möchte helfen, dass wir als Christen aus echter Liebe zum Herrn und aus großer Freude an ihm und an seinem Wort Kraft schöpfen, in Hingabe zu leben. Wir sollen glückliche Anbeter Gottes sein oder werden, deren Zeugnis in der Welt durch eine beneidenswerte Freude bestätigt wird. Eine Freude, die Gott verherrlicht und unsere Mitmenschen und Mitgeschwister anspornt, diese durch nichts anderes ersetzbare Freude und Erfüllung zu suchen und zu finden.
Er ist davon überzeugt, dass die „Emotionen der Wetterhahn des Herzens“ sind (S. 29). Anhand vieler biblischer Beispiele und auch mit hilfreichen Beispielen aus der Kirchengeschichte und Zitaten von Kirchenvätern, Reformatoren und den von Piper besonders geschätzten Puritanern wie Jonathan Edwards, John Bunyan, Richard Baxter, John Owen usw. zeigt er, dass echter Glaube und Leben aus Gott nicht nur eine Sache des Verstandes und der Bibelkenntnis, sondern eine Gabe Gottes ist, die auch eine Beziehung und damit auch Emotionen wie Liebe und Freude beinhaltet.
Mit seinen Themen packt John Piper die offensichtlichen geistlichen Probleme und Krankheiten an, unter denen wir alle mehr oder weniger bewusst oder unbewusst leiden und ermutigt, sich der Realität ehrlich zu stellen und gibt sehr praktische Hilfen, die nicht unbedingt neu sind, sich aber bereits Jahrhunderte lang bewährt haben: Das Lesen, Untersuchen und Auswendiglernen des Wortes Gottes, das disziplinierte Gebet und der Kampf gegen alle Feinde in und um uns, die uns davon abhalten wollen, aus diesen unversiegbaren Quellen Kraft und Freude zu schöpfen.
Diese altbewährten Wahrheiten versteht er dem Leser sehr begehrenswert und aktuell vorzustellen. Schließlich geht er auf den Tatbestand ein, dass auch unsere Sinne und unsere körperliche Verfassung im Kampf um die Freude eine Rolle spielen und zeigt auf, wie ein ausgewogener Umgang mit irdischen Freuden (Natur, Musik, Dichtung, Essen, Trinken usw.) dazu helfen kann, die Quelle aller Freuden und wirkliche Erfüllung in Gott selbst zu suchen.
Sehr wertvoll sind auch seine seelsorgerlichen Ratschläge für den Umgang mit Christen, die zu Depressionen neigen und statt Freunde nur Dunkelheit und Resignation empfinden.
Man sollte dieses Buch langsam, kapitelweise und in Ruhe lesen. Es ist wirklich ein geistliches „Vademecum“, ein auferbauendes und ermutigendes Buch für Christen, die müde geworden sind oder zur Resignation neigen. Dazu noch sehr intelligent und authentisch geschrieben – es ist eine Freude zu lesen.

Nachtext

Quellenangaben

CLV, Pb., 256 S., € 8,90