Zeitschrift-Artikel: Unversehrt und Unverzehrt

Zeitschrift: 142 (zur Zeitschrift)
Titel: Unversehrt und Unverzehrt
Typ: Artikel
Autor: William Kaal
Autor (Anmerkung):

online gelesen: 1015

Titel

Unversehrt und Unverzehrt

Vortext

Text

Die Geschichten von Daniel in der Löwengrube und seinen Freunden im Feuerofen sind den meisten von uns seit Sonntagschulzeiten bestens bekannt. Ihre Dramatik und Spannung
begeistern jedes Kind und lassen es erwartungsvoll bis zum Schluss mitfiebern. Und beide
Geschichten bieten für sich betrachtet eine Fülle an praktischen Lektionen – nicht nur für Kinder.
Legt man jedoch die beiden Erzählungen einmal nebeneinander, erkennt man unweigerlich ihren erstaunlich ähnlichen Aufbau, der viele interessante Parallelen beinhaltet. Dabei werden Prinzipien des christlichen Lebens deutlich, die das Neue Testament aufgreift und bestätigt.
Besonders der erste Petrusbrief lässt Anwendungen der beiden Geschichten in unserer Zeit erkennen.

In der Fremde
Daniel und seine Freunde wurden aus ihrem Heimatland verschleppt. Als Fremdlinge lebten sie
inmitten eines heidnischen Systems und eines gottlosen bzw. götzendienerischen Umfelds.
Genau diese Situation hat Petrus vor Augen, als er an die „Fremdlinge in der Zerstreuung“ schreibt (1Petr 1,1) und sie auffordert: „Wandelt die Zeit eurer Fremdlingschaft in Furcht“ (1Petr 1,17).
Doch trotz des heidnischen Umfelds lebten Daniel und seine Freunde ein heiliges, gottesfürchtiges Leben. Sicherlich kannten sie das göttliche Gebot aus dem mosaischen Gesetz,
welches auch Petrus in seinem Brief zitiert:
„Seid heilig, denn ich bin heilig“ (1Petr 1,16). Sie wussten, dass sie als Juden ein „auserwähltes
Geschlecht“ waren und auch in der Fremde dazuangehalten wurden, „die Tugenden dessen zu
verkünden“, der sie berufen hatte (1Petr 2,9).

Schon als Jugendlicher hatte Daniel „sich in seinem Herzen vorgenommen“, sich in Babylon „nicht zu verunreinigen“ (Dan 1,8). Und er hatte offensichtlich seine Freunde mitgezogen. Sie hatten „die Lenden ihrer Gesinnung umgürtet“ (1Petr 1,13) und waren imstande, „als Fremdlinge und solche, die ohne Bürgerrecht sind, sich der fleischlichen Begierden zu enthalten“ (1Petr 2,11).
Diese vier Juden arbeiten in diesem heidnischen Staat sogar in verantwortungsvoller Position. Ihr Glaube an den lebendigen Gott hindert sie nicht daran, dem jeweiligen König als treue Untertanen zu dienen. Petrus ermahnt die Gläubigen, „sich aller menschlichen Einrichtung zu unterwerfen um des Herrn willen“ (1Petr 2,13).
Auch als Christen mit himmlischem Bürgerrecht sind wir aufgefordert, den Gesetzen unseres
Landes Folge zu leisten, unabhängig davon, ob sie für uns sinnvoll und nachvollziehbar erscheinen.
Aber wenn die menschlichen Gebote im Widerspruch zum Willen Gottes stehen, ist die Priorität eindeutig. Petrus bringt es prägnant auf den Punkt: „Fürchtet Gott, ehrt den König“ (1Petr 2,17) – ein Prinzip, das er Jahre zuvor so formuliert hatte: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ (Apg 5,29).
In genau diesem Konflikt sehen sich Daniel und seine Freunde jeweils zu Beginn der beiden
Geschichten, als sie mit einem Dekret des Königs konfrontiert werden. In Kapitel 3 ist es ein Gebot, die Knie zu beugen (vor einem Götzen), in Kapitel 6 ein Verbot, die Knie zu beugen (vor
dem lebendigen Gott). In beiden Fällen wird die Konsequenz bei Missachtung schon im Dekret
angekündigt, nämlich der Tod im Feuerofen bzw. in der Löwengrube. Für die Gläubigen ist damit
klar, um was es geht – und dass sie berufen sind, zu leiden (1Petr 2,21).

Daniel 3 Daniel 6
3,4 „Und der Herold rief mit Macht: Euch wird befohlen,
ihr Völker, Völkerschaften und Sprachen: Sobald
ihr den Klang des Horns, der Pfeife, der Zither, der
Sambuke, der Laute, der Sackpfeife und aller Art von
Musik hören werdet, sollt ihr niederfallen und das goldene
Bild anbeten, das der König Nebukadnezar aufgerichtet
hat. Und wer nicht niederfällt und anbetet,
der soll sofort in den brennenden Feuerofen geworfen
werden.“
6,8 „Alle Vorsteher des Königreichs, die Befehlshaber
und Satrapen, die Räte und Statthalter, haben
beschlossen, dass der König eine Verordnung aufstellen
und ein Verbot erlassen soll, dass jeder, der
innerhalb von dreißig Tagen von irgendeinem Gott
oder Menschen etwas erbittet außer von dir, o König,
in die Löwengrube geworfen werden soll. […] Deshalb
ließ der König Darius die Schrift und das Verbot aufzeichnen.“

 

In beiden Fällen zeigt sich eine bedingungslose Standfestigkeit. Was die Herausgeforderten tun, ist kein sensationell neuer Schritt, sondern jeweils nur das Festhalten an bewährten Überzeugungen und Gewohnheiten. Es ist weniger eine neue Tat als vielmehr die Haltung, nichts gegen ihre Überzeugungen tun zu wollen. Sie bleiben Gott in ihren Vorsätzen, die sie als Jugendliche gefasst haben, treu – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und sie verleugnen und verheimlichen ihren Glauben auch nicht in der Fremde.

Verleumderische Anklagen
In beiden Geschichten gibt es aber böse Menschen, welche die Gläubigen beim König verklagen
wollen. Diese Intriganten kommen ja zum König, schmeicheln ihm mit lobenden Worten und wiederholen zunächst das Gebot inklusive Strafe:

Daniel 3                                                          Daniel 6                                                    
3,8 „Deswegen traten zur selben Zeit chaldäische
Männer herzu, die die Juden anzeigten. Sie hoben
an und sprachen zum König: O König, lebe ewig! Du,
o König, hast den Befehl gegeben, dass jedermann,
der den Klang des Horns, […] und aller Art von Musik
hört, niederfallen und das goldene Bild anbeten solle;
und wer nicht niederfällt und anbetet, der solle in den
brennenden Feuerofen geworfen werden.“
6,13 „Dann traten sie hinzu und sprachen vor dem
König bezüglich des königlichen Verbots: Hast du
nicht ein Verbot aufzeichnen lassen, dass jedermann,
der innerhalb von dreißig Tagen von irgendeinem Gott
oder Menschen etwas erbitten würde außer von dir,
o König, in die Löwengrube geworfen werden sollte?“

Offensichtlich stört die Ankläger am meisten ihre Identität, ihre jüdische Herkunft. Die Anklagegründe sind nur vorgeschoben und trickreich inszeniert. Denn in ihrem Wandel waren sie unanfechtbar.

Daniel 3 Daniel 6
3,12 „Nun sind jüdische Männer da […]: Sadrach,
Mesach und Abednego; diese Männer, o König, achten
nicht auf dich. Deinen Göttern dienen sie nicht,
und das goldene Bild, das du aufgerichtet hast, beten
sie nicht an.“
6,14 „Daniel, einer der Weggeführten aus Juda, achtet
weder auf dich, o König, noch auf das Verbot, das du
hast aufzeichnen lassen; sondern er verrichtet dreimal
am Tag sein Gebet.“

Petrus weiß nur zu gut, dass auch Christen angefeindet und angeklagt werden. Aber er betont ausdrücklich, dass – wie bei Daniel – der Anklagegrund unsere Identität und nicht unsere Kriminalität sein soll: „… und dass ihr euren Wandel unter den Nationen ehrbar führt, damit sie, worin sie gegen euch als Übeltäter reden, aus den guten Werken, die sie anschauen, Gott verherrlichen am Tag der Heimsuchung.“ (1Petr 2,12, s.a. 3,6, 4,14-16)

Berufen zu leiden
Daniel und seinen Freunden konnte man keine schlechte Handlung nachweisen, ihr Wandel war
ehrbar und von einem guten Gewissen geprägt. Und doch waren sie berufen, „um der Gerechtigkeit willen zu leiden“ (1Petr 3,14), wie später auch der Christus, „der keine Sünde tat, der gescholten nicht wiederschalt, leidend, nicht drohte, sondern sich dem übergab, der gerecht richtet“ (1Petr 2,21-23).  

Daniel 3 Daniel 6
3,20 „Und er befahl Männern, den stärksten Männern
in seinem Heer, Sadrach, Mesach und Abednego zu
binden, um sie in den brennenden Feuerofen zu werfen.“
6,17 „Dann befahl der König, und man brachte Daniel
und warf ihn in die Löwengrube.“

In beiden Fällen erreichen die Ankläger ihr Ziel und die Gläubigen werden auf Befehl des Königs
geworfen: Der eine in den Feuerofen, der andere in die Löwengrube. Aber in beiden Begebenheiten wird deutlich, dass sie es mit einem Gott zu tun haben, der retten kann. In Kapitel 3 bezeugen Daniels Freunde, dass ihr Gott „sie zu erretten vermag“, auch wenn sie nicht wissen, ob und wie er eingreifen wird. In Kapitel 6 ist es der König Darius, der darauf hofft, dass der Gott Daniels ihn aus der Löwengrube erretten wird. Interessanter Weise wird in beiden Kapiteln betont, dass sie diesem Retter-Gott dienen:

Daniel 3 Daniel 6
3,17 „Ob unser Gott, dem wir dienen, uns aus dem
brennenden Feuerofen zu erretten vermag – und er
wird uns aus deiner Hand, o König, erretten – oder ob
nicht, es sei dir kund, o König, dass wir deinen Göttern
nicht dienen und das goldene Bild, das du aufgerichtet
hast, nicht anbeten werden.“
6,17 „Der König hob an und sprach zu Daniel: Dein
Gott, dem du ohne Unterlass dienst, er möge dich
retten!“
6,21 „Und als er sich der Grube näherte, rief er mit
trauriger Stimme nach Daniel. Der König hob an und
sprach zu Daniel: Daniel, Knecht des lebendigen
Gottes, hat dein Gott, dem du ohne Unterlass dienst,
vermocht, dich von den Löwen zu retten?“

Unser Gott, dem wir dienen, vermag zu retten, auch wenn diese Rettung nicht immer sofort ersichtlich ist, sondern wie bei Daniel und seinen Freunden erst in letzter Sekunde offenbart wird: „… die ihr durch Gottes Macht durch Glauben bewahrt werdet zur Errettung, die bereit ist, in der letzten Zeit offenbart zu werden“ (1Petr. 1,5).
„Feueröfen“ und „Löwengruben“ dienen dazu, den Glauben und das Vertrauen der Gläubigen zu
prüfen. Rückblickend wird ihnen in beiden Fällen das Zeugnis ausgestellt, dass sie auf ihren Gott vertrauten.

Daniel 3 Daniel 6
3,28 „Gepriesen sei der Gott Sadrachs, Mesachs und
Abednegos, der seinen Engel gesandt und seine
Knechte errettet hat, die auf ihn vertrauten.“
6,24 „… und keine Verletzung wurde an ihm gefunden,
weil er auf seinen Gott vertraut hatte.“

Petrus ermutigt die Empfänger seines Briefes, nicht mutlos zu werden angesichts des „Feuers der
Verfolgung“ (1Petr 4,12) und des „brüllenden Löwens“ (1Petr 5,8). Äußere und innere Anfeindungen und Nöte sollen uns im Glauben bewähren und zum Lob Gottes führen: „Worin ihr frohlockt, die ihr jetzt eine kurze Zeit, wenn es nötig ist, betrübt seid durch mancherlei Versuchungen; damit die Bewährung eures Glaubens, viel kostbarer als die des Goldes, das vergeht, aber durch Feuer erprobt wird, befunden werde zu Lob und Herrlichkeit und Ehre in der Offenbarung Jesu Christi“ (1Petr 1,6-7).

Unerwarteter Beistand

Daniel 3 Daniel 6
3,25 „Er antwortete und sprach: Siehe, ich sehe vier
Männer frei umhergehen mitten im Feuer, und keine
Verletzung ist an ihnen; und das Aussehen des vierten
gleicht einem Sohn der Götter.“
3,28 „Gepriesen sei der Gott Sadrachs, Mesachs und
Abednegos, der seinen Engel gesandt und seine
Knechte errettet hat.“
6,22 „Da sprach Daniel zum König: O König, lebe
ewig! Mein Gott hat seinen Engel gesandt und hat den
Rachen der Löwen verschlossen, dass sie mich nicht
verletzt haben.“

In beiden Episoden ist es der Engel des Herrn, der den Gottesfürchtigen in der Gefahr beisteht. Petrus hat eine ähnliche Erfahrung gemacht, als ein Engel des Herrn ihm in der Einsamkeit des herodianischen Gefängnisses begegnete. Er konnte rückblickend bezeugen: „Nun weiß ich in Wahrheit, dass der Herr seinen Engel gesandt und mich gerettet hat aus der Hand des Herodes“ (Apg 12,11).
Auch heute verheißt uns Gott seinen Beistand in allen Nöten, Schwierigkeiten und Bedrängnissen.
Jesus Christus, der Engel des Herrn, ist uns gerade in solchen einsamen Zeiten besonders nahe.
Das haben unzählige Gläubige erfahren, wie es zum Beispiel Paulus eindrücklich schildert (2Tim 4,16).
So erfahren auch Daniel und seine Freunde, dass sich der Engel des Herrn um die lagert, die ihn
fürchten. Seine unbeschreibliche Macht garantiert, dass die Flammen des Feuers und die Rachen der Löwen wirkungslos bleiben. Selbst die kritische Inspektion von staatlicher Seite kann keine Spur von Verletzung und Schaden finden:

Daniel 3 Daniel 6
3,26 „Da gingen Sadrach, Mesach und Abednego aus
dem Feuer heraus. Und die Satrapen, die Befehlshaber
und die Statthalter und die Räte des Königs versammelten
sich; sie sahen diese Männer, dass das Feuer
keine Macht über ihre Leiber gehabt hatte: Das Haar
ihres Hauptes war nicht versengt, und ihre Mäntel
waren nicht verändert, und der Geruch des Feuers war
nicht an sie gekommen.“
6,24 „Und Daniel wurde aus der Grube herausgeholt;
und keine Verletzung wurde an ihm gefunden.“

Gottes gerechtes Gericht
Während die Gläubigen jeweils unversehrt bleiben, sterben in beiden Fällen jeweils andere. Die Flammen des Feuerofens töten die Henker, die stärksten Männer des babylonischen Heeres, die loyalsten Soldaten des Unrecht-Regimes, und die Löwen zerreißen die boshaften Ankläger Daniels:

Daniel 3 Daniel 6
3,20 „Und er befahl Männern, den stärksten Männern
in seinem Heer, Sadrach, Mesach und Abednego zu
binden, um sie in den brennenden Feuerofen zu werfen.
Weil das Wort des Königs streng und der Ofen
außergewöhnlich geheizt war, tötete die Flamme des
Feuers jene Männer, die Sadrach, Mesach und Abednego
hinaufbrachten.“
6,25 „Und der König befahl, und man brachte jene
Männer, die Daniel angezeigt hatten, und man warf
sie in die Löwengrube, sie, ihre Kinder und ihre Frauen;
und ehe sie noch auf dem Boden der Grube angekommen
waren, bemächtigten sich ihrer die Löwen und
zermalmten alle ihre Gebeine.“

So sicher, wie der Herr den Gerechten beisteht, so sicher wird er sich gegen seine Feinde wenden
und Gerechtigkeit herstellen. Petrus zitiert in seinem Brief aus Psalm 34, um das deutlich zu machen:
„Denn die Augen des Herrn sind gerichtet auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Flehen; das
Angesicht des Herrn aber ist gegen die, die Böses tun.“ (1Petr 3,12 vgl. Ps 34,16.17)
Später macht er deutlich, dass das Ende der Gottlosen ein schreckliches Ende sein wird: „Denn
die Zeit ist gekommen, dass das Gericht anfange bei dem Haus Gottes; wenn aber zuerst bei uns, was wird das Ende derer sein, die dem Evangelium Gottes nicht gehorchen! Und wenn der Gerechte mit Not errettet wird, wo will der Gottlose und Sünder erscheinen?“ (1Petr 4,17f)

Die Herrlichkeiten danach

Daniel 3 Daniel 6
3,28 „Nebukadnezar hob an und sprach: Gepriesen sei
der Gott Sadrachs, Mesachs und Abednegos […] Und
von mir wird Befehl gegeben, dass jedes Volk, jede
Völkerschaft und Sprache – wer Unrechtes spricht
gegen den Gott Sadrachs, Mesachs und Abednegos,
in Stücke zerhauen werden soll und dass sein Haus zu
einer Kotstätte gemacht werden soll; weil es keinen
anderen Gott gibt, der auf solche Weise zu erretten
vermag.“
6,26 „Darauf schrieb der König Darius an alle Völker,
Völkerschaften und Sprachen, die auf der ganzen Erde
wohnten: Friede euch in Fülle! Von mir wird Befehl
gegeben, dass man in der ganzen Herrschaft meines
Königreichs bebe und sich vor dem Gott Daniels
fürchte; denn er ist der lebendige Gott und besteht
ewig, sein Reich wird nie zerstört werden, und seine
Herrschaft währt bis ans Ende; der da rettet und
befreit und Zeichen und Wunder tut im Himmel und
auf der Erde.“

Beide Geschichten enden mit einem erneuten Erlass des Königs und dem „weltweiten“ Lob Gottes.
Während die Gläubigen schon zuvor den lebendigen Gott freiwillig anbeteten, müssen nun alle Völker und Sprachen auf Befehl des Königs ihre Knie vor diesem Gott beugen, der als alleiniger Retter gepriesen wird, dessen Wundertaten besungen und dessen ewige Herrschaft gerühmt wird.
Dabei ist auffällig, dass Gott mit den Namen seiner Treuen verknüpft wird – er wird der Gott Sadrachs,
Mesachs und Abednegos bzw. der Gott Daniels genannt. Auch heute schämt Gott sich nicht, unser – dein und mein – Gott genannt zu werden.

Von Fremdlingen zu Herrschern

Daniel 3 Daniel 6
3,30 „Darauf beförderte der König Sadrach, Mesach
und Abednego in der Landschaft Babel.“
6,29 „Und dieser Daniel hatte Gelingen unter der
Regierung des Darius und unter der Regierung Kores’,
des Persers.“


Sowohl die Freunde als auch Daniel werden nach diesen Ereignissen erhöht und mit Herrscher-
Verantwortung betraut. Sie hatten nie eine solche Position angestrebt, im Gegenteil, sie waren bereit, ihre Karriere und ihr Leben aufzugeben.
Eine solche Haltung erwartet Petrus auch von uns, wenn er schreibt: „So demütigt euch nun unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zur rechten Zeit.“ (1Petr 5,6)
Die Zeit des Leidens ist kurz verglichen mit der ewigen Herrlichkeit, zu der wir berufen sind:
„Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus, nachdem ihr eine kurze Zeit gelitten habt, er selbst wird euch vollkommen machen, befestigen, kräftigen, gründen“ (1Petr 5,10).
Gottes Zeitplan ist entscheidend. Er wird uns zur rechten Zeit erhöhen. Wenn wir ausharren, werden wir einmal „mit ihm herrschen“ (2Tim 2,12). Diese Aussicht lässt uns auch kurzzeitige Flammenhitze und vorübergehendes Löwengebrüll ertragen.
Die erstaunliche Anordnung der beiden Geschichten im Buch Daniel und ihre Kohärenz mit dem
Neuen Testament sind ein faszinierendes Zeugnis von der Tiefe und Genialität der Bibel. Sie birgt
unzählige verborgene Schätze und begeistert jeden, der sie erforscht. Es lohnt sich daher sicherlich, viele weitere vermeintlich altbekannte „Sonntagschul-Geschichten“ einmal neu unter die Lupe zu nehmen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachtext

Quellenangaben