Zeitschrift-Artikel: Michael Kotsch - Homöopathie

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Titel: Michael Kotsch - Homöopathie
Typ: Buchbesprechung
Autor: Wolfgang Bühne
Autor (Anmerkung):

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Titel

Michael Kotsch - Homöopathie

Vortext

Text

Wer sich mit den Hintergründen und Problemen der Homöopathie auseinandersetzen möchte, bekommt mit dieser ausführlichen Arbeit eine ausgezeichnete Hilfe. In der ersten Hälfte der Broschüre informiert der Autor über das Leben und den Werdegang Hahnemanns, welcher als Vater der Homöopathie bezeichnet wird. Sein sehr unruhiges Leben, seine Studien, die freimaurerischen und esoterischen Einflüsse, seine Erkenntnisse, Theorien und Praktiken werden dargestellt und mit zahlreichen Zitaten Hahnemanns, seiner Schüler und Gegner belegt. Es wird eindeutig gezeigt, dass Homöopathie auf einer Weltanschauung oder Philosophie beruht, die mit dem biblischen Welt- und Menschenbild nicht vereinbar, sondern esoterisch bzw. okkult beeinflusst ist. Ebenso wird deutlich, dass Homöopathie kein Naturheilverfahren ist, wie von vielen angenommen wird, sondern das hier angeblich materiell nicht nachweisbare, durch „Dynamisierung“ oder „Potenzierung“ entwickelte geistige Kräfte freigesetzt werden sollen. „Hahnemann macht deutlich, dass homöopathische Heilung eigentlich nicht von der materiellen Substanz des Ausgangsstoffes, sondern vor allem von dessen immaterieller, geistiger Kraft zu erwarten sei.“ (S. 44) Der Autor kommt daher zu folgendem Ergebnis: „Jede homöopathische Behandlung fordert volles, letztlich religiöses Vertrauen auf die Prinzipien und die Weltanschauung der Homöopathie, ohne die eine solche Therapie sinnlos wäre. Dieses in der Homöopathie geforderte absolute Vertrauen ist unmedizinisch und macht die Homöopathie zu einer Gesundheitsreligion, die in direkter Konkurrenz zum christlichen Glauben steht. Erhält der Patient Heilung durch die in der Homöopathie programmierten geistigen Kräfte, bleibt auf Dauer eine geistliche Bindung an dieselben nicht aus.“ (S. 96) Michael Kotsch hat mit dieser Veröffentlichung Mut und Verantwortungsbewusstsein bewiesen, denn Homöopathie als Aberglauben zu bezeichnen, bedeutet eine „heilige Kuh“ vieler bibeltreuer Evangelikaler zu „schlachten“! Erfahrungsgemäß werden viele Leser recht emotional auf diese buchstäblich aufklärende Schrift reagieren, was wiederum beweist, wie notwendig diese Arbeit ist.

Nachtext

Quellenangaben

Logos, 102 S., brosch., € 4,50